Bundesministerium des Inneren

Pressemitteilung · 20.06.2014

Deutschland übernimmt eine besondere Verantwortung für Flüchtlinge

Am 20. Juni ist Weltflüchtlingstag.

Dazu erklärt Bundesminister Dr. Thomas de Maizière:

"Die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen aufgrund kriegerischer Auseinan-dersetzungen und politischer Verfolgung ist weltweit so hoch wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr. Gerade wir Deutschen wissen, welches menschliche Leid hinter jedem einzelnen Flüchtlingsschicksal steckt, denn wir haben es damals selbst erfahren, und wir haben es anderen Menschen zugefügt. Daraus erwächst eine besondere historische und humanitäre Verantwortung gegenüber Flüchtlingen. Ich freue mich über die von einem breiten gesellschaftlichen Konsens getragene Hilfsbereitschaft in Deutschland.

Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag sowohl bei der Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen und bei der Hilfe vor Ort. Seit den 50er Jahren wurden in Deutschland allein über 400.000 Menschen als Asylberechtigte anerkannt oder erhielten Flüchtlingsschutz. Innerhalb der Europäischen Union nimmt Deutschland heute mit großem Abstand die meisten Asylbewerber auf. Im Jahr 2013 haben 127.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt, das sind fast 30 Prozent aller in der EU gestellten Asylanträge. Von Januar bis Mai 2014 betrug der Anstieg gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum erneut mehr als 60 Prozent, so dass für das gesamte Jahr 2014 mit rund 200.000 Asylanträgen zu rechnen ist.

Die Hilfsbereitschaft in Deutschland ist auch angesichts dieser hohen Zahlen ungebrochen. Dies wird auch auf internationaler Ebene gewürdigt. Das sehen wir am Beispiel Syrien. Deutschlands Unterstützung in der Syrienkrise beläuft sich seit 2012 auf rund 520 Millionen Euro, um den Menschen vor Ort zu helfen. Insgesamt sind von 2011 bis Mai 2014 mehr als 40.000 syrische Staatsbürger nach Deutschland eingereist. Die bundesweite Aufnahme wurde kürzlich auf insgesamt 20.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge verdoppelt. Damit leistet Deutschland europaweit den größten Beitrag, Flüchtlingen aus Syrien eine sichere Zuflucht zu bieten.

Angesichts der unvorstellbaren Dimension der weltweiten Flüchtlingsproblematik und der oft dramatischen Lage der Menschen sind alle Staaten aufgerufen, ihren Beitrag zu leisten. Dies gilt in besonderem Maße für die Mitgliedstaaten der EU. Wir werden zum einen weiter darauf hinwirken, dass Flüchtlinge in Europa, aber auch in der Welt, Schutz finden, vor allem aber müssen Konflikte vor Ort gelöst werden. Zugleich werden darauf achten, dass der Schutz der Flüchtlinge den wirklich Verfolgten gilt und nicht allen, die sich darauf berufen."

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