Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Drei Jungs liegen im Fußballtrikot auf einer Wiese Quelle: Marion Vogel
Artikel · Heimat & Integration

Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus

"Fouls von Rechtsaußen stoppen" - das ist das Ziel dieser gemeinsamen Initiative von Sport und Politik.

"Fouls von Rechtsaußen" grenzen Menschen aus, beleidigen und verletzen sie – seelisch ebenso wie körperlich. Und doch gibt es in unserer Gesellschaft Diskriminierungen und Angriffe auf Menschen, nur weil sie anderer Herkunft sind, anders glauben, anders aussehen oder anders leben.

Auch der Sport ist davon betroffen. Sport ist in Deutschland Freizeitbeschäftigung Nr.1.- insgesamt gibt es ca. 91.000 Vereine. Neben den tausenden Ehrenamtlichen, die sich in vorbildlicher Weise engagieren, gibt es leider auch Rechtsextreme, die Vereine für ihre Zwecke nutzen wollen. Bundesweit ist rund die Hälfte aller 16- bis 25-Jährigen in Sportvereinen aktiv. Das macht Vereine für Rechtsextremisten interessant.

Um hiergegen erfolgreich vorzugehen ist ein gemeinsames, vernetztes Handeln nötig. Ziel ist es, sowohl vorbeugend tätig zu werden, als auch bei Problemen sofort zu reagieren.

Sport und Politik haben deshalb im Januar 2011 die gemeinsame Initiative "Foul von Rechtsaußen – Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus" gestartet.

Träger der Initiative: Sport und Politik

Träger der Initiative sind:

  • der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB)
  • die Deutsche Sportjugend (dsj)
  • der Deutsche Fussball-Bund (DFB)
  • die Landessportbünde
  • das Bundesministerium des Innern (BMI)
  • das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
  • die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration
  • die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)
  • das Bündnis für Demokratie und Toleranz
  • die Sportministerkonferenz (SMK)
  • der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB)

Ziele der Initiative: Positionierung, Problemlösung, Prävention

Die Initiative gibt Sportvereinen die Chance, etwas gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu tun. Ein offenes Vereinsklima, das frei von Diskriminierung ist, nützt auch den Vereinen selbst, denn es ist die Basis für ein faires Miteinander im Sport und im Vereinsleben.

Maßnahmen innerhalb eines Vereines

Sportvereine haben viele Möglichkeiten aktiv zu werden - und können auch mit geringen finanziellen und personellen Mitteln etwas bewirken. Sie können in ihrem öffentlichen Auftritt und in ihren Satzungen deutlich machen, dass sie keinerlei Diskriminierung und Ausgrenzung dulden. Rassistische oder diskriminierende Vorfälle können und sollen sie benennen und dagegen vorgehen, statt wegzusehen oder sie zu verharmlosen. Durch engagierte Vereinsarbeit können sie außerdem Kindern und Jugendlichen vorleben und vermitteln, wie wichtig Respekt, Toleranz, Anerkennung und die Achtung der Menschenwürde sind.

Die Initiative will die Sportvereine hierbei unterstützen. Unter anderem trägt sie dazu bei, dass es flächendeckend Ansprechpartner und Unterstützungsangebote gibt - und ermutigt zu deren Nutzung. Zu diesem Zweck wurde ein Beratungsnetzwerk gegründet, in dem alle Träger der Initiative und weitere Experten zusammengeschlossen sind. Dessen Arbeit liegt ein Handlungskonzept mit Empfehlungen zugrunde, die nun umgesetzt werden sollen.

Dabei geht es insbesondere um dreierlei:

  • Vereine für Versuche rechtsextremistischer Einflussnahme und Unterwanderung sensibilisieren
  • Sportvereine und Sportverbände motivieren, aktiv zu werden gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung
  • präventive Möglichkeiten, vor allem in der Jugendarbeit, nutzen.

Handlungsempfehlungen des Konzepts

Wichtige im Handlungskonzept enthaltene Maßnahmen, die teilweise bereits umgesetzt wurden, sind u. a.:

  • Aufbau einer Internetplattform, um Sportverbänden, Vereinen und deren Mitgliedern umfassende Informationen über Rechtsextremismus und seine Bekämpfung auf einfachem Wege und sportspezifisch zugänglich zu machen: www.sport-mit-courage.de und für Jugendliche: www.mach-den-unterschied.de (aus dem Förderprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundesinnenministeriums)
  • Benennung von Ansprechpartnern für das Thema in allen Landessportbünden und Sportfachverbänden und idealerweise in den Sportvereinen
  • Verbandsinterne Beratungsstrukturen
  • Vernetzung mit externen Beratungs- und Coaching-Angeboten
  • Schulungen für Ansprechpartner und sonstigen Multiplikatoren, die insbesondere in die Landessportjugenden und Sportfachverbände hinein für weitergehende Sensibilisierung sorgen
  • ergänzende Lehrgänge / Fortbildungsbausteine im Rahmen der Übungsleiter- /und Traineraus- und –weiterbildung
  • Die Schaffung eines "Gütesiegels" für Vereine, um eine klare Positionierung der Vereine gegen Rechtsextremismus zu erreichen.

Das Handlungskonzept, sowie nähere Informationen zur Initiative und die Materialien, die begleitend zur Initiative gemacht wurden, finden Sie hier.

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