Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Ansicht des Berliner Doms Quelle: Henning Schacht
Artikel · Heimat & Integration

Christliche Kirchen

Die Mehrheit der Bundesbürger gehört einer christlichen Kirche an. Dies hat das Menschenbild und die Wertvorstellungen der Menschen in Deutschland seit Jahrhunderten geprägt.

Die größten christlichen Kirchen in Deutschland sind die katholische Kirche, die evangelische Kirche und die orthodoxe Kirche. Darüber hinaus gibt es eine große Zahl kleiner christlicher Kirchen und Gemeinschaften.

Die gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Bedeutung der christlichen Kirchen wird von der Bundesregierung anerkannt. Sie legt deshalb Wert auf die Einbindung kirchlicher Vertreter bei zahlreichen politischen Fragen, in denen es vor allem um ethische und soziale Themen geht (z.B. Gentechnik oder Asyl- und Ausländerpolitik).

Die christlichen Kirchen sowie ihre Mitglieder beteiligen sich aktiv an den gesellschaftspolitischen Diskussionen in unserer Gesellschaft. Wichtige Foren dafür sind unter anderem die regelmäßig von den Kirchen und ihren Laienorganisationen veranstalteten Kirchentage.

Da religiöse Glaubensüberzeugungen wichtige Quellen für die Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft sind, haben diese Veranstaltungen eine große gesellschaftspolitische Bedeutung. Deshalb fördert die Bundesregierung den Katholikentag sowie den Deutschen Evangelischen Kirchentag. Diese finden alle zwei Jahre im Wechsel statt. Auch die beiden Ökumenischen Kirchentage 2003 und 2010 hat die Bundesregierung finanziell unterstützt.

  • 24 Mill.

    Katholiken

  • 22 Mill.

    Protestanten

  • 1,8 Mill.

    Orthodoxe


Katholische Kirche

Die katholische Kirche in Deutschland ist Teil der römisch-katholischen Weltkirche. Ihr gehören in Deutschland - nach der kirchlichen Statistik 2015 - knapp 24 Millionen Menschen oder 29 Prozent der Gesamtbevölkerung an. Sie besteht aus 27 Bistümern mit rund 11.000 Gemeinden.

Zur besseren Wahrnehmung ihrer gemeinsamen Aufgaben haben sich die Bischöfe in Deutschland zur Deutschen Bischofskonferenz zusammengeschlossen. Nach außen hin wird diese durch ihren gewählten Vorsitzenden repräsentiert. Die Deutsche Bischofskonferenz ist mit ihrem Sekretariat in Bonn ansässig. Das Kommissariat der Deutschen Bischöfe, im Untertitel auch als "Katholisches Büro in Berlin" bezeichnet, ist die Verbindungsstelle der katholischen deutschen Bischöfe zu den Verfassungsorganen in Berlin – Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung.

In enger Verbindung mit der katholischen Kirche haben sich Vertreter katholischer Verbände und Laien im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) zusammengeschlossen. Das ZdK ist auch Initiator und Veranstalter des Deutschen Katholikentages.

Evangelische Kirche

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist ein Zusammenschluss von 20 selbstständigen lutherischen, unierten und reformierten Landeskirchen. Sowohl die EKD als auch die Landeskirchen sind Körperschaften des öffentlichen Rechts. Nach der kirchlichen Statistik 2015 sind rund 22 Millionen Menschen - oder 29 Prozent der deutschen Bevölkerung - Mitglied der evangelischen Kirche.

Die EKD nimmt die Aufgaben, die ihr in der kirchlichen Verfassung übertragen sind, durch ihre Leitungsgremien wahr. Zu den demokratisch verfassten und gewählten Gremien gehören Synode, Rat und Kirchenkonferenz.

Die Synode ist das kirchenleitende und gesetzgebende Gremium der EKD. Sie wird jeweils für die Dauer von sechs Jahren gebildet. Nach der Grundordnung der EKD besteht die 12. Synode aus 120 Mitgliedern. Die Synode tritt in der Regel einmal jährlich zu einer mehrtägigen Sitzung zusammen. Sie wird vom Präsidium geleitet, an deren Spitze der oder die Präses steht.

Der Rat ist das Leitungsgremium der EKD, dem für sechs Jahre 15 Mitgliedern angehören, Von diesen werden 14 gemeinsam von Synode und Kirchenkonferenz gewählt. Der oder die Präses der Synode ist 15. Mitglied kraft Amtes. Aus der Mitte der gewählten Ratsmitglieder bestimmen Synode und Kirchenkonferenz wiederum gemeinsam den Vorsitzenden oder die Vorsitzende des Rates und dessen bzw. deren Stellvertreter oder Stellvertreterin. Die Kirchenkonferenz wird von den Leitungen der 20 Landeskirchen gebildet. Je nach Größe der Landeskirchen haben sie ein oder zwei Stimmen. Die Kirchenkonferenz hat die Aufgabe, den Rat und die Landeskirchen zu beraten. Sie wirkt bei der Gesetzgebung und der Wahl des Rates mit. Vorsitzender der Kirchenkonferenz ist der oder die Ratsvorsitzende der EKD.

Als Ansprechpartner für den Bund (Bundestag, Bundesregierung) und für die Europäische Union (EU) vertritt der Bevollmächtigte des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der EU in Berlin und Brüssel die Interessen der EKD.

Orthodoxe Kirche

Die nach eigenen Angaben rund 1,8 Millionen orthodoxen Christen sind nach den Angehörigen der katholischen und der evangelischen Kirche die drittgrößte christliche Gemeinschaft in Deutschland. Es handelt sich zum größten Teil um Zuwanderer und deren Nachkommen, aus Griechenland, Russland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Georgien und der Ukraine.

Im Februar 2010 haben die orthodoxen Bischöfe einstimmig die Gründung einer "Orthodoxen Bischofskonferenz, Kommission der Orthodoxen Kirche in Deutschland", beschlossen. Ihr gehören die griechisch-, russisch-, serbisch-, rumänisch-, bulgarisch-, und die georgisch-orthodoxe Kirche an.

Die Orthodoxe Bischofskonferenz spricht und handelt einheitlich für alle in Deutschland vertretenen orthodoxen Diözesen. Ihr gehören zehn Diözesan- und sechs Weihbischöfe an. Der Vorsitzende ist der griechisch-orthodoxe Metropolit des Ökumenischen Patriachats. Die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Dortmund.

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