Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Eine Person gibt einer anderen Geld. Im Hintergrund sitzt eine Junge und weint. Quelle: saiyood / Getty Images
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Menschenhandel

Menschenhandel ist als moderne Form der Sklaverei ein weltweites Phänomen. Die Menschenrechte der Betroffenen werden dabei massiv verletzt.

Auch bei uns in Deutschland werden Menschen durch Täuschung und Gewalt in wirtschaftliche Abhängigkeits­verhältnisse gezwungen. Betroffen sind in der Regel Personen, die aus wirtschaftlicher oder sozialer Not ausbeuterische Arbeits­verhältnisse eingehen.

Die Täter sind oft Strukturen der Organisierten Kriminalität zuzurechnen oder stammen aus dem sozialen Umfeld der Opfer. Die meisten Betroffenen werden als Prostituierte ausgebeutet. Viele sind Opfer von Arbeits­ausbeutung zum Beispiel in der Landwirtschaft, in der Gastronomie oder auch in Privathaushalten.

  • Das aktuelle Bundeslagebild Menschenhandel 2015 des Bundeskriminalamtes gibt Auskunft über die Zahl der Ermittlungsverfahren im Bereich des Menschenhandels.

  • 364

    Ermittlungsverfahren im Bereich sexuelle Ausbeutung

  • 13%

    mehr Tatverdächtige als im Vorjahr

  • 573

    Tatverdächtige insgesamt

  • 416

    Opfer insgesamt

  • > 50%

    der Opfer war unter 21 Jahre alt

  • 19

    Ermittlungsverfahren im Bereich Ausbeutung der Arbeitskraft

  • Da häufig Opfer- und/oder Zeugenaussagen fehlen, ist in beiden Deliktsbereichen von einem durchaus hohen Dunkelfeld auszugehen.

Maßnahmen zur Bekämpfung des Menschenhandels

Die Bekämpfung des Menschenhandels und der Ausbeutung von Menschen obliegt grundsätzlich den Bundesländern. Das Bundeskriminalamt unterstützt die Bundesländer in ihrer Arbeit durch nationale Maßnahmen. Dazu gehören:

  • Bereitstellung umfangreicher Informationen und wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema
  • Sonderauswertungen und umfangreiche Ermittlungsverfahren
  • Erarbeitung, Umsetzung und Verbreitung von Konzepten zum Opferschutz und zur Kooperation von Fachberatungsstellen und Polizei
  • Mitarbeit an der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Menschenhandel
  • jährliche Arbeitstagungen sowie umfangreiche Aus- und Fortbildungen

Auch auf internationaler Ebene ist die Prävention und Bekämpfung von Menschenhandel ein wichtiges Thema. Ein wesentlicher Baustein hierbei ist zum Beispiel die bilaterale Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten und den Herkunftsstaaten der Menschenhandelsopfer. Hinzu kommt die multilaterale Zusammenarbeit auf Ebene des Europarates, des Ostseerates, der OSZE und der VN. Darüber hinaus gibt es verschiedene Projekte auf EU-Ebene, an denen sich das BKA beteiligt.