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"Integration bewegt"

In diesen Tagen ist in Deutschland viel von der integrierenden Kraft des Sports die Rede. Aufgrund der Tatsache, dass elf von 23 Fußballern der deutschen Nationalmannschaft einen sogenannten "Migrationshintergrund" haben, ist das nur verständlich. Aber Fußball ist - trotz der aktuellen Begeisterung über die deutsche Nationalelf - nicht alles und auch nicht allein der Königsweg der Integration. Über den Sport hinausweisende Integrationsprojekte wurden im Rahmen der Aktionswochen der Initiative "Integration gemeinsam schaffen" in ganz Deutschland präsentiert. Der Träger der Initiative, der Verein Christlich-Muslimische Friedensinitiative e.V. (cm-fi), hatte das Motto der Aktionswochen "Integration bewegt" bewusst sportlich gewählt, was zeigt, dass es ohne Fußball zurzeit auch nicht geht.

Mit einer Festveranstaltung, an der auch Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière teilnahm, wurden die Aktionswochen der cm-fi am 29. Juni beendet.

Im Rahmen der Veranstaltung Im Foyer des ZDF-Hauptstadtstudios wurden die Preisträger des diesjährigen Plakatwettbewerbs der cm-fi ausgezeichnet. Außerdem zeigten kurze Einspielfilme die eindrucksvolle Arbeit der verschiedenen Projekte, die sich in den vergangenen Aktionswochen präsentiert hatten.

In seiner Festrede lobte der Innenminister das Engagement der Initiative und betonte, wie wichtig bürgerschaftliche Aktivitäten für Staat und Gesellschaf t sind: "Integration ist eine gesamtstaatliche Aufgabe. Der Staat kann zwar einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Integration leisten, aber ohne das Engagement der Bürgergesellschaft ist kein Staat zu machen." Dabei stehe die Christlich-Muslimische Friedensinitiative als Beispiel für gelungene Integrationsprojekte, wobei Integration ein dauernder Prozess sei, der nicht abgeschlossen werden könne, sagte de Maizière in Berlin.

Ausdrücklich forderte de Maizière die Kirchen in Deutschland auf, den Dialog mit den Muslimen nicht allein dem Staat zu überlassen: "Der natürliche Ansprechpartner für religiöse und theologische Fragen sind die Kirchen. Wo ist Gesprächsplattform für solche Fragen? Der Dialog wird nicht gelingen, wenn allein Staat und Muslime miteinander reden."

Integration verlange tatkräftiges Handeln: "Wir müssen weg von den Phrasen 'Man müsste etwas tun…' hin zu aktiven Vorsätzen 'Ich werde heute etwas beginnen", forderte Bundesminister de Maizière die Menschen auf.

Dabei darf auch Integration durchaus konfliktbehaftet sein. "Aus Integration, die durch Konflikte entsteht, weil man um Positionen gerungen, wo man sich einigen musste, entsteht ein gutes Gefühl bei allen Beteiligten, gemeinsam etwas erreicht zu haben. Und das geht oft tiefer als vielleicht falsch verstandene Harmonie, die Zweifelsfall nicht trägt."

Datum
29.06.2010
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