Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Zahlreiche Fallschirmspringer halten sich an den Händen und bilden ein Netz Quelle: GettyImages / Graiki
Artikel · Heimat & Integration

Das Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON

ESPON sammelt raumrelevante Daten für Europa

Eine nachhaltige Entwicklung des europäischen Raums lässt sich nur verwirklichen, wenn man seine Gegebenheiten und Besonderheiten kennt. Ohne zuverlässige Daten können weder Trends abgelesen noch Empfehlungen gemacht werden. Das europäische Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON (European Spatial Planning Observation Network) sammelt daher raumbezogene Daten und stellt diese der europäischen Politik zur Verfügung.

ESPON erhält seine Fördermittel zum Teil aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), zum Teil aus Mitgliedsbeiträgen der teilnehmenden Staaten. Neben allen EU-Ländern sind Island, Lichtenstein, Norwegen und die Schweiz Teile des Netzwerks, das im Jahr 2002 von den Mitgliedsstaaten der EU und der Europäischen Kommission gegründet wurde.

Da sich die Daten einzelner Länder aufgrund verschiedener Indikatoren oder Maßstabsebenen oft nicht hinreichend vergleichen lassen, sammelt ESPON länderübergreifende Daten. Ziel ist es, zusammenhängende Entwicklungen und Trends in Europa zu veranschaulichen.

Das entsprechende Datenmaterial wird von raumwissenschaftlichen Forschungsinstituten in transnationalen Projekten erarbeitet. Innerhalb von fünf Programmprioritäten können Projekte beantragt und durchgeführt werden:

  1. Angewandte Forschung zur räumlichen Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit und Kohäsion: Erkenntnisse über räumliche Trends und Politikwirkungen
  2. Zielgruppenorientierte Analysen auf der Basis von Nutzerbedürfnissen: Entwicklung unterschiedlicher Raumtypen in europäischer Perspektive
  3. Wissenschaftliche Grundlagen und Werkzeuge: vergleichbare regionalstatistische Daten, Analyse-Werkzeuge und wissenschaftliche Unterstützung
  4. Bewusstseinsbildung, Befähigung und Beteiligung: Leistungsfähigkeit, Dialog und Vernetzung
  5. Kommunikation und technische / analytische Hilfestellung

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) schickt eine Vertreterin in das zentrale Monitoring Committee, während das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Regionalforschung (BBSR) die Aufgabe des Contact Points übernimmt. Seit der Förderperiode ab 2014 ist außerdem ein Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit (EVTZ) eingerichtet, der die Fördergelder bündelt und sie im Rahmen von Dienstleistungsaufträgen zentral an die raumwissenschaftlichen Institute verteilt