Bundesministerium des Inneren

Waffensammlung Quelle: Bundeskriminalamt
Artikel · Sicherheit

Das Natio­nale Waf­fen­regis­ter

Wie viele Schusswaffen gibt es in Deutschland? Wem gehören diese? Wer darf überhaupt eine Waffe tragen? Diese und andere Fragen beantwortet das nationale Waffenregister.

Um den legalen privaten Waffenbesitzes in Deutschland einfacher erfassen zu können, wurde 2013 das Nationale Waffenregister (NWR) in Betrieb genommen. Dieses Register hat sich bewährt und soll nun weiter ausgebaut werden.

Zur Entstehung des Waffenregisters

Die EU hat im Rahmen der EU-Waffenrichtlinie (2008/51/EG) festgelegt, dass der legale private Waffenbesitz in einem zentralen System erfasst werden muss. Im Auftrag der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder (IMK) wurde 2009 eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe Nationales Waffenregister unter Leitung des Bundesministeriums des Innern (BMI) eingerichtet, um dieses Vorhaben umzusetzen.

Bereits zwei Jahre früher als von der EU vorgegeben, konnte das NWR in Deutschland am 01.01.2013 in Betrieb genommen werden.

Das NWR als föderales System

Externer Link: Fachliche Leitstelle Nationales Waffenregister (Öffnet neues Fenster)Logo Nationales Waffenregister

Das NWR ist ein föderales System, das von Bund und Ländern genutzt und gepflegt wird. Es wird durch das Bundesverwaltungsamt als zuständige Registerbehörde betrieben.

Zur fachlichen Beratung und Unterstützung der am NWR beteiligten Stellen wurde gemeinsam von Bund und Ländern eine Fachliche Leitstelle NWR (FL NWR) eingerichtet. Die Fachliche Leistelle ist bei der Behörde für Inneres und Sport in Hamburg angesiedelt. Sie wird gemeinsam von Bund und Ländern finanziert und ist unter anderem für den im NWR etablierten Standard XWaffe verantwortlich.

Zahlreiche Vorteile durch das Waffenregister

Im Waffenregister sind die relevanten Informationen aller deutschen Waffenbehörden erfasst. Gespeichert sind beispielsweise Daten zu erlaubnispflichtigen Waffen in Deutschland. Deren Erwerb und Besitz bedarf einer Erlaubnis. Ebenso werden die Daten von Erwerbern, Besitzern und Überlassern dieser Waffen im NWR gespeichert.

Dazu wurden die Informationen der bundesweit etwa 550 zuständigen örtlichen Waffenbehörden strukturiert aufbereitet und in das NWR überführt. Die Waffenbehörden kommunizieren standardisiert über sichere Verwaltungsnetzte synchron mit der Registerbehörde. Die Daten im NWR sind somit stets aktuell.

Ein weiterer Vorteil des NWR ist die Standardisierung der Daten. Dadurch können bauartidentische Waffen beispielsweise nicht mehr völlig unterschiedlich bezeichnet und gespeichert werden.

Neben den Waffenbehörden können unter anderem auch die Polizeien auf die Daten des NWR zugreifen. Dies erfolgt in der Regel automatisiert. Dadurch stehen den Sicherheitsbehörden rund um die Uhr alle einsatz- oder ermittlungsrelevanten Informationen aus dem NWR zur Verfügung.

Lebenszyklus einer Waffe im NWR II

Das NWR II wird ab 2019 den vollständigen Lebenszyklus einer Waffe abbilden.

Zwischenzeitlich haben die Innenminister von Bund und Ländern den Ausbau des NWR beschlossen. Künftig soll der vollständige Lebenszyklus einer Waffe abgebildet werden. Auch die EU-Feuerwaffenrichtlinie verlangt von den Mitgliedstaaten einen entsprechenden Ausbau der Waffenregister.

Die Umsetzung erfolgt gemeinsam durch Bund und Länder. Sobald der "Lebenszyklus einer Waffe" im Register erfasst wird, kann unter anderem nachvollzogen werden:

  • wann, wo und durch wen eine Waffe hergestellt oder importiert wurde,
  • welche Besitzer die Waffe hatte und
  • wann, wo und durch wen sie vernichtet oder exportiert wurde.

Künftig sollen auch Warenbestände oder Warentransaktionen zwischen Waffenhändlern erfasst werden.

Eine unmittelbare Anbindung von nichtbehördlichen Stellen, wie zum Beispiel Waffenherstellern und -händlern, an das behördliche NWR ist nicht möglich. Deshalb wird der Informationsfluss zum NWR durch eine sogenannte "Kopfstelle" ermöglicht. Hierbei handelt es sich um IT-Drehscheibe zwischen dem eigentlichen Register und den anzubindenden Waffenherstellern- und Händlern. Diese wird vom Datenverarbeitungszentrum Mecklenburg-Vorpommern entwickelt und umgesetzt. Für die Waffenhersteller und -händler wird es geeignete Möglichkeiten zur sicheren Datenübertragung an die Kopfstelle geben. Diese sind auf die individuellen Gegebenheiten abgestimmt.

Deckblatt

Download · 09.08.2017 Der Ausbau des Nationalen Waffenregisters

Die Broschüre informiert über das Vorhaben, den Lebenszyklus einer Waffe abzubilden.

PDF, 2MB, Datei ist nicht barrierefrei

Das NWR und der Ausbau zum NWR II berücksichtigen zudem die Aspekte und Anforderungen, die sich aus der 2017 beschlossenen Anpassung der EU-Feuerwaffenrichtlinie ergeben. Die Arbeiten für das NWR II unter Federführung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe verlaufen planmäßig. Die Inbetriebnahme ist 2019 vorgesehen.

Das Projekt NWR II wird nicht nur gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Es erhält auch eine Ko-Finanzierung aus Mitteln des Fonds für die Innere Sicherheit durch die Europäische Union.