"Schule trifft BMI" – Nachwuchssportler contra Doping
+ Zu Gast an der Flatow-Oberschule
Quelle: BMI/Hans-Joachim M. Rickel
Zur dritten Veranstaltung der Reihe "Schule trifft BMI" war der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium des Innern, Dr. Christoph Bergner, am 23. Juni 2009 zu Besuch in der Flatow-Oberschule in Berlin-Köpenick.
Die Flatow-Oberschule ist eine von bundesweit knapp 40 "Eliteschulen des Sports". Dieses Prädikat vergibt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und versteht darunter Schulen, "die im kooperativen Verbund von Leistungssport, Schule und Wohnen Bedingungen gewährleisten, damit talentierte Nachwuchsathleten sich auf künftige Spitzenleistungen im Sport bei Wahrung ihrer schulischen Bildungschancen vorbereiten können."
Über 30 Schülerinnen und Schüler, vor allem Spitzenathleten aus dem Kanu- und Rudersport sowie dem Fußball, diskutierten mehr als 90 Minuten mit dem Parlamentarischen Staatssekretär. Bergner umriss eingangs die Aufgabe des Innenministeriums als Sportministerium und betonte die wichtige Rolle des Hauses im Kampf gegen Doping: "Das Bundesministerium des Innern hat eine zentrale Verantwortung für den Anti-Doping-Kampf, gerade was die Durchsetzung der Interessen der deutschen Sportler und Verbände auf internationaler Ebene betrifft."
Außerdem unterstützt das Ministerium die Verbände auf nationaler Ebene, ein eigenes Institutionengefüge im Kampf für einen sauberen Sport aufzubauen. Sichtbarstes Zeichen ist die Einrichtung der Nationalen Doping Agentur (NADA). Aber auch die Kürzung von Fördermitteln des BMI für vom Doping betroffene Sportverbände sei ein probates Mittel, um Chancengleichheit im sportlichen Wettkampf herzustellen. Bergner: "Sport und Politik müssen hier in Zukunft, wie bisher auch, gut zusammenarbeiten, um weiter Erfolge zu erzielen."
In der sich anschließenden lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass sich die nachwachsende Sportlergeneration ganz selbstverständlich mit dem Thema Doping und seinen Gefahren auseinandersetzt und Dopingbekämpfung im Bewusstsein der künftigen Spitzensportler fest verankert ist. Der aufgeschlossene Umgang mit Dopingkontrollen wurde aus dem Bericht eines "Betroffenen" deutlich: "Im Prinzip ist das kurz und schmerzlos. Die Kontrollen finde ich einfach gut!"
Aber was passiert, wenn Athleten des Dopings überführt werden? Welche Strafen sind angemessen? Ein Teilnehmer warf die Frage auf, warum ertappte Doping-Täter nicht gleich lebenslang gesperrt werden. Staatssekretär Christoph Bergner wies an diesem Punkt auf die Grundsätze der deutschen Rechtsprechung hin: "Wir wollen Fairness zugestehen. Einem erwischten Doper sollte auch die Möglichkeit zu neuen Einsichten und Erkenntnissen eingeräumt werden, um in einer zweiten Chance nach der Sperre beweisen zu können, dass er für einen sauberen Sport eintritt."
Diskutiert wurde auch darüber, wie man sich als Sportler verhalten sollte, wenn man vermeintliche oder echte Doping-Mittel angeboten bekommt. Oft sei es schwierig, in einer solchen Situation die richtige Entscheidung zu treffen. Die Vertrauensleute der NADA, die es für die einzelnen Disziplinen gibt, seien hierfür eine gute Einrichtung.
Zum Abschluss der lebhaften Runde äußerten die Schüler noch ihre Anregungen für zukünftige Aufgabe der Sport-Politik. So halten sie eine frühe Aufklärung über die Gefahren des Doping bereits in der Grundschule für sinnvoll und wünschen sich einen fairen Umgang der Medien und der Gesellschaft mit den Athletinnen und Athleten. Sie spüren die bedenkliche Entwicklung, dass eine herausgehobene sportliche Leistung gleich von vielen Seiten in Frage gestellt wird: "Dieser Generalverdacht ist ärgerlich und nicht immer motivierend!"
Bergner: "Ich stimme Ihnen zu und betone, dass bewundernswerte sportliche Leistungen auch die vollbringen, die es nicht ganz aufs Siegertreppchen schaffen. Diese Einsicht muss sich in den Medien und der Gesellschaft noch mehr durchsetzen."
- Datum
- 23.06.2009





