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Medaille und Dopingspritze Quelle: Fisher Photostudio / shutterstock.com
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Doping­bekämpfung auf inter­nationaler Ebene

Auch auf internationaler Ebene wird Doping entschieden bekämpft. Zu diesem Zweck wurde unter anderem die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegründet. Darüber hinaus gibt es verschiedene Übereinkommen, die auf internationaler Ebene den Rechtsrahmen im Kampf gegen Doping bieten.

Im Jahr 1999 ist die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegründet worden. Die WADA hat durch ihre Regelwerke die Anti-Doping-Regelwerke weltweit vereinheitlicht und leistet damit einen erheblichen Beitrag im internationalen Kampf gegen Doping.

Grundlage der Arbeit der WADA sind insbesondere der World Anti Doping Code (WADC) sowie die von der WADA jährlich aktualisierte Verbotsliste (Prohibited List). Der neue, weiterentwickelte WADC ist am 1. Januar 2015 in Kraft getreten.

Deutschland unterstützt die WADA und damit die internationale Bekämpfung von Doping finanziell mit ca. 750.000 EUR im Jahr.

Übereinkommen des Europarates gegen Doping

Bereits 1989 wurde ein Übereinkommen des Europarates gegen Doping erstellt, das die wesentlichen Eckpfeiler für die Bekämpfung von Doping festlegt.

bunte Tabletten bunte Tabletten (Vergrößerung öffnet sich im neuen Fenster) Tabletten Quelle: PhotoStock10 / shutterstock.com

Um das darin Vereinbarte auch für alle Beteiligten einheitlich praktisch umsetzbar zu machen, wurde am 12. September 2002 ein Zusatzprotokoll verabschiedet. Ziel des Zusatzprotokolls (das für Deutschland 2008 in Kraft trat) ist es, die Wirksamkeit der Dopingkontrollen zu erhöhen. Das Zusatzprotokoll regelt die Anerkennung der Zuständigkeit der WADA und anderer Dopingkontrollorganisationen für die Durchführung von Kontrollen auch außerhalb von Wettkämpfen. Außerdem beinhaltet es ein verbindliches Verfahren, nach dem überprüft wird, ob die Vertragsstaaten das Übereinkommen gegen Doping vereinbarungsgemäß anwenden. Auf diese Weise wird ein hoher Standard für die internationale Dopingbekämpfung erreicht. Zudem wird die internationale Koordinierung zwischen den Vertragsstaaten und der WADA erleichtert. Die Überprüfung der Vertragstreue geschieht im Rahmen der Monitoring Group des Europarates.

Das Internationale Übereinkommen gegen Doping im Sport

Am 1. Februar 2007 ist das Internationale Übereinkommen gegen Doping im Sport in Kraft getreten. Mit Verabschiedung der Konvention haben die Regierungen der UNESCO weltweit vereinbart, das internationale Völkerrecht auf Doping beziehungsweise auf den Bereich Anti-Doping im Sport anzuwenden. Die Konvention dient dazu, die Wirksamkeit des Welt-Anti-Doping-Codes der WADA zu gewährleisten. Da es sich bei diesem Code um ein Dokument einer Nichtregierungsorganisation handelt, ist dieses grundsätzlich nur für Mitglieder von Sportorganisationen gültig. Daher bietet das internationale Übereinkommen für Regierungen einen Rechtsrahmen, unter dem der spezifische Bereiche des Dopingproblems behandeln, die außerhalb des Bereichs der Sportbewegung liegen. Als solche hilft die Konvention, globale Anti-Doping-Regeln und Richtlinien zu formalisieren, um faire Bedingungen für alle Athleten zu schaffen.