Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

THW-Ausbilder erklärt seinem tunesischen Kollegen, wie er ein Gerät bedient Quelle: Rolf Schmitz / THW
Artikel · Bevölkerungsschutz

Bila­terale Zusammen­arbeit

Gegenseitige Hilfeleistung und Unterstützung im Bedarfsfall, Erfahrungsaustausch sowie die gemeinsame Durchführung von Übungen und Ausbildungen: Das sind die Kernelemente einer erfolgreichen bilateralen Zusammenarbeit im Bevölkerungsschutz.

Deutschland arbeitet im Bereich des Bevölkerungsschutzes auf allen Ebenen sowohl mit seinen Nachbarn als auch mit vielen anderen Ländern bilateral zusammen.

Der Bund, aber auch Länder und Kommunen, schließen mit den ausländischen Partnern zu diesem Zweck gemeinsame Absichtserklärungen, Vereinbarungen oder Verträge ab. Damit können die Partner auf beiden Seiten ihre jeweilige Kooperation individuell ausgestalten.

Zusammen­arbeit in der Praxis

Die Zusammenarbeit in der Praxis umfasst folgende Aspekte:

1. Erfahrungs­austausch

Im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit erfolgt in der Regel ein Austausch von:

  • Informationen
  • gesammelte Erfahrungen und Erkenntnisse (Lessons Learned)
  • Erfolgsmodelle und Methoden (Best Practice)

Gemeinsame Workshops und Übungen sind ebenfalls Bestandteil der Zusammenarbeit. Hinzu kommen gemeinsame Ausbildungsveranstaltungen oder der Austausch von Dozenten.

2. Unter­stützung im Erns­tfall

Wenn ein Land von Katastrophen oder schweren Unglücksfällen betroffen ist, unterstützt der Bund mit den Einsatzkräften des Technischen Hilfswerkes (THW) die Arbeit vor Ort. Voraussetzung hierfür ist, dass diese Hilfeleistung vereinbart und akzeptiert ist.

3. Kooperations­projekte

In einigen Fällen hilft Deutschland dabei den Bevölkerungsschutz eines Partners zu stärken. Ein Beispiel für ein solches bilaterales Unterstützungsprojekt, ist die Kooperation mit Tunesien.

Seit 2012 unterstützen das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und das THW im Auftrag des BMI die tunesischen Behörden beim Aufbau eines modernen Bevölkerungsschutzes. Finanziert wird das Projekt durch das Auswärtige Amt.

Schwerpunkte des Projektes sind der Aufbau von ehrenamtlichen Katastrophenschutzeinheiten sowie die Schaffung eines ressortübergreifenden Krisenmanagements durch entsprechende Ausbildung. Darüber hinaus stellt Deutschland Fahrzeuge und Spezialausstattung bereit, die unter anderem bereits erfolgreich bei der Waldbrandbekämpfung eingesetzt wurden.

Ziel des Projektes ist, die Zivilgesellschaft widerstandsfähig gegen Notfälle zu machen.

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Website des THW.