Deutsche Islam Konferenz
4. Plenumssitzung der Deutschen Islam Konferenz
Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel
Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten vor allem durch Zuwanderer aus muslimisch geprägten Herkunftsstaaten religiös und kulturell vielfältiger geworden. Mittlerweile leben in Deutschland ca. vier Millionen Muslime, das sind ungefähr fünf Prozent der Bevölkerung. Knapp die Hälfte von ihnen hat bereits die deutsche Staatsangehörigkeit.
Das Bundesministerium des Innern hatte die DIK am 27. September 2006 ins Leben gerufen und damit erstmals einen gesamtstaatlichen Rahmen für den Dialog zwischen dem deutschen Staat und den Muslimen in Deutschland geschaffen. Ein Stück des Weges ist bereits zurückgelegt, das Ziel ist aber noch nicht erreicht. Denn der Dialogprozess der Islamkonferenz ist naturgemäß nach drei Jahren nicht an seinem Ende angelangt.
Der Koalitionsvertrag der 17. Legislaturperiode formuliert es so: "Die Deutsche Islam Konferenz (DIK) hat dazu geführt, dass neben einem den religiösen Gemeinschaften vorbehaltenen interreligiösen Dialog ein Prozess der Annäherung muslimischer Bevölkerungsteile Deutschlands an das deutsche Religionsverfassungsrecht begonnen hat. Diesen Prozess gilt es zu befördern und daher wollen wir die DIK als wichtigstes Forum zwischen dem deutschen Staat und den in Deutschland lebenden Muslimen fortsetzen."
Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière sagte anlässlich der Haushaltsrede vor dem Deutschen Bundestag: "Die Deutsche Islam Konferenz ist das wichtigste Dialogforum von deutschem Staat und Vertretern der hier lebenden Muslime. Ich werde sie fortsetzen und vertiefen. Muslime in Deutschland sollen sich als Teil der deutschen Gesellschaft verstehen und sollen von dieser auch so verstanden werden. Dies setzt nicht nur die theoretische Bejahung, sondern auch die praktische Bereitschaft voraus, das Grundgesetz wirklich zu leben. Ich möchte deshalb die zweite Stufe der deutschen Islamkonferenz, deren theoretische Grundlegung ‑ zu Recht ‑ abschließend erfolgt ist, praktischer machen, und zwar in drei Punkten: erstens in allem rund um die Themen Religionsunterricht sowie Religionslehrer- und Imamausbildung, zweitens bei der Gleichbehandlung von Mann und Frau, insbesondere von Jungen und Mädchen, sowie drittens in der Debatte über friedlichen Islam und gewalttätigen Islamismus. Diese drei Punkte sind richtig und wichtig. Gerade in der Debatte über den dritten Punkt können und wollen wir helfen. Aber die Haupttrennlinie zwischen dem friedlichen Islam und dem gewalttätigen Islamismus muss der Islam selbst ziehen."
Das Bundesministerium des Innern hat am 8. März 2010 die Planungen zur Fortsetzung der Deutschen Islam Konferenz (DIK) mit den zur Teilnahme eingeladenen Verbänden in einem ausführlichen Gespräch erörtert. Die vom BMI dargelegte Neuausrichtung der DIK auf stärkeren Praxisbezug und die damit verbundenen inhaltlichen Schwerpunkte sind im Wesentlichen auf allseitige Zustimmung gestoßen. Das Bundesinnenministerium sieht damit eine gute Grundlage, dass die Verbände DITIB, ZMD und VIKZ auch in dieser Legislaturperiode an der DIK teilnehmen können.
Das Leitmotiv der Deutschen Islam Konferenz "Muslime in Deutschland - deutsche Muslime" umschreibt die Herausforderung sehr treffend: Wie kann es gelingen - vor dem Hintergrund zahlreicher, zum Teil auch wachsender Gegensätze und daraus resultierender Spannungen in der Gesellschaft - das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern?
Letzte Änderung: 12.03.2010

