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Artikel · Bevölkerungsschutz

Die Rolle der Verein­ten Nationen in humanitären Not­lagen

Humanitäre Hilfe beinhaltet Maßnahmen, die dem Schutz und der Versorgung von Menschen in einer Notlage dienen. Sie geht über die Erstversorgung und die Rettung aus der unmittelbaren Gefahrensituation hinaus.
Hier kommen die Vereinten Nationen ins Spiel.

Schutz und Versorgung von Menschen in Notlagen ist ein zentrales Thema der Vereinten Nationen. Ihre Aufgabe besteht vor allem darin die Humanitäre Hilfe bei Naturkatastrophen, bewaffneten Konflikten oder aber auch durch politische Veränderungen hervorgerufene Notlagen zu koordinieren.

Hierzu haben sie auf Beschluss der Vollversammlung ein eigenes Büro eingerichtet: Das "United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs" (UNOCHA). Es hat einen Sitz in New York und in Genf.

Sobald in einer Region humanitäre Hilfe geleistet werden muss, nehmen die Vereinten Nationen Kontakt mit den Ministerien für Auswärtiges, in Deutschland mit dem Auswärtigen Amt, auf. Im Ausland leistet Deutschland humanitäre Hilfe durch etablierte Hilfeorganisationen wie das Deutsche Rote Kreuz beziehungsweise durch das Technische Hilfswerk.

Auswirkungen von Katastrophen reduzieren

Im Jahr 2015 haben sich die Staaten der Vereinten Nationen im japanischen Sendai auf ein gemeinsames Rahmenwerk geeinigt. Mit diesem wollen sie bis zum Jahr 2030 die Risiken für und Auswirkungen von Katastrophen weltweit deutlich reduzieren.

Gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteuren aus anderen Bundesministerien, den Ländern, Kommunen, Rettungs- und Hilfsorganisationen, der Privatwirtschaft, der Wissenschaft und der Forschung setzen sich das BMI und das BBK dafür ein, für Deutschland die vereinbarten Ziele des sogenannten "Sendai-Rahmenwerks" zu erreichen.
Dazu gehört:

  1. Weltweite Sterblichkeit infolge von Katastrophen verringern
  2. Zahl der weltweit von Katastrophen betroffenen Menschen minimieren
  3. Direkt durch Katastrophen verursachte wirtschaftliche Verluste senken
  4. Katastrophenbedingte Schäden an kritischen Infrastrukturen, unter anderem durch Erhöhung von Resilienz, reduzieren
  5. Anzahl der Länder, die über nationale und lokale Strategien zur Katastrophenvorsorge verfügen, steigern
  6. Internationale Zusammenarbeit für die Entwicklungsländer verstärken
  7. Verfügbarkeit von gefahrenübergreifenden Frühwarnsystemen erhöhen

In Deutschland können wir hierzu auf das bereits bestehende umfassende Bevölkerungsschutzsystem aufbauen. Viele Aspekte des Sendai-Rahmenwerks können in den bestehenden Strukturen erfüllt werden. Das Sendai-Rahmenwerk dient jedoch als Anlass, die bestehenden Verfahren der Katastrophenvorsorge zu überprüfen und gegebenenfalls neue Herangehensweisen zu erarbeiten. Dadurch kann auch das deutsche System weiter optimiert werden.