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Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Pressemitteilung 11.01.2017 280.000 Asyl­su­chen­de im Jahr 2016

Deutlicher Rückgang des Zugangs von Asylsuchenden, 745.545 Asylanträge

Die Zahl der tatsächlichen Einreisen von Asylsuchenden nach Deutschland ist im Jahr 2016 deutlich zurückgegangen: nach vorläufiger Berechnung des BAMF kann von gut 280.000 asylsuchenden Menschen ausgegangen werden. Im Vorjahr waren es noch ca. 890.000 Asylsuchende.

Im Jahr 2016 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) insgesamt 745.545 formelle Asylanträge gestellt, 268.869 mehr als im Vorjahr. Damit ist es gelungen, allen Personen, die z.T. bereits im Jahr 2015 als Asylsuchende nach Deutschland eingereist sind, den Eintritt in das Asylverfahren zu ermöglichen. Etwa 36 Prozent der Asylbewerber waren Syrer, ca. 17 Prozent kamen aus Afghanistan und ca. 13 Prozent aus dem Irak.

Insgesamt 256.136 Personen erhielten im Jahr 2016 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention (36,8 Prozent aller Asylbewerber). Zudem erhielten 153.700 Personen (22,1 Prozent) subsidiären Schutz nach § 4 Absatz 1 des Asylgesetzes und 24.084 Personen (3,5 Prozent) Abschiebungsschutz gemäß § 60 Abs. 5 oder 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes.

Deutlich steigern konnte das BAMF aber auch die Zahl der Asylentscheidungen: im Jahr 2016 waren es 695.733, ca. 146 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem konnte im vierten Quartal 2016 auch die Zahl der anhängigen Verfahren deutlich von ca. 579.000 Ende September 2016 auf ca. 434.000 Ende Dezember 2016, also um 25 Prozent, abgebaut werden.

Zu der Entwicklung der Asylbewerberzahlen erklärt Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière:

"Durch entschlossene Maßnahmen haben wir einen stabilen Umschwung erreicht und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für die Be-wältigung der erheblichen Herausforderungen heute und morgen gerüstet. Das sehen wir zur allererst an der Zahl der getroffenen Asylentscheidungen im Jahr 2016: Mit 695.733 Entscheidungen hat das BAMF so viele Entscheidungen getroffen wie nie zuvor, fast zweieinhalb Mal so viele wie im Vorjahr. Dies war möglich durch einen gigantischen Personalaufbau, etwa eine Vervierfachung innerhalb der letzten zwei Jahre.

Durch diese Maßnahmen ist das BAMF jetzt "über den Berg" und inzwischen mit kräftigem Rückenwind unterwegs: Es trifft jetzt Monat für Monat deutlich mehr Entscheidungen als neue Anträge gestellt werden, so dass der Abbau der Rückstände zügig vorangeht."

Die Zahlen im Einzelnen:

I. Gesamtes Jahr 2016

In Jahr 2016 haben insgesamt 745.545 Personen in Deutschland Asyl beantragt, darunter 722.370 als Erstanträge und 23.175 als Folgeanträge. Dies betrifft sowohl Menschen, die bereits 2015 eingereist sind als auch im Jahr 2016 eingereiste Antragsteller (ca. 280.000).

Die Entwicklung differenziert nach Monaten und im Vergleich zum Vorjahr verlief wie folgt:

20152016
 Asylanträge

davon

Erstanträge

Asylanträge

davon

Erstanträge

Summe nachträgliche Berichtigungen26.85724.06952.99348.752
Jahr476.649441.899745.545722.370
Januar25.04221.67952.10350.532
Februar26.08322.77567.79766.127
März32.05428.68159.97558.315
April27.17824.50460.94359.680
Mai25.99223.75855.25954.056
Juni35.44932.70574.63773.033
Juli37.53134.38474.45472.984
August36.42233.44791.33189.703
September43.07140.48776.40074.782
Oktober54.87752.73032.64030.864
November57.81655.95026.43824.574
Dezember48.27746.73020.57518.968

(Durch nachträgliche Berichtigungen weichen die Gesamt-Jahreszahlen von den Additionen der Monatszahlen ab)

Die Hauptherkunftsländer 2016 waren (mit Vergleichszahlen 2015):

  Asylanträge (Erst- und Folgeanträge)Veränderungen
  2015 2016in %absolut
Gesamt476.649745.54556,4268.896
1.Syrien162.510268.86665,4106.356
2.Afghanistan31.902127.892300,995.990
3.Irak31.37997.162209,665.783
4.Iran5.73226.872368,821.140
5.Eritrea10.99019.10373,88.113
6.Albanien54.76217.236-68,5-37.526
7.Pakistan8.47215.52883,37.056
8.Ungeklärt*12.16614.92222,72.756
9.Nigeria5.30212.916143,67.614
10.Russische Föderation6.20012.23497,36.034

*Asylbewerber mit ungeklärter Staatsangehörigkeit

Die Erst- und Folgeanträge verteilten sich bei den Hauptherkunftsländern im Jahr 2016 wie folgt:

AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt745.545722.37023.175
davon:
Syrien268.866266.2502.616
Afghanistan127.892127.012880
Irak97.16296.1161.046
Iran26.87226.426446
Eritrea19.10318.854249
Albanien17.23614.8532.383
Pakistan15.52814.4841.044
Ungeklärt14.92214.659263
Nigeria12.91612.709207
Russische Föderation12.23410.9851.249

Die Zahl der Asylerstanträge im Jahr 2016 (722.370) stieg damit gegenüber dem Vorjahr (441.899) um 63,5 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak. Die Zahl der Asylfolgeanträge im Jahr 2016 (23.175) sank im Vergleich zum Vorjahr (34.750) um -33,3 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien (3.874), Syrien (2.616) und Mazedonien (2.180).

Im Jahr 2016 hat das BAMF 695.733 Entscheidungen (Vorjahr: 282.726) getroffen. Insgesamt 256.136 Personen (36,8 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlin-ge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 2.120 Personen (0,3 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 254.016 Personen (36,5 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Dies ergibt aufgeschlüsselt nach Hauptherkunftsländern (in Prozent):

 

Flüchtlingsanerkennungen

davon
asylberechtigt Flüchtlingsschutz
Gesamt 36,80,336,5
davon:
Syrien56,50,356,2
Afghanistan20,20,120,1
Irak53,70,453,3
Iran47,23,943,3
Eritrea75,20,574,7
Albanien0,00,00,0
Pakistan2,10,12,0
Ungeklärt44,20,244,0
Nigeria3,40,33,1
Russische Föderation2,80,22,6

Weitere 153.700 Personen (22,1 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 des Asylgesetzes im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das BAMF im Jahr 2016 bei 24.084 Personen (3,5 Prozent) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Dies ergibt aufgeschlüsselt nach Hauptherkunftsländern (in Prozent):

subsidiärer Schutz nach § 4 AsylVfGAbschiebungsverbote nach § 60 Abs. 5 oder Abs. 7 Satz 1
Gesamt22,13,5
davon:
Syrien41,20,3
Afghanistan8,627,0
Irak15,90,6
Iran2,21,3
Eritrea16,50,5
Albanien0,20,2
Pakistan0,40,8
Ungeklärt39,60,7
Nigeria0,95,6
Russische Föderation1,01,4

Abgelehnt wurden die Anträge von 173.846 Personen (25,0 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 87.967 Personen (12,6 Prozent).

Ende Dezember 2016 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 433.719, davon 417.076 als Erstanträge und 16.643 als Folgeanträge (zum 31. Dezember 2015: 364.664, zum 30. November 2016: 490.967). Damit konnte beim BAMF die Zahl der noch nicht entschiedenen Asylanträge im 4. Quartal 2016 (Ende September 2016: 579.314 noch nicht entschiedene Anträge) deutlich um 25 Prozent abgebaut werden.

II. Aktueller Monat

Im Dezember 2016 haben beim BAMF 20.575 Personen Asyl beantragt, davon 18.968 als Erstanträge und 1.607 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 27.702 Personen (-57,4 Prozent) und gegenüber dem Vormonat um 5.863 Personen (-22,2 Prozent) jeweils gesunken.

Hauptherkunftsländer im Dezember 2016:
Zum Vergleich:Oktober 2016November 2016Dezember 2016
 1.Syrien6.3474.6043.402
 2.Afghanistan5.3852.9951.904
 3.Irak3.0082.2651.692
 4.Eritrea1.7242.0151.646
 5.Iran1.8071.075781
 6.Albanien1.007989706
 7.Serbien621835675
 8.Somalia930803658
 9.Nigeria918885621
10.Türkei597702548
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im Dezember 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt20.57518.9681.607
davon:
Syrien3.4023.31785
Afghanistan1.9041.82282
Irak1.6921.63854
Eritrea1.6461.62917
Iran7817729
Albanien706513193
Serbien675329346
Somalia65862731
Nigeria62160912
Türkei54852820

Die Zahl der Asylerstanträge im Dezember 2016 (18.968) sank damit gegenüber dem Vorjahresmonat (46.730 Erstanträge) um -59,4 Prozent und gegenüber dem Vormonat (24.574 Erstanträge) um -22,8 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Afghanistan und Irak.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im Dezember 2016 (1.607) stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat (1.547) um 3,9 Prozent und sank gegenüber dem Vormonat (1.864) um -13,8 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien (346), Mazedonien (213) und Albanien (193).

Im Dezember 2016 hat das BAMF die Anträge von 80.638 Personen (Vorjahresmonat: 43.227, Vormonat: 86.049) entschieden. 20.553 Personen (25,5 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 287 Personen (0,4 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 20.266 Personen (25,1 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Im Dezember 2016 erhielten 17.523 Personen (21,7 Prozent) nach § 4 des Asylgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU.

Darüber hinaus hat das BAMF im Dezember 2016 bei 6.038 Personen (7,5 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 24.311 Personen (30,2 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 12.213 Personen (15,1 Prozent).

III. Registrierte Zugänge im EASY-System

Letztmalig wird hier die Statistik aus dem EASY-System (IT-Anwendung zur Erstverteilung der Asylsuchenden auf die Bundesländer) dargestellt. Diese diente für eine Übergangszeit - in Ermangelung genauerer Zahlen - als Indikator für den ungefähren monatlichen Zugang von Asylsuchenden nach Deutschland. Bei den EASY-Zahlen sind allerdings Fehl- und Doppelerfas-sungen u.a. aufgrund der fehlenden Erfassung der persönlichen Daten möglich. Beginnend mit Daten ab dem Monat Januar 2017 steht dem BAMF nunmehr eine valide, auf Personendaten basierende Asylgesuch-Statistik zur Verfügung, die künftig zur Darstellung des Zugangs von Asylsuchenden anstelle der bisherigen EASY-Statistik herangezogen werden kann.

Von Januar bis Dezember 2016 wurden im EASY-System 321.371 Zugänge von Asylsuchenden registriert. Im Jahr 2015 waren es noch 1.091.894 EASY-Zugänge). Die Hauptherkunftsländer waren:

Top 5 - 2016Jan 16Feb 16Mrz 16Apr 16Mai 16Jun 16Jul 16Aug 16Sep 16Okt 16Nov 16Dez 16Jan-Dez 16
insgesamt91.67161.42820.60815.94116.28116.33516.16018.14315.61815.17817.56616.442321.371
1. Syrien35.82224.6126.0532.7242.6852.6152.5652.2812.1902.1582.5142.94289.161
2. Afghanistan18.09912.1212.0672.0632.2892.3551.9422.1371.3711.2591.5241.39548.622
3. Irak18.56312.3552.6261.8531.3551.2271.3521.2361.4131.3831.3771.16145.901
4. Iran4.2031.8929191.01664251857766365361868167113.053
5. Eritrea7605704424466011.1571.2931.3571.1111.1261.9971.43112.291

Weitere Informationen finden Sie unter www.bamf.de.

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