Bundesministerium des Inneren

Ein Polizist und eine Polizistin laufen Streife im Bahnhof Quelle: Bundespolizei / Alexandra Stolze
Pressemitteilung · 11.04.2017

Projekt Sicherheitsbahnhof Berlin Südkreuz geht an den Start

Sicherheitsbehörden testen in einem Pilotprojekt Systeme zur Gesichtserkennung

Das Bundesministerium des Innern, die Deutsche Bahn AG, die Bundespolizei und das Bundeskriminalamt haben ihre Pläne hinsichtlich der zukünftigen Zusammenarbeit am Sicherheitsbahnhof konkretisiert: Die behördenübergreifende Projektgruppe hat sich auf die Durchführung von zwei separat zu erprobenden Testszenarien am Bahnhof Berlin Südkreuz verständigt.

In Verantwortung der Sicherheitsbehörden soll ein Test von Systemen zur Gesichtserkennung erfolgen. Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière:
"Der Einsatz von Videoüberwachungsanlagen trägt schon heute zur Aufklärung von Straftaten bei und steigert das Sicherheitsbefinden unserer Bürgerinnen und Bürger. Kameras leisten einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit. Intelligente Gesichtserkennungssysteme könnten zukünftig noch wesentlich bessere Ergebnisse bringen. Technischer Fortschritt darf nicht bei den Sicherheitsbehörden halt machen. Daher testen wir jetzt im Rahmen des Pilotprojektes, was auf Grundlage der aktuellsten Technik möglich ist."

Mehrere Hersteller von Gesichtserkennungssystemen sollen hierfür zeitnah ausgewählt werden. Der Testbeginn ist für das dritte Quartal 2017 vorgesehen und soll einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten betragen. Für den Feldtest werden freiwillige Testpersonen geworben, aus deren Lichtbildern eine Datenbank zum Abgleich erstellt wird. Das Datenschutzkonzept sieht umfassende Hinweise auf den Test, leichte Ausweichmöglichkeiten für Bahnreisende und umfassende Löschpflichten vor.

In einem zweiten, von den Projektpartnern in gemeinsamer Verantwortung durchgeführten Testszenario, soll ein intelligentes Videoanalysesystem für die Behandlung und Auswertung verschiedener Gefahrenszenarios erprobt werden. Dabei sollen unter anderem Gefahrensituationen wie das Erkennen hilfloser Personen oder stehengelassener Gegenstände automatisiert erkannt und die Beobachter alarmiert werden.

Videoüberwachung an deutschen Bahnhöfen
Die DB AG baut in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium des Innern und der Bundespolizei ihre Videoanlagen kontinuierlich aus. Seit Jahresbeginn 2016 ist die Zahl der Bahnhöfe mit Videoüberwachung bis Ende Dezember auf 900 gestiegen. In den Bahnhöfen stieg die Anzahl der Videokameras im gleichen Zeitraum von rund 5.000 auf 6.000 – und damit ebenfalls um 20 Prozent. Insgesamt werden mehr als 80 Prozent der Fahrgastströme im System Bahn erfasst. In rund 50 großen Bahnhöfen werden Bilder live beobachtet. Auch die Bundespolizei kann die Bilder live verfolgen. Zusätzlich hat ausschließlich die Bundespolizei Zugriff auf die aufgezeichneten Videodaten.

Der Platz vor dem Dienstgebäude am Moabiter Werder
Bundesministerium des Innern
Alt-Moabit 140
10557 Berlin