Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Ein Mann stellt mit Aktenordnern und seinem Körper eine Uhranzeige nach Quelle: Westend61 / GettyImages
Artikel · Öffentlicher Dienst

Arbeitszeit für Beamtinnen und Beamte des Bundes

Ein modernes Arbeitszeitrecht ermöglicht flexibles Arbeiten und sorgt für höhere Zufriedenheit bei den Beamtinnen und Beamten.

Moderne Arbeitszeiten und Arbeitsformen bieten Vorteile für den Dienstherrn, die Bürgerinnen und Bürger sowie auch für die Beamtinnen und Beamten. Sie ermöglichen es:

  • Arbeitsspitzen abzufangen
  • längere Ansprechzeiten für Bürgerinnen und Bürger zu sichern
  • Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern
  • Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verbessern

Das Arbeitszeitrecht der Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten ist in den §§ 87 und 88 Bundesbeamtengesetz (BBG) und der darauf aufbauenden Arbeitszeitverordnung (AZV) geregelt.

Die Vorschriften enthalten unter anderem Vorgaben zum Umfang der wöchentlichen Arbeitszeit, zu Ruhezeiten und Möglichkeiten der Ansparung und Verkürzung der Arbeitszeit.

Nicht für alle Behörden sind die gleichen Maßnahmen geeignet. Deshalb lässt die Arbeitszeitverordnung den Dienststellen einen weiten Gestaltungsspielraum, um die für ihren Aufgabenbereich passenden Regelungen per Dienstvereinbarung zu treffen.

Höhe der wöchentlichen Arbeitszeit

Gemäß § 3 Abs. 1 S. 1 AZV beträgt die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit 41 Stunden.

Schwerbehinderte Beamtinnen und Beamte, Beamtinnen und Beamte, die für ein Kind unter 12 Jahren Kindergeld erhalten und Beamtinnen und Beamte, die nahe Angehörige pflegen, können eine Verkürzung auf 40 Stunden in der Woche beantragen, ohne dass dies Auswirkungen auf die Höhe der Besoldung hat.

Gleitzeit

Bei Einführung der gleitenden Arbeitszeit ist es grundsätzlich möglich, auf Kernarbeits­zeiten zu verzichten und bis zu 24 Gleittage im Jahr zuzulassen. Es ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich, samstags Dienst zu leisten. Ergänzt wird dies durch moderne Arbeitsformen wie mobiles Arbeiten oder Telearbeit.

Teilzeit

Bei Teilzeitbeschäftigung ist grundsätzlich jede beliebige Teilzeitquote bis zur Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit möglich. Müssen Kinder oder pflegebedürftigen Angehörige betreut werden, kommt auch eine Teilzeitquote von weniger als 50 Prozent in Betracht.

Eine besondere Form der Teilzeitbeschäftigung ist die Sabbatregelung. Hierbei wechseln sich Arbeits- und Freistellungsphasen ab. Diese Sonderregelung der Verteilung der Arbeitszeit ist in § 9 Abs. 1 der AZV geregelt. Voraussetzung für dieses Modell ist, dass dienstliche Gründe nicht entgegenstehen. Es sind Arbeitszeitmodelle möglich, bei denen die Freistellung bis zu drei Monate zusammengefasst wird. Liegt die Freistellung am Ende einer Teilzeitbeschäftigung, kann die Freistellungsphase sogar bis zu einem Jahr betragen.

Während der gesamten Dauer dieses Teilzeitmodells wird ein entsprechend der Teilzeitquote gekürztes Gehalt gezahlt. In der Arbeitsphase wird für die Freistellungsphase vor- bzw. nachgearbeitet.

Langzeitkonten

Seit dem 19.12.2014 können die obersten Dienstbehörden im Rahmen eines bis Ende 2020 befristeten Pilotprojektes Arbeitsbereiche zur Erprobung von Langzeitkonten (LZK) bestimmen. Auf Langzeitkonten können durch

  • Erhöhung der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von 41 auf bis zu 44 Stunden,
  • bis zu 10 Tage Erholungsurlaub im Jahr
  • bis zu 40 Stunden dienstlich angeordnete oder genehmigte Mehrarbeit

Arbeitsstunden angespart werden, die zu einem späteren Zeitpunkt durch Freistellung unter Fortzahlung der Besoldung ausgeglichen werden.