Bundesministerium des Inneren

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière am Stand des BMI Quelle: THW / Kai-Uwe Wärner
Meldung · Gesellschaft & Integration · 03.10.2017

Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Mainz

Gesellschaftlicher Zusammenhalt als prägendes Thema beim Bürgerfest

Das Bundesinnenministerium hat sich zum Tag der Deutschen Einheit auf dem Bürgerfest in Mainz präsentiert. Gemeinsam mit den anderen Bundesressorts war das BMI mit einem Stand im Zelt der Bundesregierung vertreten. "Zusammen sind wir Deutschland" - so lautete das Motto der diesjährigen Feierlichkeiten und berührte damit eines der Kernthemen der zurückliegenden Legislaturperiode des Hauses von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière. Unter dem Projekttitel "gemeinsam" initiiert das BMI Debatten und Maßnahmen, die die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts zum Ziel haben.

Warum der Zusammenhalt für die Gesellschaft so zentral ist und wie sich die Bundesregierung bei diesem Thema positioniert, darüber konnten sich die Besucher des Bürgerfestes auf dem Stand des Bundesinnenministeriums informieren und dabei auch ins Gespräch mit dessen Mitarbeitern kommen. Wer dazu Fragen an Bundesinnenminister de Maizière hatte, konnte sie im auch persönlich stellen. Wie in den Jahren zuvor besuchte der Bundesinnenminister das offizielle Fest zum Nationalfeiertag und suchte dabei auch den Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

Vor dem Gang durch die Festhalle hatte sich der Minister an einer Bühnendiskussion zum Thema Integration und gesellschaftliches Engagement beteiligt. Das Hauptamt müsse das Ehrenamt unterstützen und dürfe es nicht ersticken, so seine These. "In den großen Organisationen hat das Ehrenamt etwas vereinnahmendes, nach dem Motto: Ganz oder gar nicht", sagte der Minister. Gerade für junge Menschen seien solche Vorstellung von Engagement aber oft nicht attraktiv. "Sie wollen nicht ihr Lebenlang in der Freiwilligen Feuerwehr mitmachen oder immer nur Helfer bei den Johannitern oder der Caritas sein." Das Ehrenamt müsse attraktive Angebote für spontanes und kurzfristiges Engagement bereithalten.

Die Flüchtlingsarbeit sei dafür ein gutes Beispiel, auch nachbarschaftliche Initiativen im ganzen Land können niederschwellige Möglichkeiten schaffen, dass Ehrenamtliche ihre Hilfe anbieten können. Das BMI unterschützt die Einrichtungen dabei und fördert beispielsweise bundesweit so genannte gemeinwesenorientierte Projekte für die Integration zugewanderter Menschen. Das Ziel ist etwa die interkulturelle Sensibilisierung und interkulturelle Kompetenz von Zuwanderern und Aufnahmebevölkerung zu verbessern oder Zuwanderern die aktive Partizipation am gesellschaftlichen und politischen Leben zu ermöglichen (seit 2007 bis 2017 mit rd. 75Mio. ). "Förderung ist wichtig, aber Integration muss aus der Mitte der Gesellschaft kommen, damit sie funktioniert", sagte Innenminister de Maizière.

So geschieht es auch in Mainz, wo im September 2016 das Projekt der Caritas "Neue Nachbarn in der Mainzer Neustadt" hinzugekommen ist. Es setzt sich vor Ort mit Alltagsproblemen von Zugewanderten und Flüchtlingen auseinander. Über die Herausforderungen sprach Bundesinnenminister de Maizière mit zwei Teilnehmern aus Syrien sowie der Projektleiterin Kathrin Pohl. So verstehe Pohl die Integration als zweiseitigen Prozess. "Wir wollen Interkulturelle Begegnungen fördern", so Pohl. Das passiert beispielsweise durch gemeinsame Ausflüge oder nachbarschaftliche Treffen; für die baldige Zukunft sei auch ein gemeinsames Musikprogramm geplant. Eine große Hilfe sei, dass sie bei ihren Tätigkeiten von der Einrichtung unterstützt würden, betonten Ehrenamtliche des Mainzer Projekts auf der Bühne.

Neben dem Bühnenprogramm zählte die Blaulichtmeile wieder zu einem der Höhepunkte beim Bürgerfest. Mit der Bundespolizei und dem Technischen Hilfswerk zeigten neben Bundeswehr und Feuerwehr zwei Behörden aus dem Geschäftsbereich des BMI, welche Aufgaben im Alltag oder in Extremsituationen auf sie zukommen. Vor den Augen des Innenministers machte auch die Jugendabteilung des THW auf ihr Können aufmerksam.

Aufgrund der Bundesratspräsidentschaft der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer war Landeshauptstadt Mainz Gastgeber-Stadt des Bürgerfestes 2017. Neben der Bundesregierung sind auch die anderen Verfassungsorgane der Bundesrepublik vertreten. Im nächsten Jahr findet das Bürgerfest in Berlin statt.