Navigation und Service

Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Pressemitteilung 05.11.2015 An­hal­tend ho­her Asyl-Zu­gang im Ok­to­ber 2015

Im Oktober 2015 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 54.877 Asylanträge gestellt.

Dies bedeutet einen Anstieg von 157,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Oktober 2014.

Entschieden hat das Bundesamt im Oktober 2015 über die Anträge von 31.580 Personen. Dies bedeutet einen Anstieg von 142,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat Oktober 2014 (13.015 Entscheidungen). 15.834 Personen erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention (50,1 Prozent aller Asylentscheidungen).

Zudem erhielten 181 Personen (0,6 Prozent) subsidiären Schutz im Sinne der EU-Richtlinie 2011/95/EU. Bei 187 Personen (0,6 Prozent) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Die Zahl der tatsächlichen Einreisen von Asylsuchenden nach Deutschland lag auch im Oktober 2015 deutlich höher, da die formale Asylantragstellung teilweise erst zeitlich verzögert möglich ist. So sind im EASY-System im Monat Oktober 2015 bundesweit etwa 181.000 Zugänge von Asylsuchenden registriert worden. Von Januar bis Oktober 2015 waren es insgesamt ca. 758.000. Das EASY-System ist eine IT-Anwendung zur Erstverteilung der Asylbegehrenden auf die Bundesländer. Bei den EASY-Zahlen sind Fehl- und Doppelerfassungen nicht ausgeschlossen.

Die Zahlen im Einzelnen:

I. Aktueller Monat

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben 54.877 Personen im Oktober 2015 einen förmlichen Asylantrag gestellt, davon 52.730 als Erstanträge und 2.147 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 33.598 Personen (+157,9 Prozent) und gegenüber dem Vormonat um 11.806 Personen (+27,4 Prozent) jeweils gestiegen.

Insgesamt 8.584 Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt; das sind 15,6 Prozent aller in Deutschland gestellten Asylanträge.

Hauptherkunftsländer im Oktober 2015:
Zum Vergleich:August 2015September 2015Oktober 2015
 1.Syrien10.44016.83828.462
 2.Albanien8.3066.7414.680
 3.Irak1.8012.5444.135
 4.Afghanistan2.3042.7513.794
 5.Serbien2.4791.9821.423
 6.Eritrea9831.1221.211
 7.Ungeklärt8577301.183
 8.Mazedonien1.4701.3811.039
 9.Pakistan6251.0781.010
10.Kosovo781796753
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im Oktober 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt54.87752.7302.147
davon:
Syrien28.46228.214248
Albanien4.6804.549131
Irak4.1354.04788
Afghanistan3.7943.77024
Serbien1.423861562
Eritrea1.2111.20110
Ungeklärt1.1831.16419
Mazedonien1.039703336
Pakistan1.0101.00010
Kosovo753619134

Die Zahl der Asylerstanträge im Oktober 2015 (52.730) stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat (18.415) um 186,3 Prozent und gegenüber dem Vormonat (40.487) um 30,2 Prozent an. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Albanien und Irak.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im Oktober 2015 (2.147) sank im Vergleich zum Vorjahresmonat (2.864) um - 25,0 Prozent und gegenüber dem Vormonat (2.584) um -16,9 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Mazedonien und Syrien.

Im Oktober 2015 hat das Bundesamt über die Anträge von 31.580 Personen (Vorjahresmonat: 13.015, Vormonat: 22.983) entschieden. 15.834 Personen (50,1 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Oktober 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 106 Personen (0,3 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 15.728 Personen (49,8 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Im Oktober 2015 erhielten 181 Personen (0,6 Prozent) nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU.

Darüber hinaus hat das Bundesamt im Oktober 2015 bei 187 Personen (0,6 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 10.804 Personen (34,2 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 4.574 Personen (14,5 Prozent).

II. Laufendes Jahr 2015

In der Zeit von Januar bis Oktober 2015 haben insgesamt 362.153 Personen in Deutschland Asyl beantragt, darunter 331.226 als Erstanträge und 30.927 als Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (158.080 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 129,1 Prozent.

Die Hauptherkunftsländer von Januar bis Oktober 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:
Jan.-Okt. 2014Jan.-Okt. 2015
1.Syrien30.059103.708
2.Albanien6.27149.692
3.Kosovo5.35335.583
4.Serbien20.10924.486
5.Irak7.52121.303
6.Afghanistan7.91320.830
7.Mazedonien7.22712.704
8.Eritrea11.1558.806
9.Bosnien-Herzegowina6.7446.637
10.Pakistan3.5316.337
Verteilung der Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern von Januar bis Oktober 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt362.153331.22630.927
davon:
Syrien103.708100.2483.460
Albanien49.69248.865827
Kosovo35.58332.1633.420
Serbien24.48615.3469.140
Irak21.30319.9001.403
Afghanistan20.83020.434396
Mazedonien12.7048.0504.654
Eritrea8.8068.71591
Bosnien-Herzegowina6.6374.1532.484
Pakistan6.3376.102235

Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2015 (331.226) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (135.634) um 144,2 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Albanien und Kosovo.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2015 (30.927) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (22.446) um 37,8 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Mazedonien und Syrien.

Von Januar bis Oktober 2015 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 205.265 Entscheidungen getroffen, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres (99.546). Insgesamt 81.547 Personen (39,7 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. Oktober 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 1.682 Personen (0,8 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 79.865 Personen (38,9 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Weitere 1.366 Personen (0,7 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt von Januar bis Oktober 2015 bei 1.590 Personen (0,8 Prozent) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 77.782 Personen (37,9 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren und Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 42.980 Personen (20,9 Prozent).

Ende Oktober 2015 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 328.207, davon 301.092 als Erstanträge und 27.115 als Folgeanträge (Vormonat: 300.531 anhängige Verfahren, davon 273.719 Erst- und 26.812 Folgeanträge; zum 30. Oktober 2014 waren 154.074 Verfahren anhängig, davon 137.562 Erst- und 16.512 Folgeanträge).

III. Registrierte Zugänge im EASY-System

Im Monat Oktober 2015 wurden im EASY-System 181.166 Zugänge von Asylsuchenden registriert.

Die Hauptherkunftsländer waren:
Oktober 2015Insgesamt181.166
1Syrien88.640
2Afghanistan31.051
3Irak21.875
4Pakistan5.095
5Iran4.925

Von Januar bis Oktober 2015 wurden im EASY-System 758.473 Zugänge von Asylsuchenden registriert.

Die Hauptherkunftsländer waren:
Januar bis Oktober 2015Insgesamt758.473
1Syrien286.483
2Afghanistan82.694
3Irak68.665
4Albanien68.314
5Kosovo32.603

Weitere Informationen finden Sie unter www.bamf.de.

Weitere Nachrichten zum Thema
Migration und Integration

Alle anzeigen


Zusatzinformationen

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Logo Zum Internetangebot

Alle Informationen zum Thema Migration und Integration

mehr zum Thema: Alle Informationen zum Thema Migration und Integration …

Das Thema durchsuchen

Schwerpunktthemen

Mediathek

Icon: Kamera

Hier gelangen Sie zur Mediathek

Zur Mediathek

Publikationen

Icon: Publikation

Hier gelangen Sie zur Gesamtübersicht der Publikationen

Zu den Publikationen