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Deutsche Islam Konferenz

Mit der Eröffnung der DIK am 27. September 2006 ist der erste institutionalisierte Dialog zwischen Vertretern des deutschen Staates und Vertretern der Muslime in Deutschland entstanden.


Arbeitsprogramm der Deutschen Islam Konferenz (DIK)

Die Bundesregierung misst der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in unserem Land und in diesem Zusammenhang dem Dialog mit den Muslimen große Bedeutung bei.

Praxisnahe Ausrichtung der DIK in der zweiten Phase

"Muslime in Deutschland - deutsche Muslime" - dieses Motto der Deutschen Islam Konferenz (DIK) bringt eines der Ziele auf den Punkt: Muslime in Deutschland sollen sich als Teil der deutschen Gesellschaft verstehen und von dieser auch so verstanden werden. Mit diesem Ziel hat das Bundesministerium des Innern am 27. September 2006 die Deutsche Islam Konferenz einberufen. Erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist damit ein gesamtstaatlicher Rahmen für einen langfristig angelegten Dialog mit den in Deutschland lebenden Muslimen geschaffen worden.

Die bessere institutionelle und gesellschaftliche Integration der Muslime in die deutsche Gesellschaft ist das zentrale Anliegen der Deutschen Islam Konferenz. Das umfasst Fragen der strukturellen Integration wie die Förderung der institutionalisierten Kooperation zwischen dem deutschem Staat und Muslimen auf der Grundlage des deutschen Religionsverfassungsrechts, also z.B. die schrittweise Etablierung von islamischem Religionsunterricht an Schulen und von islamisch-theologischen Lehrangeboten an Universitäten oder die öffentliche Aus- und Fortbildung von Imamen.

Zugleich ist die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Deutschland Hauptthema der DIK. Hier geht es vor allem um die Etablierung und Vertiefung eines auf dem Grundgesetz basierenden Wertekonsenses und die Prävention von Extremismus und gesellschaftlicher Polarisierung.

In der ersten Phase der DIK war es notwendig, theoretische Handlungsgrundlagen zu schaffen. Viele Themen wurden deshalb abstrakt erörtert. Nach Abschluss dieser Phase ist der Schwerpunkt der DIK nun, die konkrete Teilhabe der Muslime in Deutschland zu stärken. Aufbauend auf den bisher erreichten Ergebnissen ist die Deutsche Islam Konferenz in der zweiten Phase stärker praktisch ausgerichtet. Das spiegelt sich auch in der Struktur wider. So ist die DIK jetzt noch stärker mit Ländern und Kommunen verzahnt.

Struktur der DIK in ihrer zweiten Phase

Höchstes Organ der DIK ist ein auf Ministerebene jährlich tagendes Plenum als politisches Steuerungsinstrument und Impulsgeber. Unterhalb des Plenums arbeitet ein einheitlicher Vorbereitungsausschuss, der personell und thematisch flexible Projektgruppen einsetzen kann.

Zusammensetzung des Plenums:

Das Plenum setzt sich paritätisch aus staatlichen Vertretern und muslimischen Mitgliedern der DIK zusammen. Jeweils 16 staatliche und muslimische Vertreter sowie der Bundesminister des Innern als Gastgeber sind Mitglied im Plenum.

Staatliche Seite

Vor dem Hintergrund, dass die Länder für viele die DIK betreffende Bereiche zuständig sind und praktische Integration sich vor allem auch auf der Ebene der Kommunen vollzieht, sind die für die DIK maßgeblichen Länderfachministerkonferenzen sowie beispielhafte Kommunen einbezogen.

Bund (6):

Bundesministerium des Innern

Bundeskanzleramt

Integrationsbeauftragte des Bundes

Auswärtiges Amt

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Länder (6):

Innenministerkonferenz mit 3 Vertretern

Kultusministerkonferenz mit 2 Vertretern

Integrationsministerkonferenz mit 1 Vertreter

Kommunen (5):

Nürnberg

Duisburg

Göttingen

Bergkamen

Landkreis Konstanz

Die an der DIK teilnehmenden beispielhaften Kommunen stehen zum einen für Ballungsräume, in denen der Großteil der Muslime Deutschlands lebt, aber auch für mittelgroße Kommunen. Kommunen aus den östlichen Ländern kamen nicht in Betracht, da 98% der Muslime Deutschlands in den westlichen (alten) Ländern einschließlich Berlin leben.

Muslimische Seite

Die Deutsche Islam Konferenz ist nicht die Vertretung der Muslime Deutschlands, sondern die zentrale Plattform des deutschen Staates für den Dialog mit Muslimen in Deutschland. Laut bundesweit repräsentativer DIK-Studie "Muslimisches Leben in Deutschland" (MLD, BAMF 2009) fühlen sich ca. ein Viertel der ungefähr vier Millionen Muslime in Deutschland von den bisher an der DIK teilnehmenden islamischen Dach- und Spitzenverbänden vertreten, also ca. eine Million Muslime. Die Besetzung des Plenums soll die Vielfalt des muslimischen Lebens in Deutschland insgesamt widerspiegeln. Deshalb sind auch säkulare, verbandskritische Muslime vertreten. Die Beteiligung von Dach- und Spitzenverbänden sowie muslimischen Einzelpersonen steht in einem Verhältnis von ca. einem Drittel zu ca. zwei Dritteln im Plenum der DIK.

Für die zweite Phase der DIK wurden zehn neue muslimische Einzelpersonen berufen. Praktische Erfahrung in den in der DIK zu behandelnden Themen war neben der Berücksichtigung der Vielfalt der Muslime und ihrer religionspolitischen Positionierungen das Kriterium ihrer Auswahl.

Dach- und Spitzenverbände von Muslimen (7 Vertreter*):

Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (DITIB)

Verband Islamischer Kulturzentren e. V. (VIKZ)

Alevitische Gemeinde Deutschland e. V. (AABF)

Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland e. V. (IGBD)

Zentralrat der Marokkaner in Deutschland e. V. (ZMaD)

Türkische Gemeinde Deutschland (TGD)

(Die TGD ist kein islamischer Dach- oder Spitzenverband. Mit der Einbeziehung der TGD sollen insbesondere türkisch-stämmige laizistische (säkulare) Muslime Deutschlands - über die Einzelpersonen im Plenum der DIK hinaus - repräsentiert werden.)

* Zentralrat der Muslime in Deutschland e. V. (ZMD): Der Verband hat bis auf weiteres auf seine Teilnahme an der DIK verzichtet.

Hinweis: Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland e. V. (IRD): Die Mitgliedschaft des IRD sollte aufgrund von Ermittlungsverfahren gegen führende Mitglieder der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), der größten Mitgliedsorganisation des IRD, bis auf weiteres suspendiert werden. Dies hat der Islamrat abgelehnt und auf eine ruhende Mitgliedschaft verzichtet.

Muslimische Einzelpersonen (10 Vertreter):

Herr Hamed Abdel-Samad (Politologe und Schriftsteller)

Herr Bernd Ridwan Bauknecht (Religionslehrer)

Frau Gönül Halat-Mec (Rechtsanwältin)

Frau Dr. Armina Omerika (Islamwissenschaftlerin)

Herr Prof. Dr. Bülent Ucar (Professor für Islamische Religionspädagogik)

Herr Turgut Yüksel (Dipl.-Soziologe)

Frau Tuba Isik-Yigit (Doktorandin im Fach Theologie und Religionswissenschaften)

Herr Abdelmalik Hibaoui (Imam)

Frau Sineb El Masrar (Herausgeberin und Chefredakteurin einer Frauenzeitschrift)

Frau Hamideh Mohagheghi (Theologin).

Letzte Änderung: 05.04.2011

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