Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Besucher in der Kuppel des deutschen Reichstags Quelle: herpens / Getty Images
Artikel · Moderne Verwaltung

Open Government: Offenes Regierungs- und Verwaltungs­handeln

Veränderungen der Verwaltungs­kultur hin zu mehr Transparenz, Kooperation, Partizipation und Rechen­schafts­legung sind notwendig, um den Anforderungen der heutigen Gesellschaft gerecht zu werden.

Der Begriff "Open Government" beschreibt offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln. Open Government zeichnet sich aus durch:

  • Transparenz und Zugang zu Informationen zum Beispiel über Verfahren und Entscheidungen
  • Partizipation etwa in Form von Bürger­dialoge oder Konsultationen
  • Zusammenarbeit zwischen Regierung und Nicht-Regierungs­organisationen, sowie ressort- und ebenenübergreifend
  • Rechenschafts­legung
  • Nutzung neuer Technologien

Die Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) definiert Open Government als Kultur der Regierungs­führung, die – geleitet von den Grundsätzen der Transparenz, Rechenschafts­pflicht und Teilhabe – auf innovativem und nachhaltigem staatlichem Entscheiden und Handeln beruht und damit die Demokratie und integratives Wachstum fördert.

Hintergründe liefert die deutsche Übersetzung des Berichts der OECD "Open Government: Globaler Kontext und Perspektiven für offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln" (2018).

Die digitale Vernetzung vereinfacht den Zugang zu Informationen. Auch die Kosten sind gering. Es entstehen innovative Formen des Austausches und der Zusammenarbeit. Diese gewinnen auch für die öffentliche Verwaltung zunehmend an Relevanz.

Transparenz, das Teilen von Wissen, die Zusammen­arbeit über Organisations­grenzen hinweg und die stärkere Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern schafft Mehrwerte und fördert gegenseitige Lern­prozesse.

Open Government – ein Querschnitts­thema

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Offene Herangehens­weisen zur Bewältigung komplexer gesellschaft­licher und politischer Heraus­forderungen gibt es bereits in verschiedensten Politik­bereichen. Sie können sowohl der Verwaltung helfen bessere Leistungen zu erbringen, als auch deren Teilhabe am politischen Prozess unterstützen. Offenheit kann Vertrauen in Institutionen und Prozesse stärken und Verbesserungs­bedarfe aufzeigen.

Daten und Informationen beispielsweise, die durch Mitarbeiter der Verwaltung und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam genutzt werden, generieren Mehrwert. Dazu gehört, Zusammenhänge zwischen verschiedenen Themengebieten verständlich zu machen und Expertenwissen in gesellschaftliche Diskussionen einzubringen. Gleichzeitig können Fakten ergänzt und, Ideen entwickelt werden. Dadurch gelingt es, Verwaltungsdienstleistungen zu verbessern und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Daten als Rohstoff

Weltweit öffnen Regierungen daher ihre Verwaltungsdaten (Open Data), um dieses Potenzial für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Daten sind ein Rohstoff, der sich zu geringen Kosten vermehren lässt. Auf diese Weise kann er eine günstige Grundlage für die Entwicklung anderer Geschäftsmodelle sein.

Die Open Government Partnership (OGP) spiegelt diese Entwicklung wider. Die OGP-Teilnahme und die Verabschiedung des Open-Data-Gesetzes im Juni 2017 sind wichtige Signale für den angestoßenen Veränderungsprozess in der Verwaltung.