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Fußballspieler von hinten Quelle: Csaba Peterdi / shutterstock.com
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Olympische Spiele und Sport­groß­veranstaltungen

Sportgroßveranstaltungen wie Olympische Spiele, Welt- und Kontinentalmeisterschaften können - wie wenig andere Ereignisse - Nationen nach innen vereinen und nach außen präsentieren Oft sind sie Anstöße für gesellschaftliche Entwicklungen und Veränderungen von Sportsystemen innerhalb eines Landes.

Entscheidend für das Gelingen von Sportgroßveranstaltungen sind eine inhaltliche Idee und eine kommunikative Leitlinie. München 1972 etwa hat bis heute etwas geschaffen, was andere Olympia-Städte nicht vermochten.

Sportlerinnen springen über eine Hürde Sportlerinnen springen über eine Hürde (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Leichtathletik-WM 2009 Quelle: Hans-Joachim Rickel

Hieran will die Bundesregierung anknüpfen und arbeitet an einer langfristigen nationalen Strategie, die einen gesamtgesellschaftlichen Konsens über den Sinn von Sportgroßveranstaltungen herstellen soll. Darüber hinaus sollen Bedingungen für zukünftige Bewerbungen formuliert und Unterstützungsmaßnahmen für nationale Kandidaten festgelegt werden - offen und transparent.

Denn richtig dimensioniert und geplant können Sportgroßveranstaltungen ein Katalysator für den Breiten- und Spitzensport im Ausrichterland sein.

Olympische Spiele

Olympische Spiele sind schon längst kein Sportgroßereignis mehr, um das sich Staaten im erbitterten Konkurrenzkampf beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) bewerben. Das Gegenteil ist der Fall: Die momentane Situation im internationalen Spitzensport ist geprägt von fehlender moralischer Kraft. Die "Marke Olympia" verliert dramatisch an Wert. Die internationalen Verbände leiden, im Wesentlichen selbstverschuldet, an einem schlechten Ansehen und befinden sich in einer schweren Vertrauenskrise. Nach der FIFA gilt dies zunehmend auch für das IOC. Eine immer lauter werdende Kritik an Gigantismus, mangelnder Nachhaltigkeit, ausufernder Korruption oder Menschenrechtsverletzungen untergräbt staatliche und private Anstrengungen, die Bevölkerung vom Mehrwert eines (olympischen) Sportgroßereignisses zu überzeugen. Sicht- und messbare gesellschaftspolitische Verbesserungen durch Sportgroßveranstaltungen müssen aber mehr denn je erkennbar sein, um die Bevölkerung mitzunehmen.

Kleiner, einfacher und transparenter - und das schon mit der Bewerbung. Spitzensport- und Sportgroßveranstaltungen müssen wieder als das erfahrbar sein, was den Kern des Sports und seine identitätsstiftende Funktion für die Gesellschaft ausmacht.

IOC Agenda 2020

Das IOC hat mit der Reform-Agenda 2020 einen Weg eingeschlagen, den es konsequent weiter fortzusetzen gilt. Dazu gehört, dass das IOC deutlich mehr für die Attraktivität von Olympischen Spielen tun muss, um Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen. Ein wichtiger Punkt, dem sich die Bundesregierung verpflichtet fühlt, ist wieder mehr Bescheidenheit mit dem weltgrößten Sportereignis einhergehen zu lassen.

Deutschland wird sich die nächsten Jahre weiter aktiv in den Prozess einbringen, um dazu beizutragen, die Faszination der Olympischen Spiele neu zu beleben.