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Migration und Integration PRESSEMITTEILUNG Pressemitteilung 11.10.2011 Start des schen­gen­wei­ten Vi­sa-In­for­ma­ti­ons­sys­tems

Am heutigen Tag wurde das schengenweite Visa-Informationssystem in der ersten Anwendungsregion Nordafrika in Betrieb genommen.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich erklärt hierzu: "Das schengenweite Visa-Informationssystem hat heute seinen Betrieb in der ersten Anwendungsregion Nordafrika aufgenommen. Weitere Regionen werden folgen. Damit beginnt die Realisierung eines technisch aufwendigen Projekts, für dessen Umsetzung sich die Bundesregierung immer mit Nachdruck eingesetzt hat. Künftig werden sowohl die Antragsverfahren wie auch die Visa-Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen durch die Abnahme von Fingerabdrücken und eines digitalen Lichtbildes verbessert. Diese biometrischen Merkmale ermöglichen eine bessere Identifizierung des Visuminhabers. Damit wird ein substanzieller Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit an den Schengen-Außengrenzen und innerhalb des Hoheitsgebiets der Schengen-Staaten geleistet."

Mit dem Visa-Informationssystem werden Daten über Anträge auf Erteilung eines Visums für einen kurzfristigen Aufenthalt und die hierzu getroffenen Entscheidungen zwischen den Schengen-Staaten ausgetauscht. Es dient insbesondere dazu, das Visumantragsverfahren zu vereinfachen, die Kontrollen an den Schengen-Außengrenzen und innerhalb des Hoheitsgebiets der Schengen-Staaten zu erleichtern sowie zur Verhütung von Gefahren für die innere Sicherheit der Schengen-Staaten beizutragen.

Informationen zum Hintergrund:
Die Einrichtung des Visa-Informationssystems beruht auf einer Entscheidung des Rates vom 8. Juni 2004 (2004/512/EG). Zweck, Funktionen und Zuständigkeiten im Rahmen des Visa-Informationssystems werden in der Verordnung (EG) Nr. 767/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 9. Juli 2008 („VIS-VO“) festgelegt, die zum Teil durch Art. 54 der VO (EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 („Visakodex“) geändert wurde.
Das Visa-Informationssystem besteht aus einem zentralen System, für dessen Aufbau die Europäische Kommission die Verantwortung trägt, und aus den von den Schengen-Staaten eigenständig aufgebauten nationalen Systemen. Im Visa-Informationssystem werden alphanumerische und biometrische Daten (Lichtbild und Fingerabdrücke) über den Visumantragsteller, Daten über beantragte, erteilte, abgelehnte, annullierte, aufgehobene und verlängerte Visa sowie Daten über zurückgenommene Visumanträge gespeichert. Zudem werden Daten über den Einlader oder den Verpflichtungsgeber in das Visa-Informationssystem aufgenommen. Die Daten werden höchstens fünf Jahre im Visa-Informationssystem gespeichert.

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