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Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Pressemitteilung 13.07.2015 179.000 Asy­lan­trä­ge im ers­ten Halb­jahr 2015

Im ersten Halbjahr 2015 wurden beim Bundesamt für Migration und Flücht-linge 179.037 Asylanträge gestellt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Januar bis Juni 2014 stieg die Zahl der Asylbewerber um 132,2 Prozent.

39.552 Personen erhielten im ersten Halbjahr 2015 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Konvention (34,7 Prozent aller Asylentscheidungen). Zudem erhielten 680 Personen (0,6 Prozent) subsidiären Schutz im Sinne der EU-Richtlinie 2011/95/EU. Bei 934 Personen (0,8 Prozent) wurden Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Hierzu erklärt Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière:

"Der aktuelle Zustrom von Asylantragstellern stellt uns vor große Herausforderungen, die Bund und Länder mit den in der Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen der Länder am 18. Juni 2015 vereinbarten Maßnahmen gemeinsam zügig angehen wollen. Wichtig ist vor allem, dass wir schneller und deutlicher differenzieren zwischen tatsächlich schutzbedürftigen Menschen und anderen Personen, die unter keinem Aspekt für ein Aufenthaltsrecht in Betracht kommen.

Mit dem Gesetzentwurf zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Auf-enthaltsbeendigung senden wir dieses Signal. Diejenigen, die als schutzbedürftig anerkannt worden sind, sollen künftig schneller und besser integriert werden. Auf der anderen Seite wollen wir den Aufenthalt von vollziehbar ausreisepflichtigen Menschen, die keine Bleibeperspektive in Deutschland haben, künftig konsequenter und wirkungsvoller beenden.

Zudem kann das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mit Inkrafttreten des Gesetzes Einreise- und Aufenthaltsverbote gegen diejenigen Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten verhängen, die hier einen offensichtlich unbegründeten Asylantrag gestellt haben oder gegen Asylantragsteller, deren Zweit- oder Folgeantrag wiederholt nicht zu einem weiteren Asylverfahren geführt hat.

Damit wollen wir unser Asylverfahren – auch im Sinne der schnellen Anerkennung von tatsächlichen Flüchtlingen - vor massenhaften, völlig aussichtslosen Asylanträgen schützen."

Die Zahlen im Einzelnen:

I.    Erstes Halbjahr 2015

Im ersten Halbjahr 2015 haben insgesamt 179.037 Personen in Deutschland Asyl beantragt, darunter 159.927 als Erstanträge und 19.110 als Folgeanträge. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr (77.109 Personen) bedeutet dies eine Erhöhung um 132,2 Prozent.

Die Hauptherkunftsländer von Januar bis Juni 2015 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:
Jan-Juni 2014Jan-Juni 2015
1.Syrien12.88834.428
2.Kosovo2.43731.400
3.Albanien3.91322.209
4.Serbien9.36115.822
5.Irak2.5209.286
6.Afghanistan4.5288.179
7.Mazedonien3.7366.704
8.Bosnien-Herzegowina3.2854.061
9.Eritrea3.9693.636
10.Nigeria1.6582.864
Verteilung der Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern von Januar bis Juni 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt179.037159.92719.110
davon:   
Syrien34.42832.4721.956
Kosovo31.40028.6722.728
Albanien22.20921.806403
Serbien15.82210.1265.696
Irak9.2868.331955
Afghanistan8.1797.932247
Mazedonien6.7044.1822.522
Bosnien-Herzegowina4.0612.5581.503
Eritrea3.6363.58254
Nigeria2.8642.80559

Die Zahl der Asylerstanträge im bisherigen Jahr 2015 (159.927) stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum (67.441) um 137,1 Prozent. Haupther-kunftsländer waren Syrien, Kosovo und Albanien.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im bisherigen Jahr 2015 (19.110) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (9.668) um 97,7 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Kosovo und Mazedonien.

Von Januar bis Juni 2015 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 114.060 Entscheidungen (Vorjahr: 60.467) getroffen. Insgesamt 39.552 Perso-nen (34,7 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Ab-kommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 1.131 Personen (1,0 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes aner-kannt wurden, sowie 38.421 Personen (33,7 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Abs. 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Weitere 680 Personen (0,6 Prozent) erhielten subsidiären Schutz nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU. Darüber hinaus hat das Bundesamt von Januar bis Juni 2015 bei 934 Personen (0,8 Prozent) Abschiebungsverbote gemäß § 60 Abs. 5 und 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 42.671 Personen (37,4 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren und Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 30.223 Personen (26,5 Prozent).

II.    Aktueller Monat

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge haben 35.449 Personen im Juni 2015 einen förmlichen Asylantrag gestellt, davon 32.705 als Erstanträge und 2.744 als Folgeanträge. Damit ist die Zahl der Asylbewerber gegenüber dem Vorjahresmonat um 21.430 Personen (152,9 Prozent) und gegenüber dem Vormonat um 9.457 Personen (36,4 Prozent) jeweils gestiegen.

Insgesamt 12.663 Anträge wurden von Staatsangehörigen der sechs Westbalkanstaaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro und Serbien gestellt; das sind 35,7 Prozent aller in Deutschland gestellten Asylanträge.

Hauptherkunftsländer im Juni 2015:
Zum Vergleich:April 2015Mai 2015Juni 2015
 1.Syrien4.4615.1007.562
 2.Albanien4.7944.9225.932
 3.Serbien2.2791.9902.240
 4.Afghanistan1.1441.1882.086
 5.Irak1.3981.4712.083
 6.Kosovo4.6081.9471.581
 7.Mazedonien9729961.514
 8.Eritrea3676201.071
 9.Pakistan457452832
10.Montenegro318335787
Die Erst- und Folgeanträge bei den Hauptherkunftsländern im Juni 2015:
AsylanträgeErstanträgeFolgeanträge
Gesamt35.44932.7052.744
davon:   
Syrien7.5627.301261
Albanien5.9325.83795
Serbien2.2401.404836
Afghanistan2.0862.05135
Irak2.0831.975108
Kosovo1.5811.373208
Mazedonien1.514984530
Eritrea1.0711.0638
Pakistan83281220
Montenegro78774344

Die Zahl der Asylerstanträge im Juni 2015 (32.705) stieg damit gegenüber dem Vorjahresmonat (12.077) um 170,8 Prozent und gegenüber dem Vormonat (23.758) um 37,7 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Syrien, Albanien und Afghanistan.

Die Zahl der Asylfolgeanträge im Juni 2015 (2.744) stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat (1.942) um 41,3 Prozent und gegenüber dem Vormonat (2.234) um 22,8 Prozent. Hauptherkunftsländer waren Serbien, Mazedonien und Syrien.

Im Juni 2015 hat das Bundesamt über die Anträge von 20.512 Personen (Vorjahresmonat: 8.779, Vormonat: 16.784) entschieden. 8.206 Personen (40,0 Prozent) wurde die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach dem Abkommen über die Rechtsstellung der Flüchtlinge vom 28. August 1951 (Genfer Flüchtlingskonvention) zuerkannt. Darunter waren 194 Personen (0,9 Prozent), die als Asylberechtigte nach Art. 16a des Grundgesetzes anerkannt wurden, sowie 8.012 Personen (39,1 Prozent), die Flüchtlingsschutz nach § 3 des Asylverfahrensgesetzes i. V. m. § 60 Absatz 1 des Aufenthaltsgesetzes erhielten.

Im Juni 2015 erhielten 156 Personen (0,8 Prozent) nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes subsidiären Schutz im Sinne der Richtlinie 2011/95/EU.

Darüber hinaus hat das Bundesamt im Juni 2015 bei 208 Personen (1,0 Prozent) Abschiebungsverbote nach § 60 Absatz 5 oder Absatz 7 Satz 1 des Aufenthaltsgesetzes festgestellt.

Abgelehnt wurden die Anträge von 6.764 Personen (33,0 Prozent). Anderweitig erledigt (z.B. durch Dublin-Verfahren oder Verfahrenseinstellungen wegen Rücknahme des Asylantrages) wurden die Anträge von 5.178 Personen (25,2 Prozent).

Ende Juni 2015 lag die Zahl der noch nicht entschiedenen Anträge bei 237.877, davon 214.887 als Erstanträge und 22.990 als Folgeanträge (Vormonat: 220.956 anhängige Verfahren, davon 198.638 Erst- und 22.318 Folgeanträge; zum 30. Juni 2014 waren 112.873 Verfahren anhängig, davon 102.847 Erst- und 10.026 Folgeanträge).

Weitere Informationen finden Sie unter www.bamf.de.

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