Bundesministerium des Inneren

Gruppenbild aller Preisträger Quelle: Mike Auerbach
Meldung · Bevölkerungsschutz · 27.11.2017

Helfende Hände ausgezeichnet

Bundesinnenminister de Maizière verleiht Förderpreis für Ehrenamt im Bevölkerungsschutz

"Worüber sich ein Ehrenamtlicher am meisten freut, ist ein Dankeschön", erklärte RBB-Moderator Sascha Hingst zur Eröffnung der diesjährigen Verleihung des Förderpreises "Helfende Hand". Mit diesem Preis wird besonderes ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz ausgezeichnet. Über ein solches Dankschön freuten sich heute etwa 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie alle hofften im BMI auf die goldene Trophäe "Helfende Hand".

Zwar konnte nicht jedes der nominierten Projekte einen der drei 1. Plätze gewinnen. Doch keines der 15 Projekte ging leer aus. Die Auszeichnung sei vor allem ein Ansporn, weiter zu machen und weitere Projekte auf den Weg zu bringen, erklärte einer der Preisträger stellvertretend für die vielen anderen ausgezeichneten Projekte.

Bundesinnenminister de Maizière bei seiner Rede Bundesinnenminister de Maizière bei seiner Rede (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Helfende Hand 2017 Quelle: Mike Auerbach Bundesinnenminister de Maizière lobt das ehrenamtliche Engagement

Viele lobende und anerkennende Worte gab es auch von Bundesinnenminister de Maizière: "Sie stellen sich mit dem, was sie tun, in den Dienst der Gemeinschaft. Sie tun das auf ganz vielfältige Weise. In ganz unterschiedlichen Bereichen. Und mit verschiedenen Aufgaben. Aber alle von Ihnen tun das mit viel Herzblut. Und unter Einsatz ihrer Freizeit, manchmal auch unter Einsatz ihres Lebens. Ihr Herz schlägt für den Bevölkerungsschutz. Dafür möchten wir Ihnen alle heute Danke sagen und sie mit diesem Preis auszeichnen."

Die Auswahl fiel der Jury - wie bereits in den Jahren zuvor - sehr schwer. In einem ersten Schritt mussten die Juroren aus über 150 Bewerbungen 15 Projekte auswählen. Das Spektrum reichte dabei von einer jugendgerechten Social-Media-Kampagne über ein eigeninitiativ saniertes Jugendheim bis hin zu Bodenstickern in Supermärkten, die auf die freiwillige Feuerwehr aufmerksam machen - analog des "Walk of Fame". Alle vereint jedoch das Ziel, das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz zu stärken und attraktiver zu machen. Die 15 Gewinnerprojekte wurden dann ins BMI eingeladen und konnten live vor Ort bei der Siegerehrung mitfiebern.

Nachahmen erwünscht

Wie wichtig dieser Preis ist, betonte Bundesinnenminister de Maizière in seiner Rede: "Der Sinn dieses Preises - den ich vor etlichen Jahren ins Leben gerufen habe - ist, dass wir ihre Arbeit öffentlich machen, dass wir den Preis als Vehikel nehmen, um der Öffentlichkeit zu sagen, was im Ehrenamt im Rettungsdienst, im Bevölkerungsschutz für wunderbare Dienste geleistet werden. Und wir wollen zum Nachahmen anregen. Nicht von alledem was sie tun, ist geheim. Nichts von alledem, unterliegt dem Urheberrecht. Alle dürfen, alle gute Ideen kopieren und umsetzen."

Der Preis sei auch deshalb wichtig, weil er gezielt die Nachwuchsarbeit unterstütze, so der Bundesinnenminister. Er betonte, dass vor allem junge Menschen für ein Ehrenamt im Bevölkerungsschutz gewonnen werden müssten. Nur so können der Bevölkerungsschutz, der Katastrophenschutz und der Rettungsdienst auch in Zukunft stabil gehalten werden.

Ohne frische Ideen gäbe es keine Entwicklung. Diese seien jedoch wichtig, um das vorbildliche Ehrenamtssystem in Deutschland aufrecht zu erhalten. "Die heutigen Preisträger sind Vorbild und hoffentlich auch Anreiz für bereits Aktive und die, die noch aktiv werden wollen. Auf Sie setze ich als Multiplikatoren".

Publikumspreis und Sonderpreis

Der Publikumspreis ging - wie jedes Jahr - aus einer Abstimmung von Bürgerinnen und Bürgern auf der Internetseite der Helfenden Hand hervor. Mit rund ein Drittel der Stimmen konnte das Projekt "Jugendfeuerwehr trifft Industrie" aus dem Rems-Murr-Kreis am meisten punkten. Die Verantwortlichen hatten doppelten Grund zur Freude, da auch die Jury sie für den 1. Platz in der Kategorie "Innovative Konzepte" ausgewählt hatte.

Darüber hinaus wurde in diesem Jahr erstmals ein Sonderpreis an ein Projekt vergeben, das Einsatzkräfte durch eine besonders technisch-innovative Lösung bei Übungen unterstützt. Die Mitglieder des ABC-Zuges München-Land haben das Simulationssystem VirtuRAD entwickelt, mit dem man unter realistischen Bedingungen im Bereich des Strahlenschutzes Einsätze üben kann.

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Preisverleihung Helfende Hand 2017 Dauer: 02:37 Min

Der Förderpreis ist mit insgesamt 40.000 Euro dotiert. Je 8.000 Euro gehen an die ersten Plätze der Kategorien "Nachwuchsarbeit" und "Innovative Konzepte". Die Plätze zwei und drei erhalten jeweils 6.000 Euro und 3.000 Euro. Die Plätze vier und fünf sind mit je 2.000 und 1.000 Euro dotiert. Die Preisträger in der Kategorie "Unterstützung des Ehrenamtes" werden mit einer Trophäe ausgezeichnet. Zusätzlich wurde noch ein Sonderpreis mit einem Preisgeld von 5.000 Euro ausgelobt.

Anerkennung und Motivation schöpfen

Am Rande der Verleihung hatten alle nominierten Projekte Gelegenheit, sich und ihre Arbeit bei einer Ausstellung zu präsentieren. Zusätzlich wurden alle Projekte als Diorama dargestellt - eine Art Miniatur der Projektarbeit. Bei einem Rundgang überzeugte sich neben zahlreichen anderen Gästen unter anderem auch der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Günter Krings von der Vielfältigkeit der Projekte. Neben den Preisträgern nahmen auch hochrangige Vertreter der Hilfsorganisationen in Deutschland an der Preisverleihung teil. Auch die zwei Geschäftsbereichsbehörden des BMI - das THW und das BBK - waren mit ihren Präsidenten bzw. Vizepräsidenten vor Ort.

Damit dient die Preisverleihung "Helfende Hand" nicht nur dazu, Ideen und Projekte im Bevölkerungsschutz auszuzeichnen. Sie bietet auch die Chance, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und zusammen neue Ideen zu entwickeln, die dann vielleicht im nächsten Jahr prämiert werden können. Denn auch das Netzwerken ist ein Ziel der Preisverleihung.