Bundesministerium des Inneren

Richterhammer mit einer Handschelle im Hintergrund Quelle: Paul Matthew Photography / shutterstock.com
Meldung · Sicherheit · 02.01.2017

Straftaten durch und gegen Zuwanderer sind rückläufig

Zahlen zu den Auswirkungen der Zuwanderung von Flüchtlingen auf die Kriminalitätslage in Deutschland zwischen Januar und September 2016 veröffentlicht

Das Bundeskriminalamt hat für die ersten drei Quartale im Jahr 2016 Kernaussagen zur Kriminalität im Kontext von Zuwanderung veröffentlicht.

Die Kernaussagen können nachstehend heruntergeladen werden:

Unter anderem lassen sich hieraus folgende Entwicklungstendenzen ablesen: Die Entwicklung der Fallzahlen der durch Zuwanderer begangenen Straftaten war in fast allen Deliktsbereichen tendenziell rückläufig. Von Januar bis September 2016 wurden 214.600 Fälle versuchter und vollendeter Straftaten registriert, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger erfasst wurde. Die überwiegende Mehrheit der Zuwanderer beging keine Straftaten.

Das Bundeskriminalamt erstellt die Lageübersicht "Kriminalität im Kontext von Zuwanderung" gemeinsam mit den Polizeien der Länder. Sie enthält Tendenzaussagen zur Kriminalität durch Zuwanderer, zu Straftaten zum Nachteil von Zuwanderern, zu Straftaten in Erstaufnahmeeinrichtungen und Sammelunterkünften sowie politisch motivierten Straftaten gegen Zuwanderer. Die Aussagen basieren auf Daten aus der laufenden Fallbearbeitung in Bund und Ländern. Die polizeilichen Ermittlungen in den zugrunde liegenden Fällen dauern vielfach noch an. Die Datenbasis ist folglich nicht abschließend und unterliegt fortwährenden Änderungen. Daher können die aktuell dargestellten Fallzahlen nicht zu den Fallzahlen zu den bisher veröffentlichten Kernaussagen ins Verhältnis gesetzt werden.

Die signifikantesten Rückgänge gab es im Bereich der Diebstahlsdelikte sowie der Vermögens- und Fälschungsdelikte – den beiden Schwerpunktdelikten im Kontext von Zuwanderung. Innerhalb der Vermögens- und Fälschungsdelikte handelte es sich vorranging um Fälle von Beförderungserschleichung/Schwarzfahren (60%). Bei den Diebstahlsdelikten dominierte der Ladendiebstahl (64 %).

Auch die Zahl an Straftaten von Zuwanderern gegen Zuwanderer war in fast allen Bereichen rückläufig.

Ebenso ist ein leichter Rückgang der Fälle zu beobachten, in denen Zuwanderer Opfer von Straftaten wurden.

Bei der Anzahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte und Asylbewerber ist seit Februar 2016 ein rückläufiger Trend – allerdings auf insgesamt hohem Niveau feststellbar.

Die Entwicklung und die Auswirkungen der Zuwanderung von Flüchtlingen und Asylbewerbern auf die Kriminalitätslage in Deutschland werden regelmäßig quartalsweise ausgewertet. Die nun veröffentlichten Zahlen ersetzen die vorherigen Angaben für die erste Jahreshälfte des Jahres 2016.

Entwicklung der Flüchtlingszahlen: Insgesamt waren die monatlichen Zuwanderungszahlen von Dezember 2015 bis April 2016 deutlich rückläufig. Seit Mai 2016 ist eine Stagnation auf niedrigem Niveau zu verzeichnen. Während für das Jahr 2015 rund 890.000 Asylsuchende im Kerndatensystem registriert wurden, waren es in den ersten neun Monaten im Jahr 2016 insgesamt 213.000 Personen. Hauptherkunftsstaaten waren nach dem EASY-System weiterhin Syrien, Afghanistan und Irak.