Navigation und Service

PRESSEMITTEILUNG Sicherheit Pressemitteilung 08.06.2010 Bun­desin­nen­mi­nis­te­ri­um ver­öf­fent­licht Stu­die zum Iden­ti­täts­dieb­stahl und –miss­brauch im In­ter­net

Das Bundesinnenministerium hat heute eine neue Studie zum Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch im Internet veröffentlicht, die auf Initiative des Bundesinnenministeriums und im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik erstellt wurde. Autoren der interdisziplinären Studie sind Prof. Dr. Georg Borges, Prof. Dr. Jörg Schwenk, Prof. Dr. Carl-Friedrich Stuckenberg und Dr. Christoph Wegener.

Der "Diebstahl" und der anschließende Missbrauch der "entwendeten" Identitäten beschreibt ein relativ neues Kriminalitätsphänomen. Bis vor einigen Jahren wurde mittels des sogenannten "Phishing" vornehmlich das Abfischen von Online-Banking-Zugangsdaten beschrieben. Mittlerweile rückt die komplette digitale Identität des Nutzers in den Fokus der Internetkriminellen, beispielsweise die bei sozialen Netzwerken, E-Mail-Dienstleistern und Handelsplattformen verwendeten Identitäten. Die Thematik war auch Gegenstand der letzten Dialogveranstaltung von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière zu "Perspektiven deutscher Netzpolitik" am 01. Juni 2010.

Wesentliche Ergebnisse der Studie:

  • Angriffe mit dem Ziel eines Identitätsdiebstahls werden heute weit überwiegend über Schadprogramme (sogenannte "trojanische Pferde") durchgeführt, die in der Lage sind, auch fortgeschrittene aktualisierte technische Abwehrmaßnahmen zu umgehen.
  • In den Mittelpunkt des Interesses der Internetkriminellen rückt zunehmend die komplette digitale Identität der Internetnutzer. Neben Online-Banking-Zugängen können zum Beispiel auch die bei E-Mail-Dienstleistern, Packstationen, Auktions- und Handelsplattformen sowie bei Social-Network-Plattformen verwendeten Identitäten betroffen sein.
  • Die Vorgehensweise der Täter hat sich in den letzten Jahren geändert: die Schadprogramme gelangen heute vorwiegend durch Schwachstellen im Betriebssystem bzw. in Softwarepaketen auf die Nutzer-PCs. 2009 wurden die meisten Systeme durch den bloßen Besuch von Internetseiten (sog. "drive-by-infection") und präparierte PDF-Dokumente angegriffen.
  • Als Gegenmaßnahmen werden Standardsicherheitsmaßnahmen (Virenschutzprogramme, Firewall sowie regelmäßige Updates des Betriebssystems und der Anwendungen) vorgeschlagen. Notwendig sei zudem eine umfassende Aufklärung der Internetnutzer.
  • Für die Zukunft wird prognostiziert, dass Identitätsdiebstahl und –missbrauch noch nicht absehbare Formen annehmen werden, da neue Techniken und Plattformen immer neue Angriffsszenarien ermöglichen.

Die komplette Studie wird ab Sommer 2010 als gedruckte Version über den Springer-Verlag, Heidelberg, erhältlich sein.

Weitere Informationen zu der Veranstaltungsreihe "Perspektiven deutscher Netzpolitik" finden Sie unter www.e-konsultation.de/netzpolitik.

Weitere Nachrichten zum Thema
PRESSEMITTEILUNG

Alle anzeigen


Zusatzinformationen

Das Thema durchsuchen

Schwerpunktthemen

Mediathek

Icon: Kamera

Hier gelangen Sie zur Mediathek

Zur Mediathek

Publikationen

Icon: Publikation

Hier gelangen Sie zur Gesamtübersicht der Publikationen

Zu den Publikationen