Bundesministerium des Inneren

"Ich war nur ganz kurz weg. Schnell noch was zum Abendbrot einkaufen im Supermarkt, eine Querstraße weiter", erklärt Herr M. - noch völlig fassungslos - den beiden Kriminalpolizisten. Die drei schauen auf die aufgebrochene Wohnungstür im 3. Obergeschoss eines Berliner Altbaus. Im Wohnzimmer liegen Bücher und Schallplatten auf dem Boden. Schränke und Schubladen stehen offen. Ein Notebook, Bargeld und der Schmuck der verstorben Großmutter fehlen. Wie soll Herr M. das nur schonend seiner Frau beibringen, wenn sie in ein paar Stunden von der Spätschicht nach Hause kommt?

  • Polizeiliche Kriminalstatistik 2016

  • 151.265

    gemeldete Einbrüche

  • 66.960

    gescheiterte Einbruchs­versuche

  • 17.152

    ermittelte Tat­verdächtige

  • - 9,5 %

    im Vergleich zum Vorjahr

  • + 1,6 %

    im Vergleich zum Vorjahr

  • 16, 9 %

    Aufklärungs­quote

  • Die Abnahme der gemeldeten Einbrüche bei gleichzeitiger Zunahme der gescheiterten Einbruchsversuche zeigt,
    dass die Maßnahmen zur Prävention von Einbruchsgefahren greifen.

Mit der dunklen Jahreszeit beginnt die Hochsaison für Wohnungseinbrüche. Fast die Hälfte aller Einbrüche findet im Herbst und Winter - in den Monaten zwischen Oktober und Januar - statt. Die Bewohner sind noch nicht von der Arbeit zurück, die Nachbarn sind ebenfalls noch unterwegs. Draußen ist es dunkel. Die besten Voraussetzungen für den unbemerkten Zutritt zu Wohnungen und Häuser.

Herr M. blickt sich in seiner Wohnung um, in der er seit so vielen Jahren wohnt. Ihm läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Wie Herrn M. geht es vielen Bürgerinnen und Bürgern. Der Wohnungs­einbruchs­diebstahl ist und bleibt ein Delikt mit besonderer Bedeutung. Bei einem Einbruch entsteht meist nicht nur materieller Schaden. Viele Menschen bei denen eingebrochen wurde haben Angst, fühlen sich zu Hause nicht mehr sicher und nicht mehr wohl. Manchmal leiden die Opfer in der Folge unter psychischen Belastungen. Denn die Täter dringen in die Privat­sphäre ein, durchwühlen persönlichste Dinge und stehlen häufig auch Gegenstände, mit ideellem Wert, der nicht ersetzbar ist.

So können Sie sich gegen Einbrecher schützen

Einbrecher wollen vor allem leicht und zügig in Wohnungen und Häuser eindringen. Wenn Sie einige grundlegende Verhaltensregeln beachten, können Sie Wohnungseinbrüche zumindest erschweren. Einbrecher, denen das Eindringen schwer fällt, brechen oft schon beim Versuch ab.

Mit der 2012 ins Leben gerufenen Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH setzt die Polizei auf umfassende Information und mehr Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger in Sachen Einbruchschutz.

"Die Elster" - Ein Profi-Einbrecher packt aus "Die Elster" - Ein Profi-Einbrecher packt aus

Teil der Kampagne ist die YouTube-Serie "Die Elster - Ein Profi-Einbrecher packt aus". Hierbei handelt es sich um eine Mini-Serie über Deutschlands wohl bekanntesten Profi-Einbrecher. Begleitet von einem Kamerateam, geht er noch einmal auf großen Beutezug. Dabei erklärt die Elster, wie Sie es Einbrechern auch besonders leicht machen können.

Technische Sicherungs­maßnahmen

Neben dem richtigen Verhalten können mechanische Sicherungen und Sicherheitstechnik den Zugang zu Ihrem zu Hause erschweren. Je länger die Einbrecher zum Öffnen von Fenstern oder Türen benötigen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie von ihrem Versuch ablassen, da die Gefahr steigt, auf frischer Tat ertappt zu werden.

Hilfsmittel sind beispielsweise:

  • Pilzkopfverriegelung an Fenstern und Türen
  • abschließbare Fenster- und Türgriffe
  • einbruchshemmende Sicherheitsfolien
  • Fenster und Türen aus Kunststoff nur mit zusätzlicher mechanischer Sicherheitstechnik
  • Außenrollläden (gegebenenfalls automatisch programmbierbar)

Technische und digitale Präventionsmaßnahmen wie Videoanlagen oder Smart-Home-Anwendungen wirken hingegen nicht als Barriere und Schutz vor Einbrechern. Erfahrene Täter verfügen über Strategien und technische Möglichkeiten, diese Sicherheitssysteme zu umgehen oder außer Kraft zu setzen.

Eine ausführliche Beratung, wie Sie Ihre 4 Wände gegen mögliche Einbruchsversuche schützen können, erhalten Sie bei den Polizeidienststellen vor Ort oder dem Landeskriminalamt in Ihrem Bundesland.

Förder­programm "Kriminal­prävention durch Einbruch­schutz"

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet mit verschiedenen Programmen staatliche Förderungen von Einbruch­schutz an. Die Förderung erfolgt entweder als Zuschuss oder als Kredit, in Abhängigkeit vom KfW-Programm.

Seit Herbst 2015 werden auch gezielt Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz finanziell über das KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" gefördert. So ist beispielsweise ein Zuschuss von 10 % auf die Investitionskosten für den Einbau einer einbruch­hemmenden Haus- oder Wohnungseingangstür auch ohne Kombination mit einer barriere­reduzierenden Maßnahme möglich. Dazu zählen unter anderem der Einbau von:

  • Nachrüst­systemen für Fenster
  • einbruch­hemmenden Gitter und Rollläden
  • Einbruch- und Überfallmeldeanlagen
  • Türspionen oder (Bild-)Gegensprechanlagen

Die Förderprogramme der KfW unterliegen folgenden Voraussetzungen:

  1. Die KfW-Förderung bezieht sich auf Bestandsimmobilien.
  2. Der Antrag bei der KfW ist vor Beginn des Vorhabens zu stellen.
  3. Alle Maßnahmen zum Einbruchschutz entsprechen den Anforderungen gemäß DIN oder VDE und werden durch spezialisierte Fachunternehmen ausgeführt.
Deckblatt des Flyers "Einbruchschutz zahlt sich aus"

Download · 01.08.2017 Einbruchschutz zahlt sich aus

Das von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK) herausgegebene Faltblatt informiert über die Möglichkeiten der staatlichen Förderung von Einbruchschutz. Darüber hinaus bewirbt es die Einbruchschutzkampagne K-EINBRUCH.

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