Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble auf dem Fachkongress Bildungscontrolling: "Dienstliche Fortbildung an internationalen Standards orientieren"
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble erklärte in einer programmatischen Rede zur Modernisierung der dienstlichen Fortbildung:
"Der öffentliche Dienst steht vor großen Aufgaben; unser Land befindet sich mitten in einem rasanten Wandel, der nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche erfasst und der sich in den nächsten Jahren mit großer Dynamik fortsetzen wird. Globalisierung, demographischer Wandel, immer schnellere technische Entwicklungen bei gleichzeitiger Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung beschreiben unsere komplexe Problemlage. Der öffentliche Dienst wird den steigenden Anforderungen und den hohen Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger nur gerecht werden können, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach einer gründlichen und umfassenden Ausbildung zu lebenslanger Fortbildung bereit und in der Lage sind. Dabei müssen wir uns auch in der Fortbildung an europa- und weltweit anerkannten Standards und Zertifizierungsverfahren orientieren. In der Zukunft wollen wir wieder eine Vorreiterrolle im Bildungsbereich spielen und selbst die internationalen Standards setzen."
In zehn Leitsätzen gab Bundesminister Schäuble eine grundlegende Orientierung für die Zukunft der dienstlichen Fortbildung. Schäuble forderte u.a., die Fortbildung müsse
- einen deutlichen Schwerpunkt auf die Vermittlung der internationalen, insbesondere europäischen Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten legen,
- die in der heutigen Zeit für staatliches Handeln sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene unerlässliche Governance-Kompetenz stärker fördern,
- den Ausbau von E-Government unterstützen,
- insgesamt der allseits anerkannten Notwendigkeit lebenslangen Lernens Rahmen und Ziele setzen.
Auch müsse die Fortbildung das informelle Lernen am Arbeitsplatz unterstützen und verstärkt E-Learning einsetzen. Grundlage einer zielführenden Fortbildungssteuerung müsse die enge Verzahnung der Personalentwicklung mit den strategischen Behördenzielen sein.
Zuvor hatte Staatssekretär Johann Hahlen, Bundesministerium des Innern, betont, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die wichtigste Ressource des öffentlichen Dienstes sind und ihre kontinuierliche Fortbildung unverzichtbare Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung ist. Erste empirische Ergebnisse einer umfassenden Bestandsaufnahme der Fortbildungsarbeit in der Bundesverwaltung ließen erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten erkennen.
Staatssekretär Hahlen erklärte dazu:
"Die dienstliche Fortbildung muss in Zukunft ihre Intransparenz verlieren, ihre Zersplitterung überwinden und sich aus ihrer Unverbindlichkeit befreien. Jede Behörde braucht ein klares Fortbildungskonzept. Fortbildung ist ein unverzichtbares Element der Personalentwicklung und eine hervorragende Führungsaufgabe. Jede einzelne Führungskraft ist für die Fortbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflicht."
Er forderte u.a.
- ein einheitliches Bildungsportal, um allen Beschäftigten das gesamte Angebot der Fortbildungseinrichtungen des Bundes zugänglich zu machen und
- eine ressortübergreifende Steuerungs- und Koordinierungsstelle für die Fortbildung, angesiedelt bei der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung.
Aus der Perspektive des Bildungscontrollings sollte aus seiner Sicht jede Behörde ein jährliches Fortbildungsbarometer als statistische Basis für die Gewinnung und Überprüfung von Fortbildungszielen erstellen.
Hahlen machte deutlich, dass es nicht um Kosteneinsparungen geht, sondern dass Qualität, Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Fortbildung als Ziele im Vordergrund stehen.
- Erscheinungsdatum
- 05.10.2007

