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Sicherheit Kriminalitätsbekämpfung Nachricht 24.04.2017 Licht und Schat­ten bei der Kri­mi­na­li­täts­ent­wick­lung im Jahr 2016

Bund und Länder stellen Polizeiliche Kriminalstatistik und Fallzahlen zur politisch motivierten Kriminalität 2016 vor

Bundesinnenminister de Maizière und der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Markus Ulbig, haben heute gemeinsam die Zahlen zur Kriminalitätsentwicklung im vergangen Jahr vorgestellt.

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Polizeiliche Kriminalstatistik 2016

Deckblatt der Broschüre

In der polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS) werden alle Straftaten erfasst, die der Polizei durch eigene Ermittlungen oder Strafanzeigen bekannt geworden sind und registriert wurden.

(151 Seiten, Stand: April 2017, Version 2.0, zum Änderungsnachweis Version 1.0)

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Kriminalität bleibt auf hohem Niveau

Ähnlich wie in den vergangen Jahren liegt die Gesamtzahl der der Polizei bekannt gewordenen Straftaten bei über sechs Millionen. Damit bleibt sie weiterhin auf einem relativ hohen Niveau.

Darin eingeschlossen sind auch Verstöße gegen das Ausländerrecht. Dazu gehören z.B. Fälle unerlaubter Einreise oder andere Verstöße gegen das Asyl- und Aufenthaltsrecht. Diese können nur von Ausländern begangen werden. Angesichts der hohen Anzahl an Flüchtlingen ist die Zahl stark angestiegen.

Lässt man diese Straftaten jedoch außen vor, ist ein leichter Rückgang der Straftaten um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. Auch die Zahl der Straftaten die im Schnitt pro100.000 Einwohner begangen werden, ist um 1,9 Prozent auf 7.161 Fälle zurückgegangen. Diese sogenannte Häufigkeitszahl stellt einen Indikator für die durch Kriminalität verursachte Gefährdung dar.

Zudem hat der Anteil der aufgeklärten Fälle, die sogenannte Aufklärungsquote, mit 54 Prozent den höchsten Stand seit fünf Jahren erreicht.

Infografik mit den Angaben zur Kriminalitätsentwicklung bei ausgewählten Delikten im Jahr 2016 (Quelle: infografik.biz)Bild vergrößern

Rückgang der Einbruchszahlen

Besonders erfreulich ist der Rückgang der Fallzahlen bei Ladendiebstählen und den Wohnungseinbrüchen. Nachdem die Zahl der Einbrüche in den vergangen Jahren kontinuierlich angestiegen ist, ist in diesem Jahr ein Rückgang um 9,5 Prozent zu verzeichnen.
Aus Sicht des Bundesinnenministers ist diese Entwicklung ein Zeichen dafür, dass die zahlreichen ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls wirken. Dazu gehören
• eine intensivere Strafverfolgung,
• eine engere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene,
• aber auch ein Ausbau präventiver Maßnahmen wie die finanzielle Förderung des Einbaus von Sicherungstechnik.

Anstieg der Gewaltdelikte

Anlass zur Sorge biete hingegen die steigende Gewaltkriminalität, so de Maizière. Hierunter fallen Delikte wie Mord und Totschlag, Vergewaltigung aber auch Raub sowie gefährliche und schwere Körperverletzung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl dieser Straftaten um 6,7 Prozent gestiegen.

Ebenso ist auch die Anzahl der Fälle von einfacher Körperverletzung um 8,1 Prozent angestiegen. Bundesinnenminister de Maizière erklärte hierzu: "Wir leben weiterhin in einem sicheren Land, müssen und werden aber alle nötigen Anstrengungen unternehmen, damit dies auch so bleibt."

Anstieg politisch motivierter Straftaten

Ernstzunehmen ist auch die Entwicklung der politisch motivierten Straftaten, die heute ebenfalls vorgestellt wurden. Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um 6,6 Prozent angestiegen und haben damit einen neuen Höchststand erreicht.

Infografik mit den Angaben zur Entwicklung der politisch motivierten Kriminalität (Quelle: infografik.biz)Bild vergrößern

Der Anstieg ist vor allem auf eine deutliche Zunahme der politisch motivierten Ausländerkriminalität zurückzuführen. Hier gab es einen Anstieg um 66,5 Prozent auf insgesamt 3.372 Delikte. Hierunter fallen zum einen islamistisch motivierte Terrortaten, aber auch Straftaten im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen der Türkei und der PKK. Diese machen mit 45 Prozent knapp die Hälfte dieses Phänomenbereichs aus.

Die Zahl der Straftaten im Bereich links und rechts ist auf einem annährend gleichen Niveau geblieben. Deutliche Unterschiede gibt es allerdings bei den Gewalttaten. Während die linksextremistisch motivierten Taten um 24,2 Prozent zurückgegangen sind, sind die rechtsextremistisch motivierten Taten um 14,3 Prozent angestiegen.

Infografik mit den Angaben zur Entwicklung der politisch motivierten Gewaltdelikte (Quelle: infografik.biz)Bild vergrößern

Die Tatsache, dass gerade diejenigen, die vor Terror und Krieg aus ihren Heimatländern geflüchtet sind, im Fokus rechter Gewalt stehen, sei erschütternd, so der Minister. Positiv sei jedoch, dass zumindest die Angriffe auf Asyl-und Flüchtlingsunterkünfte im Laufe des vergangenen Jahres deutlich zurückgegangen sind.

Weitere Informationen finden Sie hier. Zudem erhalten Sie zahlreiche weitere Informationen zur PKS 2016 und den Statistiken der Vorjahre (z.B. Straftatenkatalog, Tabellen und Zeitreihen zu Fällen, Tatverdächtigen, Opfern und Belastungszahlen) auf der Website des BKA.

gestapelte Fragezeichensymbole (Quelle: Shutterstock / Montego)

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