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Sicherheit IT- und Cybersicherheit Nachricht 08.06.2017 "Wirt­schafts­schutz muss Chef­sa­che sein"

Bundesinnenminister de Maizière bei Podiumsdiskussion zur "Initiative Wirtschaftsschutz"

Rund 200 Vertreter aus Unternehmen, Verbänden, Sicherheitsbehörden und Forschungseinrichtungen sind am 8. Juni 2017 in Berlin zusammen gekommen, um bei der Tagung unter dem Titel „Wirtschaftsschutz gemeinsam stärken“ die Herausforderungen bei der Verteidigung gegen interne und externe Angriffe zu diskutieren. Eingeladen hatten hierzu das Bundesministeriums des Innern und der Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V., die vor einem Jahr gemeinsam die "Initiative Wirtschaftsschutz" ins Leben gerufen hatten.

Nicht nur vor dem Hintergrund wiederholter Attacken auf private und öffentliche Einrichtungen etwa durch Hacker oder auch Terroristen und ausländische Geheimdienste standen hoch aktuelle Fragen auf der Agenda: Welche Herausforderungen kommen angesichts fortschreitender Globalisierung und zunehmender Vernetzung auf Staat und Wirtschaft zu? Welche analogen und digitalen Bedrohungen gilt es zu bewältigen und wie arbeiten wir hierbei lösungsorientiert zusammen?

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und BDI-Präsident Dieter Kempf auf dem PodiumBild vergrößern Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière und BDI-Präsident Dieter Kempf bei der Podiumsdiskussion Quelle: Henning Schacht

Auf dem Podium machten der Bundesminister des Innern Dr. Thomas de Maizière und der Präsident des BDI Prof. Dieter Kempf im Dialog deutlich, dass ein funktionierender Wirtschaftsschutz in der gemeinsamen Verantwortung von Politik, Sicherheitsbehörden und Wirtschaft liegt. Um den vielfältigen aktuellen Herausforderungen dauerhaft wirksam zu begegnen, sollen der Dialog zwischen Wirtschaft und Staat weiter ausgebaut, Cybersicherheit und Wirtschaftsschutz enger verzahnt und die internationale Zusammenarbeit zum Schutz der deutschen Wirtschaft weiter gestärkt werden.

"Wirtschaftsschutz muss in den Unternehmen Chefsache sein - das kann nicht jemand machen, der schon zehn andere Aufgaben hat", sagte Innenminister de Maizère und appellierte vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, sich dieses Problems anzunehmen. Die Initiative Wirtschaftsschutz ist ein Angebot an alle, betonte er. "Wir bieten Hilfe allen an, die sie benötigen."

Da die Resilienz der Unternehmen tagtäglich auf den Prüfstand steht, wird nur das Handeln im partnerschaftlichen Verbund den Wettbewerbsvorteil für den Wirtschaftsstandort sichern. Es geht aber nicht nur um den wirtschaftlichen Erfolg und Arbeitsplätze. "Unternehmen haben eine große Mitverantwortung für die ganze Gesellschaft", sagte Minister de Maizière. Wirtschaftsbetriebe hätten Sorge dafür zu tragen, dass sie nicht missbraucht und zum Instrument feindlicher Angriffe auf das Gemeinwohl werden. Die großen Konzerne könnten viele Maßnahmen selbst und kompetent in die Wege leiten. "Aber ein Mittelständler weiß doch gar nicht, wo er anfangen soll", so de Maizière. In diese Lücke stößt die „Initiative Wirtschaftsschutz“ mit ihrem Beratungsangebot.

Bei einer Podiumsdiskussion diskutierten im Anschluss Unternehmensvertreter aus den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik, Konstruktionstechnik und Maschinenbau, Wirtschaftsprüfung sowie Finanzdienstleistung mit dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz Dr. Hans-Georg Maaßen. Er riet den Vertretern der Wirtschaft ein wachsames Auge innerhalb der Betriebe zu haben, denn die Gefährdung kommt nicht nur von ausländischen Terroristen, sondern auch von Innentätern, die das Unternehmen gut kennen. "Es ist wichtig, die Sicherheitsbehörden einzuschalten, wenn Auffälligkeiten im Unternehmen deutlich werden."

Stefan Dräger, Dr. Hans-Georg Maaßen, Hartmut Mai, Christian Muth und Josef Trendelkamp auf dem PodiumBild vergrößern Stefan Dräger, Dr. Hans-Georg Maaßen, Hartmut Mai, Christian Muth und Josef Trendelkamp bei der Podiumsdiskussion Quelle: Christian Kruppa

In der Diskussionsrunde konkretisierte Maaßen, wie der Wirtschaftsschutz tätig werden kann. "Wenn wir von Wirtschaftsschutz reden, meinen wir nicht, dass die Unternehmen alles in den Panzerschrank stecken", sagte Maaßen. Stattdessen müsse bei der Präventionsarbeit analysiert werden, welche Werte des Unternehmens für Außenstehende von besonderem Interesse sein können. Statt materiellen Gütern könnten es beispielweise die Kontakte von Außendienstmitarbeitern sein, worauf es die Angreifer abgesehen haben. Auch gegen Maulwürfe im Betrieb bietet die "Initiative Wirtschaftsschutz" Hilfestellung. Bei der hoch aktuellen Gefahr des Cybercrime ist ein ganzheitlicher Ansatz im Verbund mit staatlichen Sicherheitsstellen notwendig. Betroffene Unternehmen seien gut beraten, die vorhandenen Hilfestellungen in Anspruch zu nehmen - und das möglichst bevor irreparabler Schaden entsteht.

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