Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Ein Ingenieur zeigt einem Kollegen etwas Ein Ingenieur zeigt einem Kollegen etwas (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Ingenieur Quelle: TomWerner/GettyImages

Ein Unternehmen schreibt eine Stelle aus. Gut bezahlt und mit hervorragenden Entwicklungsperspektive. Aber es gibt keine Flut an Bewerbungen. Es meldet sich keine einziger Bewerber! Dieses Szenario ist längst schon Realität.

Fehlende Fachkräfte und viel zu wenige Bewerber haben sich zu einem Risiko für unsere Unternehmen - egal ob für große Konzerne, mittelständische Unternehmen oder kleine Betriebe- entwickelt. Uns fehlen Handwerker, Ingenieure, Ärzte, Pflegekräfte - und Viele mehr.

  • Einwanderung von Fachkräften im Jahr 2017:

  • rund 28.000

    Einreisen und Titelerteilungen

    (§ 18 Absatz 4 und § 19a AufenthG)

Inländische und europäische Potentiale nutzen

Mit Ausscheiden der Babyboomer-Generation aus dem Arbeitsmarkt wird sich ab 2030 die Lage am Arbeitsmarkt noch weiter zuspitzen.

Deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt handeln. Zunächst geht es darum, die inländischen Potenziale auszuschöpfen und den europäischen Bewerbermarkt noch besser zu nutzen. Dies reicht aber nicht: Wenn wir das Wirtschaftswachstum, unsere ökonomische Stabilität und unsere sozialen Sicherungssysteme in dieser Form halten wollen, brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte auch aus Drittstaaten. Ihre Maßnahmen in diesen drei Feldern fasst die Bundesregierung mit der Fachkräftestrategie zusammen: Es geht um die inländischen, die europäischen und die internationalen Fachkräfte- und Beschäftigungspotenziale.

Gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften aus Drittstaaten

Wir brauchen eine gesteuerte Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte. Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz handelt die Bundesregierung nun.

Das Gesetz schafft den Rahmen für diejenigen Fachkräfte, die unsere Wirtschaft so dringend braucht. Das sind Hochschulabsolventen und Fachkräfte mit qualifizierter Berufsausbildung, nicht aber niedrig oder gering qualifizierte Arbeitskräfte.

Allein der Name des Gesetzes bedeutet einen Paradigmenwechsel. Wir sind auf die Einwanderung von Fachkräften angewiesen und benennen dies auch klar.

Wesentliche Inhalte des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes

Neu ist, dass im Fachkräfteeinwanderungsgesetz erstmals ein einheitlicher Fachkräftebegriff eingeführt wird: Fachkräfte sind sowohl Hochschulabsolventen als auch Beschäftigte mit einer qualifizierten Berufsausbildung.

Es soll keine zwei-Klassen-Gesellschaft mehr zwischen Fachkräften mit und ohne Hochschulstudium geben : Wer eine anerkannte Qualifikation mitbringt und einen gültigen Arbeitsvertrag vorweist, soll künftig ohne Vorrangprüfung in Deutschland arbeiten können.

Entsprechend den bereits bestehenden, erprobten Regelungen für Hochqualifizierte soll es auch Fachkräften mit qualifizierter Berufsausbildung ermöglicht werden, für eine befristete Zeit zur Arbeitsplatzsuche zu uns zu kommen - wenn die zuständige Anerkennungsstelle vorher bestätigt hat, dass ihr Abschluss einem deutschen Abschluss entspricht, wenn sie über die notwendigen Deutschkenntnisse verfügen und wenn sie während der Suche nach einem Arbeitsplatz für ihren Lebensunterhalt selbst aufkommen können.

Wichtig ist, dass wirklich Fachkräfte zu uns kommen: Daher halten wir daran fest, dass vor Einreise die Qualifikation der Person überprüft wird.

  • Hauptherkunftsländer Erwerbsmigration 2017:

  • Indien, USA, China & Bosnien und Herzegowina

Ausbildungsstandards halten

Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass unser duales Ausbildungssystem Besonderheiten aufweist und hohe Standards setzt, die nur in sehr wenigen Ländern vergleichbar existieren. Deswegen verbessern wir die Möglichkeiten für Qualifizierungsmaßnahmen im Inland, wenn das Anerkennungsverfahren ergeben hat, dass der ausländische Abschluss den hiesigen Anforderungen nicht ganz genügt. Im Rahmen von Vermittlungsabsprachen der Bundesagentur für Arbeit erweitern wir Programme mit dem Ziel der Anerkennung der beruflichen Qualifikation und kommen damit insbesondere den Forderungen von kleinen und mittleren Unternehmen, Handwerk und Bauwirtschaft sowie des Pflege- und Gesundheitsbereichs entgegen.

Ein Pfleger hilft einem ältere, im Bett liegenden Mann beim Trinken Ein Pfleger hilft einem ältere, im Bett liegenden Mann beim Trinken (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Pflegekraft Quelle: Maskot/GettyImages

Klare Trennung von Asyl und Erwerbsmigration

Ziel ist es, Zuwanderung durch klare Regelungen zu steuern und zu ordnen. Dafür halten wir am Grundsatz der Trennung von Asyl und Erwerbsmigration fest.

Eckpunkte zur Fachkräfteeinwanderung

Externer Link: Fachkräfte-Offensive (Öffnet neues Fenster)Frau spiegelt sich in Scheibe. Draußen ist eine erleuchtete Baustelle zu sehen. Quelle: www.fachkraefte-offensive.de

Wenn wir den Wettbewerb um die besten Köpfe gewinnen wollen, brauchen wir einen Gesamtansatz von Bundesregierung und Wirtschaft, der weit über gesetzliche Änderungen wie im Fachkräfteeinwanderungsgesetz hinausgeht.

Deswegen hat das Bundeinnenministerium zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesarbeitsministerium Eckpunkte zur Fachkräfteeinwanderung aus Drittstaaten erarbeitet. Diese enthalten die Maßnahmen der gesamten Bundesregierung. Die Eckpunkte wurden am 2. Oktober 2018 vom Kabinett beschlossen.

Darin enthalten sind unter anderem:

  • Beschleunigungen bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse
  • verstärkte Förderung der deutschen Sprache im Ausland
  • bessere und effizientere Verwaltungsverfahren
  • gezielte Werbung gemeinsam mit der Wirtschaft

Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz schaffen wir den Rahmen dafür, dass die Fachkräfte, die unsere Wirtschaft benötig, auch zu uns kommen können. Wie viele Fachkräfte nach Deutschland kommen werden, hängt entscheidend vom wirtschaftlichen Bedarf sowie auch vom Engagement der Unternehmen ab.