Demografie Artikel 01.02.2011 Zukunft der Daseinsvorsorge
Der demografische Wandel hat Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Da die bestehenden Trends des Rückgangs und der Alterung der Bevölkerung in absehbarer Zeit nicht umkehrbar sind, geht es vor allem um frühzeitige Weichenstellungen, die einen erfolgreichen Umgang mit den Folgen des demografischen Wandels erlauben. Für den Erhalt eines lebenswerten Umfelds insbesondere auch außerhalb der städtischen Zentren ist eine am regionalen Bedarf orientierte Neuorganisation der technischen und sozialen Daseinsvorsorge erforderlich. Wirtschaft, Sozialpartner, Gesellschaft und Politik sind hier gemeinsam gefordert.
Als Pilotprojekt einer übergreifenden Demografiestrategie der Bundesregierung erarbeitet der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer gemeinsam mit den ostdeutschen Ländern ein Handlungskonzept zur Verringerung von Abwanderung und zur Sicherung der öffentlichen und privaten Infrastruktur im ländlichen Raum. Erforderlich sind neue strategische Ansätze und Organisationsformen, die zugleich Chancen für einen Modernisierungsschub eröffnen. Eine Schlüsselrolle kommt dabei den endogenen Potentialen der Bürgerinnen und Bürger zu, die mit Engagement und Kreativität das gesellschaftliche Leben in den Kommunen auch unter den Bedingungen einer abnehmenden und alternden Bevölkerung organisieren. Sie sind in Regionen mit Bevölkerungsrückgang die Motoren des Neuanfangs mit einer Bandbreite sowohl bei der Erarbeitung neuer Dienstleistungs- und Versorgungskonzepte im Bildungs- Gesundheits-, Sozial und Kulturbereich als auch bei der Nutzung von Naturressourcen für touristische und gewerbliche Entwicklung. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Optimierung der Gesamtkosten der Infrastruktur über den Nutzungszeitraum für Bürger, Unternehmen und Staat.
Den ostdeutschen Ländern kann bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine Vorreiterrolle zukommen. Mit ähnlichen Herausforderungen wird mittelfristig auch eine wachsende Zahl westdeutscher Regionen konfrontiert sein. Mit dem Pilotprojekt sollen daher richtungsweisende Lösungen im Bereich der infrastrukturellen Daseinsvorsorge aufgezeigt werden, die als Teil einer gesamtdeutschen Demografiestrategie auch für westdeutsche Regionen nutzbar gemacht werden können.





