Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat

Fragezeichen und Glühbirne auf blauem Hintergrund Quelle: Fotovika / shutterstock
Artikel

Lexikon

Wichtige Begriffe kurz erläutert

Hier finden Sie - nach Schlagworten sortiert - Kurzinformationen rund um die vielfältigen Themen des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat.

CIGEPS

CIGEPS (Comité intergouvernemental d' éducation physique et du sport de l'UNESCO) ist der zwischenstaatliche Ausschuss für Körpererziehung und Sport der UNESCO (United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization) und das einzige weltweite Organ auf Regierungsebene, das sich mit Angelegenheiten des Sports befasst. Im Vordergrund seiner Aktivitäten steht der Abbau der Unterschiede im Bereich des Sports zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Der Aussschuß bereitet das regelmäßig stattfindende "Weltsportministertreffen der UNESCO" (MINEPS) vor.

CIREFI

CIREFI ist das Informations-, Reflektions- und Austauschzentrum der Europäischen Union (EU) für Fragen im Zusammenhang mit der Überschreitung der Außengrenzen der Staaten der EU und der Zuwanderung. Es ist das Instrument der EU für die Sammlung, Analyse und den Austausch von Erkenntnissen auf dem Gebiet der unerlaubten Zuwanderung und Schleuserkriminalität. Neben Vertretern der politischen Ebene der zuständigen Ministerien treffen sich regelmäßig auch Fachleute der Grenzpolizeien und Immigrationsbehörden der Mitgliedstaaten. Innerhalb des CIREFI wurde ein System zum Austausch statistischer Daten über die oben aufgeführten Themen eingerichtet, das die Grundlage für strategische Analysen zur Eindämmung der illegalen Zuwanderung bildet.

Common Assessment Framework

Das Gemeinsame Europäische Qualitätsbewertungssystem (CAF, auf englisch: Common Assessment Framework) ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der für die öffentliche Verwaltung zuständigen Minister der Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Auf Ersuchen der Generaldirektoren in diesem Bereich hat die Innovative Public Service Group (IPSG) die neue Version des CAF entwickelt.

Mit dem CAF wird den öffentlichen Verwaltungen in Europa ein Instrument an die Hand gegeben, das sie dabei unterstützt, Qualitäts-management-methoden zur Leistungs- und Effizienz-steigerung zu nutzen. Das CAF bietet einen einfachen und leicht handhabbaren Rahmen, um eine Selbstbewertung in Organisationen des öffentlichen Sektors durchzuführen.

Das CAF verfolgt vier Hauptziele:

  • Es soll die Merkmale öffentlicher Verwaltungen erfassen
  • Es soll als Instrument für öffentliche Verwaltungen dienen, die die Leistung ihrer Organisation verbessern wollen
  • Es soll als Bindeglied zwischen den verschiedenen in Nutzung befindlichen Qualitätsmanagement-Methoden und -Modellen dienen, indem es einen gewissen Grad der Vergleichbarkeit der Ergebnis sicherstellt
  • Es soll Leistungsvergleiche (Benchmarking) zwischen Organisationen des öffentlichen Sektors unterstützen

Das CAF ist für die Anwendung in allen öffentlichen Verwaltungen, sowohl auf Bundesebene als auch auf Landes- und kommunaler Ebene, entwickelt worden. Es lässt sich unter den unterschiedlichsten Bedingungen anwenden, z. B. als Teil eines systematischen Reformprogramms oder als Grundlage für Verbesserungs-maßnahmen in Organisationen des öffentlichen Dienstes. In einigen Fällen und insbesondere in sehr großen Organisationen kann die Selbstbewertung auch nur in Teilbereichen der Organisation, z. B. einer ausgewählten Abteilung oder einem Referat, durchgeführt werden.

Cyberkriminalität

Unter Cyberkriminalität (englisch: Cybercrime) versteht man ganz allgemein Straftaten, die unter Ausnutzung von Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) oder gegen diese begangen werden. Das sind:

  • alle Straftaten, bei denen Elemente der IKT in den Tatbestandsmerkmalen enthalten sind (Computerkriminalität) oder bei denen die IKT zur Planung, Vorbereitung oder Ausführung einer Tat eingesetzt wird/wurde,
  • Straftaten im Zusammenhang mit Datennetzen wie z.B. dem Internet und
  • Fälle der Bedrohung von Informationstechnik. Dies schließt alle widerrechtlichen Handlungen gegen die Integrität, Verfügbarkeit und Authentizität von elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeicherten oder übermittelten Daten (Hacking, Computersabotage, Datenveränderung, Missbrauch von Telekommunikationsmitteln etc.) ein.

Cyberkriminalität ist ein wachsendes globales Kriminalitätsphänomen, dessen Besonderheit darin besteht, dass die Täter nahezu von jedem Ort der Welt aus agieren und ihre Spuren relativ gut verschleiern können. Nicht nur die Zahl der betroffenen Computer und Smartphones steigt, sondern auch die Professionalität der Täter. Einerseits wird weiterhin versucht, mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Computer mit entsprechender Schadsoftware zu infizieren, um z.B. Kontodaten und Passwörter zu stehlen. Andererseits gibt es jedoch auch immer mehr sehr gut vorbereitete Cyberangriffe auf ausgewählte Ziele, wobei das Schadenspotenzial für die Betroffenen erheblich größer ist. In Deutschland sind zunächst die Landeskriminalämter und, auf Bundesebene sowie in koordinierender Funktion als Zentralstelle, das Bundeskriminalamt für die Strafverfolgung und Bekämpfung von Cyberkriminalität zuständig. Da jedoch kein Land dieses grenzüberschreitende Problem für sich alleine lösen kann, ist eine gute internationale Zusammenarbeit notwendig. Hierbei spielt insbesondere das European CyberCrime Centre (EC3) bei Europol eine zunehmend wichtige Rolle. Auch Interpol setzt am neuen Standort in Singapur einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Cyberkriminalität. Zu kriminalitätsvorbeugenden Maßnahmen berät das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf seiner Webseite www.bsi-fuer-buerger.de.

Cyberterrorismus

Der internationale Terrorismus ist nach wie vor eine große Bedrohung für die Freiheit und die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik Deutschland. Terroristen zielen darauf ab, durch Anschläge Angst und Schrecken zu verbreiten. Doch auch das Internet können Terroristen als Waffe benutzen, also mit Hilfe von Internet-Technologien Angriffe auf Computersysteme verüben. Denkbar ist ein solcher Cyberterrorismus z.B. in Form von Cyber-Attacken gegen IT-gesteuerte kritische Infrastrukturen wie beispielsweise die Elektrizitäts- oder Trinkwasserversorgung, Verkehrsleitsysteme oder die Flugsicherung. Derartige Szenarien sind für Terroristen attraktiv, da hohe Opferzahlen und Schäden wahrscheinlich sind.

Daneben sind Cyber-Attacken denkbar, die hohe wirtschaftliche Schäden zur Folge haben. Viele Terrororganisationen verfolgen letzten Endes auch das Ziel, die Wirtschaftskraft nachhaltig zu schwächen. Durch Cyber-Attacken gegen große Wirtschaftsunternehmen oder Börsen können hohe wirtschaftliche Schäden entstehen.

Grundsätzlich ist auch für die Bundesrepublik Deutschland von einer Gefährdung durch Cyberterrorismus auszugehen. Einzukalkulieren ist, dass erfolgreiche „Cyber-Waffen“ wie Stuxnet, deren Konzeption äußerst kompliziert und kostspielig ist und gegenwärtig wohl nur von Staaten geleistet werden kann, künftig (z.B. über das Internet) auch von Privatpersonen erworben werden können.

Der beste Schutz gegen Cyberterrorismus ist der Schutz wichtiger Systeme gegen solche Attacken. Dafür ist es unbedingt notwendig, entsprechende Softwarelücken fortlaufend zu entdecken und zu schließen. Diese Aufgabe wird in Deutschland durch das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie das Nationale Cyber-Abwehrzentrum (Cyber-AZ) wahrgenommen. In diesem Verbund arbeiten sowohl die Sicherheitsbehörden des Bundes (BKA, BPOL, ZKA, BND und BfV) als auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dem der Schutz kritischer Infrastrukturen obliegt, zusammen.