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Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Pressemitteilung 11.09.2015 36.422 Asy­lan­trä­ge im Au­gust 2015

Im August 2015 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge insgesamt 36.422 Asylanträge gestellt.

Dies bedeutet einen Anstieg von 105,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat August 2014.

Entschieden hat das Bundesamt im August 2015 über die Anträge von 16.769 Personen. Dies bedeutet einen Anstieg von 92,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat August 2014 (8.706 Entscheidungen). 8.930 Personen erhielten die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention (53,3 Prozent aller Asylentscheidungen).

Zudem erhielten 135 Personen (0,8 Prozent) subsidiären Schutz im Sinne der EU-Richtlinie 2011/95/EU. Bei 118 Personen (0,7 Prozent) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Die Zahl der tatsächlichen Einreisen nach Deutschland lag im August 2015 deutlich höher. Grund dafür ist neben der enormen Dynamik der Entwicklung, dass viele Asylsuchende bereits vor der Asylbeantragung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) von den Ländern an die Kommunen weitergeleitet werden, sodass die formale Asylantragstellung teilweise erst zeitlich verzögert möglich ist.

Die Zahlen im Einzelnen:

I.    Aktueller Monat

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben 36.422 Personen im August 2015 einen förmlichen Asylantrag gestellt, davon 33.447 als Erstanträge und 2.975 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 18.727 Personen (105,8 Prozent) gestiegen und gegenüber dem Vormonat um 1.109 Personen (-3,0 Prozent) gesunken.
Insgesamt 13.903 Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbal-kanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt; das sind 38,2 Prozent aller in Deutschland gestellten Asylanträge.

Hauptherkunftsländer im Juli 2015:
Zum Vergleich:Juni 2015Juli 2015August 2015
 1.Syrien7.5629.41310.440
 2.Albanien5.9327.6338.306
 3.Serbien2.2402.3772.479
 4.Afghanistan2.0862.1392.304
 5.Irak2.0832.0861.801
 6.Mazedonien1.5141.9611.470
 7.Eritrea1.0711.219983
 8.Ungeklärt570705857
 9.Kosovo1.5811.395781
10.Pakistan832691625
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im August 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt36.42233.4472.975
davon:
Syrien10.44010.112328
Albanien8.3068.23472
Serbien2.4791.3711.108
Afghanistan2.3042.27034
Irak1.8011.71883
Mazedonien1.470882588
Eritrea9839785
Ungeklärt85782334
Kosovo781625156
Pakistan62559629

Die Zahl der Asylerstanträge im August 2015 (33.447) stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat (15.138) um 120,9 Prozent und sank gegenüber dem Vormonat (34.384) um -2,7 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Albanien und Afghanistan.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im August 2015 (2.975) stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat (2.557) um 16,3 Prozent und sank gegenüber dem Vormonat (3.147) um -5,5 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Mazedonien und Syrien.

Im August 2015 hat das Bundesamt über die Anträge von 16.769 Personen (Vorjahresmonat: 8.706, Vormonat: 22.710) entschieden. 8.930 Personen (53,3 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 152 Personen (0,9 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 8.778 Personen (52,4 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Im August 2015 erhielten 135 Personen (0,8 Prozent) nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU.

Darüber hinaus hat das Bundesamt im August 2015 bei 118 Personen (0,7 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 5.147 Personen (30,7 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 2.439 Personen (14,5 Prozent).

II.    Laufendes Jahr 2015

In der Zeit von Januar bis August 2015 haben insgesamt 256.938 Personen in Deutschland Asyl beantragt, darunter 231.302 als Erstanträge und 25.636 als Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (115.737 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 122,0 Prozent.

Die Hauptherkunftsländer von Januar bis Juli 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:
Jan-August 2014Jan-August 2015
1.Syrien20.18455.587
2.Albanien5.25738.245
3.Kosovo3.50433.824
4.Serbien14.36220.864
5.Irak5.54713.629
6.Afghanistan6.06413.120
7.Mazedonien5.42610.244
8.Eritrea7.9316.039
9.Bosnien-Herzegowina4.9195.420
10.Pakistan2.7524.183
Verteilung der Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern von Januar bis August 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt256.938231.30225.636
davon:
Syrien55.58752.8922.695
Kosovo38.24537.669576
Albanien33.82430.7203.104
Serbien20.86413.0967.768
Irak13.62912.4591.170
Afghanistan13.12012.796324
Mazedonien10.2446.4473.797
Eritrea6.0395.96871
Bosnien-Herzegowina5.4203.4481.972
Pakistan4.1833.988195

Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2015 (231.302) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (99.592) um 132,2 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Albanien und Kosovo.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2015 (25.636) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (16.145) um 58,8 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Mazedonien und Kosovo.

Von Januar bis August 2015 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 152.777 Entscheidungen (Vorjahr: 78.688) getroffen. Insgesamt 57.024 Personen (37,4 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 1.471 Personen (1,0 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 55.553 Personen (36,4 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Weitere 921 Personen (0,6 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt von Januar bis August 2015 bei 1.250 Personen (0,8 Prozent) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 56.873 Personen (37,2 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren und Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 36.709 Personen (24,0 Prozent).

Ende August 2015 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 276.617, davon 251.036 als Erstanträge und 25.581 als Folgeanträge (Vormonat: 254.559 anhängige Verfahren, davon 230.686 Erst- und 23.873 Folgeanträge; zum 31. August 2014 waren 132.974 Verfahren anhängig, davon 119.464 Erst- und 13.510 Folgeanträge).

Weitere Informationen finden Sie unter www.bamf.de.

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