Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Bundesinnenminister de Maizière und der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Seiters, unterzeichnen Suchdienstvereinbarung Quelle: BMI
Pressemitteilung · 05.07.2017

Suchdienst des DRK lindert seit über 70 Jahren menschliches Leid

Bundesinnenminister de Maizière und der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Seiters, unterzeichnen Suchdienstvereinbarung

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, haben heute im Bundesinnenministerium eine Suchdienstvereinbarung unterzeichnet. Sie tritt an die Stelle der alten Vereinbarung von 2001.

Hierzu sagte Bundesinnenminister de Maizière: "Eine der schlimmsten Folgen von Krieg, Flucht und Vertreibung ist, dass Kinder und Eltern, Ehepaare, Familien und Freunde voneinander getrennt werden und ohne Hilfe Dritter nicht wieder zueinander finden. Regelmäßig mit schlimmen Folgen für die Betroffenen. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes hilft hier und erfüllt seit Jahrzehnten eine unverzichtbare Rolle bei der Suche nach und der Zusammenführung von Angehörigen. Ich freue mich daher besonders, dass wir den Suchdienst heute an die veränderten Herausforderungen anpassen und ihm die notwendige Planungssicherheit geben konnten. Mit der neuen Vereinbarung machen wir klar, welch hohen Wert wir dieser Aufgabe zur Linderung von Leid durch Flucht und Vertreibung beimessen."

Das Bundesinnenministerium finanziert den Suchdienst des DRK mit jährlich 11,5 Mio. Euro. Kernaufgabe des Suchdienstes sind die internationale Suche nach Personen, die durch Katastrophen und bewaffnete Konflikte getrennt wurden, die Beratung zur Familienzusammenführung von Spätaussiedlern und Flüchtlingen sowie die Schicksalsklärung von Kriegsvermissten des Zweiten Weltkrieges.

Veränderte Schwerpunkte in den Aufgaben und daraus folgende organisatorische Neuordnungen haben eine neue Suchdienstvereinbarung notwendig gemacht. Die Klärung von Vermisstenschicksalen des Zweiten Weltkrieges schwindet naturbedingt; sie wird zum Jahresende 2023 beendet werden.

Heute sind es zunehmend bewaffnete Konflikte weltweit, etwa im Nahen Osten und Afrika oder Naturkatastrohen, die Familien trennen:

  • Allein 2016 erreichten den Suchdienst knapp 2.800 solche Suchanfragen nach Angehörigen, die voneinander getrennt worden sind und bei denen entweder der Suchende in Deutschland lebt oder der Gesuchte in Deutschland vermutet wird.
  • In über 50 % der Fälle konnte der DRK-Suchdienst Hilfe leisten.
  • Hauptherkunftsländer der Suchenden und Gesuchten waren 2016 Afghanistan, Syrien und Somalia.

Der Suchdienst erfüllt diese Aufgabe an den zentralen Standorten in München und Hamburg und den Suchdiensteinrichtungen der 19 Landesverbände sowie in ca. 300 ehrenamtlichen Kreisauskunftsbüros.

Weitere Informationen

Der Platz vor dem Dienstgebäude am Moabiter Werder
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Alt-Moabit 140
10557 Berlin