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Bevölkerungsschutz Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Pressemitteilung 03.12.2015 "Flücht­lin­ge und Asyl­su­chen­de sind ein­ge­la­den, beim THW mit­zu­ar­bei­ten"

Flüchtlinge und Asylsuchende können THW-Helfer im Zivil- und Katastrophenschutz im In- und Ausland werden

Die Bundesminister de Maizière und Steinmeier geben Startschuss für gemeinsames THW-Projekt zur Integration und Ausbildung von Flüchtlingen und Asylsuchenden für den Zivil- und Katastrophenschutz im In- und Ausland

Das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern haben die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) beauftragt, ein Projekt zur Integration und Ausbildung von Flüchtlingen und Asylsuchenden für den ehrenamtsgetragenen Einsatz im In- und Ausland zu starten. Über 100 THW-Ortsverbände haben bereits Interesse an einer Mitwirkung gemeldet.

Das neue Projekt richtet sich insbesondere an Flüchtlinge und Asylsuchende, die Interesse am THW und seiner ehrenamtlichen Arbeit haben. Sie können als Helferinnen und Helfer aufgenommen und ausgebildet werden, sich in der THW-Jugend engagieren und in Zukunft an Übungen und Einsätzen teilneh-men. Die deutsche Staatsbürgerschaft ist hierfür keine Voraussetzung. Zahlreiche THW-Ortsverbände haben bereits Helferinnen und Helfer aus anderen Nationen im THW aufgenommen. Die Mitarbeit im THW fördert die sprachlichen, technischen und handwerklichen Fähigkeiten der interessierten Menschen.

2014 / Schnee- und Eisregenfälle in Slowenien: Das THW liefert Strom für die slowenische BevölkerungBild vergrößernQuelle: THW / Michael Hoffmann

Ein Engagement in einem THW-Ortsverband kann Flüchtlinge und Asylsuchende außerdem dabei unterstützen, schneller Fuß zu fassen und sich leichter in unserer Gesellschaft einzufinden.

Der Bundesminister des Innern, Dr. Thomas de Maizière: "Das Projekt ist ein gutes Angebot zur Integration von Flüchtlingen in unsere Gesellschaft. Flüchtlinge und Asylsuchende sind eingeladen, beim THW hier in Deutschland mitzuarbeiten und somit im Team Verantwortung für ihre Mitmenschen zu übernehmen. Ein Flüchtling aus Syrien hat auf die Frage, warum er beim THW mitmachen will, geantwortet, dass er auf diese Weise unserem Land etwas zurückgeben möchte. Diese Einstellung imponiert mir und sollte Vorbild für viele Andere sein."

Perspektivisch können die neu gewonnenen THW-Helferinnen und Helfer durch ihre Sprach- und Landeskenntnisse auch die Auslandsarbeit des THW bereichern. So könnten Helferinnen und Helfer beispielsweise auf freiwilliger Basis an Projekten zur Unterstützung des syrischen Zivil- und Katastrophenschutzes mitwirken. Bestehende freiwillige Zivil- und Katastrophenschutzeinheiten in Syrien sollen vom THW durch Ausbildungs- und Ausstattungshilfe in Kooperation mit den Nachbarländern, z.B. Türkei und Jordanien, unterstützt und vernetzt werden. Dabei geht es etwa um Bergungs- und Räumungsarbeiten oder die schnelle Wiederherstellung von Wasser- und Stromversorgung.

Diejenigen, die eines Tages dauerhaft nach Syrien zurückkehren wollen, könnten durch das im THW erworbene Knowhow wiederum den dortigen Zivil- und Katastrophenschutz stärken und die wertvolle Idee eines ehrenamtlichen Engagements fördern. Die notwendige Ausstattung könnte schon frühzeitig beschafft werden, um möglichst rasch mit der Umsetzung vor Ort beginnen zu können.

Der Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier: "Die allermeisten der vielen Menschen, die aus Syrien zu uns geflohen sind, wünschen sich nichts dringender als die Chance, so bald wie möglich in ihre Heimat zurückzukehren und beim Wiederaufbau ihres Landes mitzuhelfen. Es ist auch in unserem Interesse, dass sie ihre Zeit in Deutschland nutzen können, um sich dafür vorzubereiten und weiterzubilden.
Mit dem Technischen Hilfswerk haben wir in Deutschland eine einzigartige Struktur, in der jedes Jahr tausende freiwillige Helferinnen und Helfer in den Ortsverbänden auf hohem professionellen Niveau für den Zivil- und Katastrophenschutz aus- und fortgebildet werden. Flüchtlinge in diese Ausbildungsangebote einzubinden, ist nicht nur ein Beitrag zur Integration in unseren Gemeinden. Es ist auch eine Investition in den Wiederaufbau Syriens, damit Städte und Dörfer schnellstmöglich wieder bewohnbar gemacht werden und Menschen nach Hause zurückkehren können, sobald das zumindest in Teilen des Landes wieder möglich wird."

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