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Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Pressemitteilung 07.07.2017 90.389 Asyl­su­chen­de im ers­ten Halb­jahr 2017

Rückgang um die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Im ersten Halbjahr 2017 wurden 90.389 Asylsuchende in Deutschland registriert. Diese kamen vor allem aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 waren im ersten Halbjahr 2016 noch etwa doppelt so viele Asylsuchende nach Deutschland gekommen, im zweiten Halbjahr 2015 sogar mehr als achtmal so viele.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat im ersten Halbjahr 2017 über die Anträge von 408.147 Personen entschieden, rund 44 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. So konnte die Anzahl der offenen Fälle beim Bundesamt im ersten Halbjahr 2017 entscheidend abgebaut werden. Hatte es dort am 1. Januar 2017 noch 433.719 unerledigte Verfahren gegeben, so waren es zum 30. Juni 2017 nur noch 146.551 (-66 Prozent).

Die Zahl der beim Bundesamt gestellten förmlichen Asylanträge lag im ersten Halbjahr 2017 bei 111.616, rund 72 Prozent weniger als im 1. Halbjahr 2016.

Hierzu erklärt Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière:

„Die Entwicklung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt ist erfreulich und ein Erfolg für die dortige Leitung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das sehen wir an der Zahl der getroffenen Asylentscheidungen im 1. Halbjahr 2017: Mit 408.147 Entscheidungen hat das Bundesamt so viele Entscheidungen in einem Halbjahr getroffen wie nie zuvor in der Geschichte. Auch im internationalen Vergleich ist dies eine beachtliche Leistung.

Neben dem Abbau anhängiger Verfahren liegt jetzt ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit des Bundesamtes darauf, die Qualitätssicherung voranzutreiben und neue Instrumente zur weiteren Verbesserung der Qualität der Asylentscheidungen in das Verfahren zu implementieren. Außerdem wird das Bundesamt in Kürze mit der angekündigten vorgezogenen Überprüfung von ca. 80.000 bis 100.000 Bescheiden aus den Jahren 2015 und 2016 beginnen.“

Die Zahlen im Einzelnen:

I. Erstes Halbjahr 2017

a) Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Ausweislich der Asylgesuch-Statistik wurde im Zeitraum Januar bis Juni 2017 ein Zugang von 90.389 Asylsuchenden nach Deutschland registriert. Die Hauptstaatsangehörigkeiten werden in der folgenden Tabelle dargestellt (Hinweis: Die Monatswerte enthalten keine Nachmeldungen und nachträglichen Berichtigungen. Diese sind nur in den nachfolgenden Zahlen des bisherigen Jahres enthalten. Eine Addition der Monatswerte ergibt also nicht den bisherigen Jahreswert):

Jan-Juni 2017
Gesamt90.389
 1.Syrien22.320
 2.Irak9.283
 3.Afghanistan6.316
 4.Eritrea5.671
 5.Iran3.987
 6.Ungeklärt3.392
 7.Nigeria3.186
 8.Somalia3.039
 9.Türkei2.850
10.Russische Föderation2.332

b) Asylentscheidungen und förmliche Asylanträge im ersten Halbjahr 2017

In der Zeit von Januar bis Juni 2017 haben insgesamt 111.616 Personen in Deutschland Asyl beantragt. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (396.947 Personen) bedeutet dies einen Rückgang um -71,9 Prozent.

Die Hauptstaatsangehörigkeiten in der Zeit von Januar bis Juni 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren:

Jan-Juni 2016Jan-Juni 2017
 1.Syrien171.48824.148
 2.Irak56.54010.572
 3.Afghanistan60.61110.286
 4.Eritrea7.2206.386
 5.Iran12.0024.951
 6.Somalia3.2603.725
 7.Nigeria4.5703.720
 8.Albanien8.0103.425
 9.Türkei1.7193.206
10.Russische Föderation5.2773.182

In den Monaten Januar bis Juni 2017 hat das Bundesamt über die Anträge von 408.147 Personen entschieden, 124.911 mehr (+ 44,1 Prozent) als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

85.283 Personen (20,9 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 2.177 Personen (0,5 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 83.106 Personen (20,4 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

69.921 Personen (17,1 Prozent) erhielten nach § 4 des Asylgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt bei 27.265 Personen (6,7 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 159.777 Personen (39,2 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Entscheidungen im Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 65.901 Personen (16,1 Prozent).

II. aktueller Monat

a) Registrierte Zugänge in der Asylgesuch-Statistik

Nach der seit Januar 2017 zur Verfügung stehenden Asylgesuch-Statistik wurde im Juni 2017 ein Zugang von 12.399 Asylsuchenden nach Deutschland registriert. Die Hauptstaatsangehörigkeiten werden in der folgenden Tabelle dargestellt (auch im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Monaten):

 Top-10-StaatsangehörigkeitenApr. 2017Mai 2017Jun. 2017
Asylsuchende insgesamt11.95214.97312.399
1.Syrien2.5793.6572.996
2.Irak1.1041.6321.423
3.Afghanistan843949890
4.Eritrea6541.094665
5.Ungeklärt498626527
6.Nigeria447529508
7.Iran929574461
8.Somalia413573436
9.Türkei360498433
10.Russische Föderation349398340

b) Asylentscheidungen und förmliche Asylanträge im Juni 2017

Im Juni 2017 hat das Bundesamt über die Anträge von 36.016 Personen (Vorjahresmonat: 51.757, Vormonat: 87.649) entschieden.

7.273 Personen (20,2 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 363 Personen (1,0 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 6.910 Personen (19,2 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

5.330 Personen (14,8 Prozent) erhielten nach § 4 des Asylgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt bei 1.781 Personen (5,0 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 13.876 Personen (38,5 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Entscheidungen im Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 7.756 Personen (21,5 Prozent). Die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge lag Ende Juni 2017 bei 146.551 (zum 31. Mai 2017: 165.099; zum 31. Dezember 2016: 433.719 zum 30. Juni 2016: 495.792).

Im Juni 2017 haben beim Bundesamt 15.261 Personen Asyl beantragt. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 59.376 Personen (-79,6 Prozent) gesunken. Gegenüber dem Vormonat sank die Anzahl an Asylanträgen um 1.380 Personen (-8,3 Prozent).

Hauptstaatsangehörigkeiten im Juni 2017 waren:

Zum Vergleich:April 2017Mai 2017Juni 2017
 1.Syrien2.7793.9523.217
 2.Irak1.2421.6951.597
 3.Afghanistan1.2081.3741.243
 4.Eritrea852799975
 5.Nigeria498519635
 6.Iran960766568
 7.Albanien626474523
 8.Russ. Föderation445486503
 9.Somalia459574494
10.Türkei449548488

Weitere Informationen finden Sie unter www.bamf.de.

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