Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Hinweisschild Einsatz Quelle: Philipp Schinz/THW
Artikel · Bevölkerungsschutz

Orga­nisa­tion des Krisen­managements

Die Bewältigung von Katastrophen und das Krisenmanagement liegen in Deutschland in der Verantwortung der Länder. Der Bund berät, koordiniert und unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten mit eigenen Ressourcen.

Der Bund unterstützt die Länder bei der Gefahrenabwehr und bei der Bewältigung außergewöhnlicher Gefahren- und Schadenlagen. Er koordiniert, informiert, berät und stellt eigene Ressourcen bereit.

Vor allem die Behörden im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums (BMI) unterstützen die Länder im Einsatz mit Technik, Expertise und anderen Leistungen.

Unterstützungsleistungen des Bundes
BundespolizeiPolizeikräfte, Polizeihubschrauber, Einsatzboote, Politeitaucher, Entschärfer, technische Fachkräfte
BundeskriminalamtErmittlungsunterstützung, Fahndung
Technisches HilfswerkEhrenamtliche Helfer, technische Fachgruppen
Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Gemeinsames Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Länder zum Informationsaustausch (GMLZ)

Das GMLZ wird gemeinsam von Bund und Länder betrieben. Es ist Auge und Ohr für alle Lagen im Bereich des Bevölkerungsschutzes.

Organisation des Krisen­manage­ments in Deutschland

Alle Ressorts haben Krisenstäbe vorbereitet. Ein Krisenstab ist eine besondere Form der Stabsarbeit von Personen, die bei Gefahren- und Schadenlagen staatliche Hilfsmaßnahmen koordinieren.

Stabsarbeit meint ein abgestimmtes und eingeübtes Vorgehen einer feststehenden Anzahl von Beteiligten, Dies umfasst beispielsweise bestimmte Melde- und Kommunikationswege oder auch Befehlsketten. Die Stabsarbeit wird regelmäßig geübt.

Im Bundesministerium des Innern tagt regelmäßig ein Arbeitskreis, um die Qualität des Krisenmanagements zu sichern und Standards zu entwickeln. Das BMI koordiniert das Krisenmanagement für alle Ressorts.

Für besondere Fälle von Gefahren- oder Schadenlagen sind bereits spezielle Formen der Zusammenarbeit vereinbart.

Gemeinsame Krisen­stäbe für gravierende Lagen

Zu den gravierenden Gefahren- oder Schadenlagen gehören beispielsweise Straftaten mit radioaktiven Stoffen. Hierfür hat das BMI mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau- und Reaktorsicherheit einen gemeinsamen Krisenstab vereinbart.

Im Fall einer Pandemie, wenn sich eine Krankheit massenhaft über Länder oder sogar Kontinente hinweg verbreitet, hat das BMI mit dem Bundesgesundheitsministerium einen gemeinsamen Krisenstab vorgesehen. Gleiches gilt für bioterroristische Lagen, also Anschläge, bei denen biologische Waffen verwendet werden.

Beide Kooperationsvereinbarungen bieten die Möglichkeit, alle beim Bund denkbaren Handlungsoptionen zu nutzen. Das heißt, dass dann alle den jeweiligen Ministerien zur Verfügung stehenden Maßnahmen kombiniert und abgestimmt werden.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Um für den Ernstfall vorbereit zu sein, stellt der Bund das eigene System des Krisenmanagements alle zwei Jahre auf die Probe. Dazu hat der Bund mit den Ländern vereinbart, eine besondere Übung durchzuführen.

Bei der Übungsreihe "Länderübergreifende Krisenmanagement Übung - Exercise" (LÜKEX) handelt es sich um eine ressort- und länderübergreifende Krisenmanagementübung. Sie bietet allen Partnern die Chance, ihre Abläufe, Fähigkeiten, Reaktionen an einem Beispiel konkret einzuüben.