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Sport Sportförderung Nachricht 20.03.2017 "Men­ta­li­täts­wech­sel in der Ge­sell­schaft voll­zie­hen"

Special Olympics - 78 deutsche Athletinnen und Athleten mit geistiger Behinderung bei den Weltwinterspielen in Österreich

uchFür 78 Athletinnen und Athleten aus Deutschland mit geistiger Behinderung haben in Österreich die Weltwinterspiele begonnen. Sie messen sich mit Sportlern aus 107 Nationen in acht verschiedenen Sportarten. Darunter sind klassische Wintersport-Disziplinen wie Skilanglauf, Ski Alpin, Eisschnell-und Eiskunstlauf, aber auch eher unbekannte Sportarten wie Schneeschuhlauf und Floorball. Bei der Eröffnungsfeier am Samstag ließen sich Aktive und Publikum trotz Dauerregen die Stimmung nicht vermiesen und starteten hochmotiviert in die Wettbewerbe.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hatte der deutschen Mannschaft bereits bei der Verabschiedung in der vergangenen Woche in München viel Erfolg gewünscht. „Wir sind dankbar und stolz, dass Sie unser Land vertreten“, sagte der Sportminister. Insgesamt treten in Schladming, Ramsau und Graz mehr als 2700 Sportlerinnen und Sportler gegeneinander an.

Verantwortlich für die deutsche Delegation ist Special Olympics Deutschland (SOD). Der Verband vertritt seit 1991 die Interessen deutscher Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung und setzt sich auch jenseits nationaler und internationaler Wettbewerbe für deren Teilhabe der Gesellschaft ein.

Der SOD umfasst als Dachverband vor allem Vereine, Einrichtungen Werkstätten und Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung. Nach Verbandsangaben gehören ihm mittlerweile mehr als 40.000 Athletinnen und Athleten sowie 1100 Organisationen an. Die Bundesregierung fördert den Bundesverbaand und hat die Entsendung der deutschen Mannschaft zu den Weltwinterspielen nach Österreich zusätzlich bezuschusst. Die Inklusion im Sport von Menschen mit geistiger Behinderung steht zum Teil vor anderen Herausforderungen als der Sport der Menschen mit Körper- oder Sinnesbehinderungen. Die Rahmenbedingungen der Förderungen unterscheiden sich auch grundlegend von denen im Spitzensport, der traditionell vom Bundesinnenministerium gefördert wird und seit der jüngsten Reform noch stärker auf Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit ausgelegt ist. Ziel ist es, Qualität des Sportangebots für Menschen mit geistiger Behinderung zu verbessern und gleichzeitig die Selbstbestimmung dieser Menschen stärken.

Locker umfährt Julia Lewen die Tore auf der Snowboard-Piste. (Foto: SOD/Jörg Brüggemann OSTKREUZ)Bild vergrößern Quelle: SOD/Jörg Brüggemann OSTKREUZ

„Wir wollen, dass sich ein Mentalitätswechsel in der Gesellschaft vollzieht, der Menschen mit geistiger Behinderung in die Lage versetzt, sich gleichwertig in unsere Gesellschaft einzubringen und ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten“, sagt Gerhard Böhm, Leiter der Abteilung Sport im Bundesinnenministerium. „Es ist uns wichtig, dass sich Deutschland zu dem Thema Inklusion im Sport auch international positioniert.“

Ab dem Haushalt 2016 wurde die Fördersumme für den SOD erhöht, damit der Verband auch in Zukunft im internationalen Wettbewerb mithalten kann. Mit den Mitteln wurde die Förderung des Personals ausgeweitet, zudem wurde eine Sportjahresplanung neu eingeführt - wie sie auch bei den anderen (Behinderten-) Sportverbänden im Spitzensport existiert. Mit der inzwischen weltweit erlangten Bedeutung des Sports geistig behinderter Menschen dient die Entsendung deutscher Delegationen zu internationalen Veranstaltungen der gesamtstaatlichen Repräsentation. Sie trägt außerdem den Bemühungen der Bundesregierung zur Förderung des Behindertensports, auch im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention, Rechnung.

Die Weltwinterspiele laufen noch bis zum 24. März und werden mit der Abschlussfeier in Graz feierlich beendet. Der SOD berichtet umfassend auf seiner Webseite: www.specialolympics.de

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