LÜKEX 09/10: Bund und Länder üben Krisenmanagement
Auch in diesem Jahr findet eine länderübergreifende Krisenmanagementübung (LÜKEX) statt. An der Übung am 27. und 28. Januar 2010 nehmen alle Bundesländer teil, wobei Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein als "Kernübungsländer" besonders intensiv eingebunden sind. Thema der LÜKEX 09/10 ist die Auseinandersetzung mit terroristischen Bedrohungen. Das Übungsszenario beschreibt mehrere terroristische Anschlagsdrohungen und Anschläge sowohl mit konventionellen Sprengstoffen als auch mit chemischen und radioaktiven Stoffen.
Aufgrund des diesjährigen Übungsszenarios wird LÜKEX 09/10 in gemeinsamer Federführung mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vorbereitet und durchgeführt. Ebenfalls in die Übung einbezogen sind neben den Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern weitere Fachbehörden, insbesondere das Bundesamt für Strahlenschutz. Weitere Beteiligte sind die Bundeswehr, private Hilfsorganisationen sowie Verbände und Unternehmen der Wirtschaft. Insgesamt werden bundesweit etwa 3.000 Personen an LÜKEX 09/10 teilnehmen. Die Gesamtleitung nimmt der Sicherheitsstaatssekretär im Bundesministerium des Innern, Klaus-Dieter Fritsche, im Einvernehmen mit den entsprechenden Entscheidungsträgern der Länder wahr.
Hierzu erklärt Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière:
"Wir haben in Deutschland gerade im Zusammenspiel von Bund, Ländern und privaten Hilfsorganisationen ein leistungsstarkes System zum Schutz der hier lebenden Menschen. Dieser Schutz wird in Deutschland durch die Polizei aber auch durch die Feuerwehr und das THW unter Einsatz vieler ehrenamtlicher Leistungsträger täglich praktiziert und geübt. Länderübergreifende Großschadenslagen sind glücklicherweise seltene Ereignisse. Um jedoch gerade in einem solchen Fall gut vorbereitet zu sein, muss die Zusammenarbeit von Bund und Ländern für solche Ausnahmesituationen regelmäßig geübt werden. Nur so können wir im Ernstfall den bestmöglichen Schutz für unsere Bevölkerung gewährleisten. Dies gilt für die Stäbe von Bund und Ländern genauso wie für die Einsatzkräfte vor Ort, unabhängig davon, ob es sich um den Schutz vor Hochwasser, Pandemien oder terroristischer Bedrohung handelt."
LÜKEX steht für "Länderübergreifende Krisenmanagementübung/Exercise" und ist eine gemeinsame Stabsrahmenübung des Bundes und der Länder. Ziel der Übung ist es, das enge Zusammenwirken der für das Krisenmanagement zuständigen Ressorts bei Bund und Ländern zu optimieren. Schwerpunkte der Übung bilden die gesamtstaatliche Lagebeurteilung auf der Basis polizeilicher und nichtpolizeilicher Erkenntnisse sowie abgestimmte Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes, der Gefahrenabwehr und Strafverfolgung. Dabei werden das bundesweite Informations- und Ressourcenmanagement, Fragen der Krisenkommunikation und sozialpsychologische Aspekte der Krisenbewältigung besonders berücksichtigt.
Mit der LÜKEX 09/10 wird bereits die vierte länder- und ressortübergreifende Krisenmanagementübung durchgeführt. Die Übungsserie leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der gesamtstaatlichen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung und zur Optimierung der Verfahren und Mechanismen in der Krisenreaktion im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland.
Im Auftrag des Bundesministeriums des Inneren und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mit der bei seiner Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr-Ahrweiler eingerichteten "Projektgruppe LÜKEX" die Übung seit mehr als einem Jahr gemeinsam mit allen Beteiligten vorbereitet. Das BBK wird die Durchführung der Übung steuern und überwachen.
- Erscheinungsdatum
- 15.01.2010

