Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Eine rot-weiße Absperrung mit einem Schild warnt vor Hochwasser Quelle: GettyImages / Axel Bueckert EyeEm
Artikel · Heimat & Integration

MORO Regionalentwicklung und Hochwasserschutz

Planerisch vorbeugender Hochwasserschutz

Die hohen volkswirtschaftlichen Kosten der Hochwasserereignisse an der Elbe in den Jahren 2002 und 2013 und vor allem das menschliche Leid gaben wiederholt Anlass, Hochwasservorsorge und -schutz in den Regionen zu verbessern. Dabei spielen die Landes- und Regionalplanung sowie die wasserwirtschaftliche Fachplanung eine wichtige Rolle.

Das MORO "Regionalentwicklung und Hochwasserschutz in Flussgebieten" beschäftigte sich mit integrierten Strategien von Hochwasserrisikomanagement und Regionalentwicklung. Das ursprüngliche Ziel war, das Zusammenspiel von Regionalplanung, Regionalentwicklung und vorbeugendem Hochwasserschutz im Einzugsgebiet der Elbe zu verbessern. Im Laufe des Projekts wurden die Analysearbeiten auf die Flusseinzugsgebiete von Oder, Donau, Rhein/Maas, Weser und Ems ausgeweitet. Dazu wurden die Raumordnungspläne auf Landesebene sowie nahezu alle Regionalpläne in den deutschen Teilen der genannten Flussgebietseinheiten ausgewertet. Hinzu kommt eine Betrachtung des Küstenschutzes in den Landes- und Regionalplänen der Küstenregionen.

Der planerisch vorbeugende Hochwasserschutz gehört zu den prioritären Zielen der Raumentwicklung. Der Mix aus Risikovermeidungsstrategien, Risikominimierungsstrategien oder Kompensationsstrategien wird aufgrund der föderalen Strukturen länderspezifisch beantwortet. Diese stark variierenden Herangehensweisen, die unterschiedliche Trägerschaft der Regionalplanung sowie die Vielfalt der Akteure in der Regionalentwicklung bedeuten einen hohen Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf bei Planungen im Bereich der Hochwasservorsorge.

Während der Laufzeit des Projekts (April 2015 bis September 2017) ist erkundet worden, inwieweit Risikovermeidungs-, Risikominimierungs- und Kompensationsstrategien zur Anwendung kommen und für die Regionalentwicklung wirksam werden. Expertisen beschäftigten sich im Rahmen von Planspielen und Workshops in den Regionen mit den Themen Siedlungsrückzug und Lastenausgleich sowie Risikokommunikation.

Fallstudienregionen:

  • Altmark
  • Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg
  • Leipzig-Westsachsen
  • Oberes Elbtal / Osterzgebirge

Als unmittelbar auf die Praxis zielendes Ergebnis liegt jetzt als Heft 10 der Publikationsreihe "MORO Praxis" ein "Handbuch zur Ausgestaltung der Hochwasservorsorge in der Raumordnung" vor.