Bundesministerium des Inneren

Bobsleigh Quelle: Dmytro Aksonov / GettyImages

Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele Wettkampfstätten der Olympischen Winterspiele (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Olympische Winterspiele 2018: Wettkampfstätten Quelle: dpa-infografik

Zwischen dem 9. und dem 25. Februar 2018 finden in Pyeongchang (Südkorea) die XXIII. Olympischen Winterspiele statt. Herausragende Sportlerinnen und Sportler kämpfen in dieser Zeit in 15 Disziplinen um insgesamt 102 Goldmedaillen. Aus Deutschland nehmen 154 Spitzensportlerinnen und Spitzensportler an den Wettkämpfen teil.

Grundlage für sportliche Höchstleistungen deutscher Athletinnen und Athleten ist unter anderem die Spitzensportförderung.

  • Zahlen & Fakten rund um die XXIII. Olympischen Winterspiele

  • vom

    09.02.2018

  • in

    Pyeongchang

    (Südkorea)

  • bis zum

    25.02.2018

  • 15

    Disziplinen

  • 306

    Medaillen

  • 102

    Olympiasieger

  • 154

    deutsche Sportlerinnen & Sportler

  • 4,3 Mio. Euro

    Entsendungskosten aus dem Bundeshaushalt

  • 23

    Bundespolizistinnen & Bundespolizisten

Olympische Idee und sauberer Sport

Quizfrage zum Datum der ersten Olympischen Winterspiele. Antwort: 1924 Quizfrage zum Datum der ersten Olympischen Winterspiele. Antwort: 1924 (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Quizfrage Olympische Winterspiele Quelle: BISP

Vor über 120 Jahren hatte Baron de Coubertin (1863 bis 1937) die Idee, die antiken olympischen Spiele wiederzubeleben. Er träumte davon, dass Menschen aus aller Welt zusammenkommen und friedlich miteinander im Wettstreit stehen. Dieser Grundgedanke der Olympischen Spiele fasziniert nach wie vor die gesamte Welt.

In Pyeongchang wird der Olympische Gedanke im wahrsten Sinne gelebt: Nordkorea nimmt an den Winterspielen in Pyeongchang teil und marschierte bei der Eröffnungsfeier gemeinsam mit Südkorea ein. Man stellt sogar ein gemeinsames Frauen-Eishockeyteam. Hierzu der Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière: "Es ist schon eine schöne Geste für den olympischen Gedanken, wenn die beiden Koreas vor dem Hintergrund der Olympischen Spiele das erste Mal seit zwei Jahren wieder direkt miteinander reden. Spürbarer kann die Olympische Idee ja kaum in Erscheinung treten. Natürlich kann diese Annäherung Gespräch auf politischer Ebene nicht ersetzen. Aber es bleibt ein kleiner Schritt der Entspannung. Ich hoffe insgesamt auf friedliche und faire Spiele."

Die Bundesregierung fühlt sich den Werten des Sports verpflichtet. Sie setzt sich dafür ein, dass der Spitzensport in Deutschland erfolgreich abschneidet, aber zugleich fair und sauber abläuft. Fairness, Achtung sportlicher Regeln und die Werte des Sports sowie ein kompromissloses "Nein" zu Doping gehören genauso zum deutschen Spitzensport wie Leistung und Erfolg.

In Deutschland ist die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) für das Dopingkontrollsystem und die Präventionsarbeit zuständig. Ihre Arbeit ist geprägt von den beiden Leitsätzen "Gemeinsam gegen Doping" und "Nichts nehmen, alles geben". Die NADA führt derzeit ungefähr 15.000 Dopingproben im Jahr durch. Sie gehört zu einer der weltweit größten Anti-Doping Organisationen. Das Bundesministerium des Innern fördert die NADA mit rund 6 Mio. Euro jährlich und ist im Aufsichtsrat vertreten.

Förderung des Sports

Grundsätzlich kann der Sport seine Angelegenheiten selbständig, unabhängig und eigenverantwortlich regeln. Für nahezu jede Sportart gibt es Bundessportfachverbände. Sie regeln die Angelegenheiten ihrer Sportart eigenständig - wie z. B. die Aufstellung von Nationalmannschaften und die Teilnahme an internationalen Wettkämpfen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist die Dachorganisation des organisierten Sports. Er vertritt auf Bundeseben die gemeinschaftlichen Interessen seiner Mitgliedsorganisationen.

v. l. n. r.: Lölling, Jungk und Hermann v. l. n. r.: Lölling, Jungk und Hermann (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Skeleton-Team Quelle: BPol Das Deutsche Skeleton-Team

Grundsätzlich ist der Sport auch für die Finanzierung aller sportlichen Aktivitäten zuständig, aber der Bund unterstützt den Sport im Bereich der Spitzensportförderung.

Das Bundesministerium des Innern fördert den deutschen Spitzensport jährlich mit rund 193 Mio. (ca. 168 Mio. Zuwendungen und ca. 25 Mio. für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler der Bundespolizei).

Das Bundesministerium des Innern fördert grundsätzlich keinen Sportler direkt. Gefördert werden:

  • Maßnahmen und Einrichtungen der Spitzensportfachverbände
  • das Stützpunktsystem (Olympia- und Bundesstützpunkte)
  • die Sportakademien
  • die zentralen Einrichtungen, Projekte und Maßnahmen des Sports
  • der Sportstättenbau

Die Spitzensportförderung setzt ein, wenn der jeweilige Bundessportverband - trotz Ausschöpfung seiner Finanzierungsmöglichkeiten (Subsidiaritätsprinzip) die notwendigen Ausgaben nicht selbst finanzieren kann.

Darüber hinaus beteiligt sich das BMI an der Finanzierung der Entsendungskosten der Olympiamannschaft. Diese Kosten entstehen unter anderem durch die An- und Abreise zum Austragungsort der Olympischen Spiele, durch den Transport der Sportgeräte und durch den Aufenthalt am Wettkampfort.

In den Bundeshaushalt wurden insgesamt 4.3 Mio für die Entsendungskosten nach Pyeongchang eingestellt.

  • Zum "TeamD" gehören folgende 23 Sportler der Bundespolizeisportschule Bad Endorf

Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung

Ende 2014 haben der Bundessportminister und der Präsident des DOSB die gemeinsame Entscheidung getroffen, die Spitzensportförderung zu reformieren. Auslöser war war eine sich stetig verringernde bzw. sich verstetigende Anzahl von Medaillen. 2015 begann der Prozess zur Entwicklung eines Neustrukturierungskonzeptes. Das Konzept zur "Neustrukturierung des Leistungssports und der Spitzensportförderung" wurde am 3. Dezember 2016 von der Mitgliederversammlung des DOSB gebilligt. Der Deutsche Bundestag hat mit seinem Beschluss "Reformbestrebungen weiter mit Leben füllen - Leistung, Transparenz, Fairness und Sauberkeit in den Mittelpunkt der künftigen Spitzensportförderung stellen" seine Unterstützung für die Umsetzung des Neustrukturierungskonzeptes zum Ausdruck gebracht.

Medaillen liegen wild durcheinander Medaillen liegen wild durcheinander (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Medaillen Quelle: BMI

Herzstück der Reform ist die unabhängige PotAS-Kommission. Diese soll die Potenziale der einzelnen Disziplinen und Disziplingruppen feststellen. Denn die Förderung soll in Zukunft nicht mehr weitgehend auf der Grundlage der erreichten Erfolge gewährt werden. Entscheidend sind vielmehr die Potenziale, die in Zukunft zu Medaillen führen. Die PotAS-Kommission wurde im Mai 2017 eingerichtet. Die erste Bewertung soll nach jetzigen Plänen im Juli 2018 erfolgen und veröffentlicht werden.

v. l. n. r.: Uhrig, Teamleiter Jasch, Dannhauer v. l. n. r.: Uhrig, Teamleiter Jasch, Dannhauer (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Eisschnellauf-Team Quelle: BPol Unsere Eisschnelllauf-Damen und ihr Teamleiter

Weitere Themen der Spitzensportreform sind:

  • Neuausrichtung und Konzentration der Kaderstruktur
  • Verbesserte Duale Karriere, Athletenförderung und -absicherung
  • Gezielte Nachwuchsförderung
  • Optimierung der Trainersituation
  • Zentrale sportfachliche Steuerung und Qualitätsmanagementdurch den DOSB
  • Effizientere Stützpunktstruktur
  • Professionalisierung der Personalstrukturen in den Spitzenverbänden
  • Neustrukturierung der Olympiastützpunkte
  • Ausbau und Optimierung der wissenschaftlichen Unterstützung
  • Paralympischer und deaflympischer Sport

Der Bundesinnenminister betont: "Im Mittelpunkt der Spitzensportreform stehen unsere Athletinnen und Athleten sowie die Trainerinnen und Trainer. Um sie herum soll ein optimiertes Fördersystem geschaffen werden. Natürlich geht es dabei auch um die wirtschaftliche Absicherung der Spitzensportler." Aus seiner Sicht habe es sich aber bewährt, dass der Bund die Verbände und Strukturen fördere und die Deutsche Sporthilfe den einzelnen Sportler.

"Es gibt ja auch Kooperationen. Gemeinsam mit der Deutschen Sporthilfe unterstützen wir beispielsweise ehemalige olympische und paralympische Spitzensportler nach Beendigung ihrer aktiven Laufbahn beim Schritt in ihre berufliche Karriere. Mindestens so wichtig wie die Unterstützung während der aktiven Zeit sind Perspektiven für die Zeit danach.", so de Maizière.

Sportpolitisches Förderziel des Bundes - und damit auch der Reform - ist und bleib es, dass sich Deutschland als Sportnation noch besser präsentiert - erfolgreicher, aber zugleich fair und sauber.