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Bevölkerungsschutz Zivil und Katastrophenschutz Nachricht 12.07.2017 Die Jagd auf "Dr. Su­per­schreck" ist er­öff­net

Bund bereitet mit Online-Spiel Kinder auf verschiedene Gefahrenlagen vor

Ständig lässt er sich neue Katastrophen einfallen: Feuer, Stromausfall, Unfälle. "Dr. Superschreck" ist ein Bösewicht, wie er im Buche steht. Aber er bekommt Gegenwind. Max und Flocke tun alles dafür, die geplanten Boshaftigkeiten zu verhindern. Seit heute können sie von Kindern beim Online-Abenteuerspiel "Jagd auf Dr. Superschreck" unterstützt werden.

Dr. Günter Krings, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, und Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) haben das Spiel heute gemeinsam mit zwei Berliner Grundschulklassen offiziell freigeschaltet. Die Berliner Feuerwache in Tegel bot dabei für die Kinder eine spannende Kulisse.

Das Anliegen hinter dem Spiel ist ernst: Kinder sind eine besonders verletzliche Bevölkerungsgruppe. Doch je besser sie auf mögliche Katastrophen vorbereitet sind und wissen, was im Einzelfall dagegen zu tun oder wer in Notfällen zu informieren ist, desto stärker werden sie im Ernstfall den Ereignissen begegnen können.

Projekt-Paket zum Schutz der Schwächsten

Um das umzusetzen, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) deshalb mit einer Reihe von Projekten ein umfangreiches Angebot zur Prävention, Vorsorge und Nachsorge für diese besonders vulnerable Gruppe – Kinder und Jugendliche, mit und ohne Behinderung – entwickelt.

"Wir kümmern uns um die gute Vorbereitung von Kindern und Jugendlichen auf Schadenslagen und um die gut aufgestellte psy-chosoziale Nachsorge. Wir schnüren ein Paket zur Förderung der Selbsthilfekompetenz der Kinder und Jugendlichen", sagte der Parlamentarische Staatssekretär Krings.

YAPS – europaweit die Resilienz von Kindern stärken

Eines der Projekte ist das EU-Projekt "Raising young people’s awareness and self protection – YAPS" (Stärkung der Selbstschutz- und Selbsthilfefähigkeit junger Menschen). "Die Kinder sollen wissen, wie sie in Notfällen und Katastrophen reagieren können und wo sie Hilfe bekommen. So steigern wir ihre Selbsthilfefähigkeit und damit ihre Resilienz", erklärte BBK-Präsident Christoph Unger. In seiner Behörde wird das europäische Projekt von deutscher Seite aus geleitet.

YAPS macht ausgehend von einer Risikoanalyse verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche: das Online-Abenteuerspiel, Geschichtenhefte, Unterrichtsmaterialien inklusive methodisch-didaktischer Kommentare, ein Konzept für Workshops zur Ausbildung von Multiplikatoren (Train-of-Trainers) und einen Leitfaden für Rettungskräfte. "Alle Unterlagen werden allen EU-Mitgliedstaaten zur Verfügung gestellt. Interesse besteht bereits in Estland, Bulgarien und außerhalb Europas in Tunesien und China", erklärte Unger weiter.

Seit 2011 spricht das BBK mit dem Kinderangebot "Max und Flocke Helferland" erfolgreich Kinder und Jugendliche zwischen sieben und zwölf Jahren an. Sie erlernen hier spielerisch wichtige Verhaltensregeln zu den Themen Brandschutz, Erste Hilfe und Selbsthilfe, die sich sehr nachhaltig auf das gesamte weitere Leben auswirken. YAPS greift diese guten Erfahrungen auf und entwickelt sie für ganz Europa weiter.

Parlamentarische Staatssekretär Dr. Günter Krings (BMI), Christoph Biemann, André Mrázek (Berliner Feuerwehr) und Christoph Unger (BBK) (v.li.n.re.)Bild vergrößern Parlamentarische Staatssekretär Dr. Günter Krings (BMI), Christoph Biemann, André Mrázek (Berliner Feuerwehr) und Christoph Unger (BBK) (v.li.n.re.) Quelle: BBK

EUNAD-IP – Kinder mit Behinderungen im Blick

Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben besondere Bedürfnisse – auch und vor allem in Extremsituationen. Sie stehen im Fokus des EUNAD-IP (European Network for Psychosocial Crisis Management – Assisting Disabled in Case of Disaster – Implementation), das ebenfalls im BBK betreut wird. Damit bringt die EU im Anschluss an die Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention Psychosoziale Versorgungsangebote im Falle komplexer Gefahren- und Schadenslagen für Menschen mit Behinderung auf den Weg.

Während sich vorherige Projekte vor allem auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen mit Seh- und Hörbehinderungen fokussierten, werden bei EUNAD-IP nun Menschen mit physischer und geistiger Behinderung in Krisenmanagementkonzepte integriert. Weiterhin entwickelt und evaluiert EUNAD-IP pädagogische Toolkits für behinderte Kinder und Jugendliche, mit dem Ziel deren Selbsthilfekompetenzen in Notfallsituationen zu stärken und sie besser auf den Katastrophenfall vorzubereiten.

KIKAT – Hilfe für Kinder in und nach einer Katastrophe

Was sind die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in solchen Katastrophen und vor allem in der ersten Zeit direkt nach dem unmittelbaren Erleben von Gewalt, Tod und Bedrohung? Und vor allem: wie kann man ihnen helfen mit den Erlebnissen zurechtzukommen? Antworten auf diese Fragen soll das durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) geförderte Forschungsprojekt "Kind und Katastrophe" (KIKAT) liefern.

Es widmet sich den aufgeworfenen Fragen mit dem Ziel, wissenschaftlich fundierte Antworten darauf zu geben, welche Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in der akuten Phase komplexer Gefahren- und Schadenslagen hilfreich sind und vorgehalten werden können. Es sollen ganz praktische Empfehlungen für die Arbeit der Einsatzorganisationen und der Psychosozialen Akuthilfe entstehen. Mit Kindern und Jugendlichen wird eine noch kaum erforschte Risikogruppe in den Blick genommen.

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