Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Großvater, Sohn und Enkel am See Quelle: Tom Merton / GettyImages
Artikel · Gesellschaft & Integration

Demografiepolitik - Die Demografiestrategie der Bundesregierung

Der demografische Wandel verändert Deutschland so tiefgreifend wie kaum eine andere gesellschaftliche Entwicklung. Die Alterung der Bevölkerung, deren wachsende Heterogenität und das Nebeneinander von Wachstum und Bevölkerungsverlust einzelner Regionen sind die zentralen Merkmale des demografischen Wandels in Deutschland. Daraus ergibt sich eine Vielzahl von Herausforderungen auf verschiedenen Handlungsfeldern, denen sich die Bundesregierung stellt.

Erfreulicherweise leben wir länger, sind gesünder und mobiler als alle Generationen vor uns. Gleichzeitig haben wir weniger Kinder als früher. Die Geburtenzahl in Deutschland ist im Vergleich zu anderen europäischen Ländern auf einem niedrigen Niveau. Wie sich die Bevölkerungszahl zukünftig entwickeln wird, ist auch vor dem Hintergrund des Migrationsgeschehens schwer einzuschätzen. Die Herausforderungen durch den demografischen Wandel werden mit dem ab Mitte der 2020er Jahre zu erwartenden Ausscheiden der geburtenstarken Jahrgänge aus dem Erwerbsleben weiter zunehmen.

Zwar trägt die Zuwanderung der letzten Jahre zu einer Stabilisierung der Bevölkerungszahl in Deutschland bei. Sie wird die Alterung der Bevölkerung aber nicht wesentlich abschwächen.

Demografiepolitische Bilanz

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat Anfang 2017 die demografiepolitische Bilanz der Bundesregierung zum Ende der 18. Legislaturperiode "Jedes Alter zählt – Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen" vorgelegt. Sie nimmt Bezug auf die aktuellen Entwicklungen und zeigt die Vielzahl und die große Bandbreite der Maßnahmen auf, die die Bundesregierung zur Gestaltung des demografischen Wandels im Rahmen ihrer Demografiestrategie ergriffen hat. Dabei knüpft die Bilanz an die im April 2012 erstmals beschlossene und im Jahr 2015 weiterentwickelte Demografiestrategie mit ihren dort definierten Zielen an.

Demografiepolitische Bilanz für die 18. Legislaturperiode

Download · 01.02.2017 Demografiepolitische Bilanz der Bundesregierung

Jedes Alter zählt "Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen"

(70 Seiten, Stand: Februar 2017)

PDF, 4MB, Datei ist barrierefrei⁄barrierearm

"Jedes Alter zählt"

Die Demografiestrategie ist die Grundlage für den von der Bundesregierung geführten ressort- und ebenenübergreifenden Dialogprozess zur Gestaltung des demografischen Wandels. Sie befasst sich mit allen Handlungsfeldern, die für die politische Gestaltung des demografischen Wandels wichtig sind. Die Demografiestrategie formuliert für diese Handlungsfelder konkrete Ziele und zeigt Maßnahmen zu deren Verwirklichung auf.

Strategische Ziele

Mit ihrer Demografiestrategie will die Bundesregierung

  • das wirtschaftliche Wachstumspotenzial stärken
  • den sozialen und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern
  • die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in den Regionen fördern
  • solide Finanzen gewährleisten - für die Handlungsfähigkeit des Staates und die Verlässlichkeit der sozialen Sicherungssysteme

Ressort- und ebenenübergreifender Ansatz

Die Gestaltung des demografischen Wandels kann nur durch gemeinsames Handeln aller gesellschaftlichen Kräfte gelingen. Zu diesem Zweck hat die Bundesregierung einen langfristig angelegten, ressort- und ebenenübergreifenden Dialogprozess aufgesetzt und die wichtigsten Akteure eingebunden. In diesem Prozess beteiligen sich Vertreterinnen und Vertreter der Länder und Kommunen, der Sozialpartner und Verbände, der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in zehn Arbeitsgruppen.

Sichtbare Höhepunkte des Dialogprozesses

Die Demografiegipfel- und Kongresse bilden die zentralen Foren für den Dialogprozess. Auf den regelmäßig durchgeführten Veranstaltungen werden die unterschiedlichen Ebenen und Initiativen zur Gestaltung des demografischen Wandels zusammengeführt. Ergebnisse der Ressorts und Arbeitsgruppen werden dort vorgestellt.