Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Skyline mit Symbolen für Konnektivität Quelle: Rainer Puster/Getty Images
Artikel · Bauen

Smart Cities: Stadtentwicklung im digitalen Zeitalter

Der Begriff "Smart Cities" steht für die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene.

Die Technologien entwickeln sich rasant weiter, Unternehmen und Menschen setzen sie weltweit immer häufiger und vielfältiger ein, und die Menschen erwarten auch, dass Städte und Gemeinden sich diese neuen Möglichkeiten zunutze machen.

In manchen Bereichen zeigen sich bereits räumliche Auswirkungen. Etwa durch den Online-Handel in weniger attraktiven Zentren und Stadtteilen. Bei anderen sind die Wirkungen noch offen. Führt Digitalisierung zu mehr Ressourcen-Effizienz? Werden wirklich neue, verträglichere Produktionsformen möglich? Wie sieht zukünftig der Arbeitsalltag aus, wie unser privater Alltag, welche Kompetenzen brauchen wir?

Dialogplattform Smart Cities

Zur Auseinandersetzung mit diesen und anderen Fragen, zur Identifikation von Chancen und Risiken der Digitalisierung auf kommunaler Ebene hat die Bundesregierung auf Beschluss des Staatssekretärsausschusses für nachhaltige Entwicklung 2016 die Dialogplattform Smart Cities eingerichtet. Die Dialogplattform fördert den nationalen und internationalen Austausch zu stadtentwicklungspolitischen Fragen der Digitalisierung.

In der Dialogplattform diskutieren rund 70 nationale Experten aus Städten, Kreisen und Gemeinden, der kommunalen Spitzenverbände, verschiedener Bundesressorts, der Städtebauministerien der Länder, von Wissenschaftsorganisationen, Wirtschafts-, Sozial- und Fachverbänden sowie der Zivilgesellschaft.

Mit der Smart City Charta legte die Dialogplattform 2017 Leitlinien und Empfehlungen vor, wie die digitale Transformation in den Kommunen nachhaltig und im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung gestaltet werden kann. Die Dialogplattform begleitet nun die Umsetzung und Fortentwicklung der Smart City Charta.

Smart City Charta

Mit der Smart City Charta fordert die Dialogplattform Smart Cities, die Digitalisierung nicht einfach geschehen zu lassen, sondern aktiv im Sinne der nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung zu gestalten. Die Dialogplattform ist überzeugt, dass Digitalisierung nicht automatisch zu besserem Verwaltungshandeln, zu einer besseren Infrastruktur – zum Beispiel einem nachhaltigeren, zugänglicheren und preisgünstigeren Stadtverkehr – oder höherer Energieeffizienz führt. Digitalisierung wird nicht von alleine die lokale Wirtschaft stärken, Innovation fördern, Bildung verbessern oder Inklusion erleichtern, Teilhabe und demokratische Partizipation stärken und unsere Kommunen lebenswerter machen.

Die Digitalisierung in den Städten und Gemeinden muss deshalb nicht nur aktiv genutzt, sondern zielgerichtet gestaltet und gesteuert werden. Dazu beschreibt die Smart City Charta ein normatives Bild einer intelligenten, zukunftsorientierten Kommune. Sie knüpft damit nicht nur an die Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt, sondern auch an die New Urban Agenda (NUA) der Vereinten Nationen an.

Smart City Charta Leitlinien zur Smart City Charta

Smart City Charta Dauer: 1:07

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Forschungscluster Smart Cities

Die Bunderegierung hat im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) das Forschungscluster Smart Cities ins Leben gerufen, um die Digitalisierung auf ihren spezifischen Zusammenhang mit der Stadtentwicklung zu untersuchen.

Das Forschungscluster Smart Cities zielt darauf, die Auswirkungen der Digitalisierung der Gesellschaft auf die Stadtentwicklung zu verstehen, Methoden und Instrumente aus der Digitalisierungs- und Big-Data-Forschung für die Stadtentwicklung nutzbar zu machen, Handlungsfelder der Stadtentwicklungspolitik mit dem Wissen zur Digitalisierung neu zu denken und zusammen mit Praxispartnern aus Städten und Gemeinden sowie der Wirtschaft Empfehlungen zu erarbeiten, die den Kommunen auf ihren Wegen in Richtung digitaler Stadt der Zukunft helfen können.

Neben den Themen Urban Governance, Stadtökonomie, Big Data und Digitale Spaltung werden Fragen des Stadtverkehrs, des Onlinehandels, der E-Partizipation sowie neue Formen der Wissensgewinnung und -verarbeitung analysiert. Ergebnisse der Studien fließen auch in die Diskussionen der Dialogplattform Smart Cities ein.