Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

 Prof. Dr. Norbert Lammert, Mohammad Hechyar, Dr. Thomas de Maizière und Dr. Bernd Fabritius bei der Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung
Meldung · Migration · 20.06.2016

"Im Erinnern erkennen wir uns selbst und unser Land"

Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung

Heute gedachte die Bundesregierung im Rahmen einer Feierstunde im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums in Berlin den Opfern von Flucht und Vertreibung.

Die Bundesregierung hatte am 27. August 2014 beschlossen, ab 2015 jährlich am 20. Juni der Opfer von Flucht und Vertreibung, insbesondere auch der deutschen Vertriebenen, zu gedenken. Das Datum 20. Juni wurde mit Bedacht gewählt und knüpft an den Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen an. Mit dem Gedenken wird deutlich gemacht, dass der Wille und die Kraft zu Versöhnung und Neuanfang, der gemeinsame Aufbau und Zusammenhalt in der Gesellschaft das Fundament bilden, auf dem Deutschland heute Menschen aus 190 Nationen eine Heimat bietet.

Nach der Begrüßung durch den Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière, folgten Ansprachen des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Prof. Dr. Norbert Lammert, sowie des ehemaligen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof em. Dr. Robert Zollitsch. Der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Dr. Bernd Fabritius, hielt ein Grußwort.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière bei der Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière bei der Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière bei der Gedenkstunde für die Opfer von Flucht und Vertreibung (Quelle: Henning Schacht)

Allen Beteiligten war es wichtig, die vielfältigen Formen und Ursachen von Vertreibung, gestern wie heute, miteinander zu verknüpfen und dadurch noch mehr ins Bewusstsein zu rücken. Minister de Maizière betonte: "Wer von dem Schicksal der Vertriebenen weiß, bekommt ein Gespür für das, was unserem Land verloren gegangen ist und für das, was Vertriebene und Flüchtlinge unserer Tage erleben. Deshalb ist es wichtig, auch für die Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind, diejenigen, die vermutlich bleiben werden, auf Religiosität, Mentalität und Lebensgefühl zu achten."

Mohammad Hechyar, ein syrischer Flüchtling und THW-Helferanwärter, schilderte mit seinem Erfahrungsbericht sehr anschaulich seine Erlebnisse seit seiner Ankunft in Deutschland und bedankte sich ausdrücklich für die Aufnahme in Deutschland. Er gab aber auch einer Hoffnung Ausdruck: "Natürlich hoffen wir, in unsere syrische Heimat zurückkehren zu können, sobald dort Frieden herrscht. Wir wünschen uns sehr, dann dabei mitzuhelfen, das zerstörte Land wieder aufzubauen. Dabei werden uns die hier gemachten Erfahrungen und erworbenen Kenntnisse sicher zugutekommen."

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkveranstaltung durch das Bundesjugendorchester mit internationalen Gästen.

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