Bundesministerium des Inneren

Reagenzgläser Quelle: luchschen / shutterstock.com
Artikel · Sicherheit

Forschung für die zivile Sicherheit

Gemeinsam mit Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sucht das BMI nach innovativen Lösungen im Bereich der zivilen Sicherheit. Hierzu bringt es sich aktiv in verschiedene Programme zur Sicherheitsforschung ein.

Einen bedeutsamen Beitrag zur Erhöhung der zivilen Sicherheit in Deutschland leistet die Sicherheitsforschung. In den vergangenen Jahren konnte eine Vielzahl innovativer Lösungen entwickelt werden, die die Arbeit der Sicherheitsbehörden und Rettungskräfte erleichtern. Dazu gehören unter anderem Ortungsgeräte zur Rettung verschütteter Menschen und mobile Detektionsgeräte zur Identifizierung und Untersuchung biologischer sowie explosiver Stoffe. Aber auch Computerprogramme als Unterstützung der Notfallvorsorge bei Großveranstaltungen mit erheblichen Personenströmen sind hier entwickelt worden.

Forschungsprogramm des Bundes

Am 25. Januar 2012 hat die Bundesregierung das neue Rahmenprogramm "Forschung für die zivile Sicherheit 2012 bis 2017" beschlossen. Sie knüpft damit an ein bereits seit 2007 laufendes Sicherheitsforschungsprogramm an. An der Fortsetzung des Programms ab 2018 wird derzeit im zuständigen Bundesministerium für Bildung und Forschung gearbeitet.

Das aktuelle Rahmenprogramm der Bundesregierung bindet alle Ministerien ein, die für den Bereich der zivilen Sicherheit und die damit zusammenhängenden Fragen verantwortlich sind. Dieser ressortübergreifende Ansatz erlaubt es, Forschung, Gesetzgebung, Standardsetzung, internationale Kooperation und Beschaffung im Kontext zu betrachten und Verbindungen wie Verknüpfungen zu berücksichtigen.

Die Durchführung wird vom Bundesministerium für Bildung koordiniert. Das BMI beteiligt sich insbesondere durch die Beratung in den Bereichen Kriminalitätsbekämpfung, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz und Schutz Kritischer Infrastrukturen.

Bedarfsorientierte Forschung

Die Geschäftsbereichsbehörden des BMI, insbesondere das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei, die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (ZITiS), das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz sowie das Technische Hilfswerk nehmen regelmäßig als verantwortliche Projektleiter und assoziierte Partner an Forschungsprojekten zur zivilen Sicherheit teil.

Denn ein wichtiges Kennzeichen der Sicherheitsforschung ist die Verknüpfung von Forschung und Wissenschaft mit den Bedürfnissen der Endanwender, wie zum Beispiel der Feuerwehr oder der Polizei. Auf diese Weise richtet sich die Forschung am Bedarf der Behörden mit Schutzaufgaben aus, und die Praxistauglichkeit der entwickelten Lösungen ist sichergestellt.

Sicherheitsforschung auf EU-Ebene

Auf europäischer Ebene wird die Sicherheitsforschung wesentlich durch das EU-Forschungsprogramm "Horizont 2020" für die Jahre 2014-2020 sowie durch den Inneren Sicherheitsfonds "ISF" gefördert. Letzterer stellt sowohl zentral, bei der EU verwaltete Fördertöpfe als auch dezentral, durch die Mitgliedstaaten bewirtschaftete Fördermittel für Forschung und Entwicklung zur Verfügung.

Die sicherheitsbezogenen Fragestellungen reichen dabei von praktischen Problemen, etwa der Verbesserung von Schutzkleidung für die Feuerwehr, bis zu komplexeren Aufgaben. Letztere beschäftigen sich beispielsweise mit der Frage, wie sich die Gesellschaft vor den Folgen von Naturkatastrophen oder terroristischen Angriffen schützen kann.