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Migration und Integration Integration Nachricht 14.03.2017 Seel­sor­ge als ge­mein­sa­me Auf­ga­ben­stel­lung

Lenkungsausschuss der Deutschen Islam Konferenz (DIK) beschließt Abschlusspapier zum Thema Seelsorge

Zum dritten - und voraussichtlich letzten - Mal in dieser Legislaturperiode traf sich die Deutsche Islam Konferenz am 14. März 2017 in Berlin zu einer Sitzung ihres Lenkungsausschusses. Schwerpunkt der Gespräche war die islamische Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen.

Mit diesem Thema hatte sich der Arbeitsausschuss seit Anfang des Jahres 2016 in sechs Sitzungen befasst. Zusätzlich veranstaltete die DIK im November 2016 eine öffentliche Fachkonferenz dazu im Bundesministerium des Innern. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière betonte im Rahmen der Sitzung erneut die hohe Bedeutung dieses Themenkomplexes für die deutschen Muslime. Und Erol Pürlü, Sprecher des Koordinationsrates der Muslime betonte, Seelsorge sei "eine gemeinsame Aufgabenstellung für den Staat und die betroffenen Religionsgemeinschaften".

Abschlusspapier zur muslimischen Seelsorge

Der Lenkungsausschuss nahm das Abschlussdokument "Seelsorge in öffentlichen Einrichtungen als Thema der DIK" an. Dieses behandelt die drei Seelsorgebereiche Krankenhausseelsorge, Gefängnisseelsorge und Militärseelsorge. Es enthält zudem strukturelle Empfehlungen zur Weiterbehandlung des Themas. So soll zur Krankenhausseelsorge eine Arbeitsgruppe "Islamische Krankenhausseelsorge" durch die in der DIK vertretenen muslimischen Verbände gegründet werden. Für die anderen beiden Bereiche der Seelsorge sind gemischte Arbeitsgruppen von den betroffenen staatlichen Ebenen und den muslimischen Verbänden vorgesehen, die ggf. weitere Akteure einbinden werden.

Herbert Mertin, der Vorsitzende der Justizministerkonferenz berichtete davon, dass in einem nächsten Schritt die Justizminister der Länder eine länderübergreifende Arbeitsgruppe gründen werden, die sich mit der Umsetzung der Empfehlungen des Lenkungsauschusses zum Thema Seelsorge befasst. Wichtig sei ihm auch eine klare Differenzierung zwischen allgemeinen Fragen der Seelsorge und dem Thema Radikalisierung.

Gruppenaufnahme des Lenkungsausschusses der Deutschen Islam Konferenz (Quelle: Henning Schacht)Bild vergrößern

Wohlfahrtspflege als Thema der DIK

Im Rahmen der Sitzung wurde erneut auch über das Thema Wohlfahrtspflege gesprochen. Dass die Arbeit DIK als Impulsgeber erfolgreich ist, zeigte der Umsetzungsbericht zu Projekten im Bereich der muslimischen Wohlfahrt. Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, stellte den Bericht vor. Die DIK hatte sich von Anfang des Jahres 2014 mit diesem Thema befasst und ein Ergebnis- und Maßnahmenpapier dazu im November 2015 verabschiedet. Der Bericht beschreibt die bisherige Umsetzung von Projekten, die in dem Ergebnispapier vorgesehen waren. Bemerkenswert ist u.a., dass sich mehrere muslimische Verbände selbstorganisiert zu einem Verein mit dem Ziel der Förderung islamischer Wohlfahrtspflege zusammengeschlossen haben, indem sie im Herbst 2016 den Verein "Islamisches Kompetenzzentrum für Wohlfahrtswesen" gegründet haben.

Ausblick: Die Zukunft des Dialogs

Abschließend tauschten die Teilnehmer der Sitzung ihre Ideen für die Fortsetzung der Deutschen Islam Konferenz in der nächsten Legislaturperiode aus. Hier ging es hauptsächlich um die Frage, wie der Dialog zwischen Staat und Muslimen in der nächsten Legislaturperiode fortgeführt werden könnte. Eine formale Entscheidung dazu und die Identifizierung von Themen sowie ggf. einer neuen Struktur wird die neu gewählte Bundesregierung nach den Wahlen im September 2017 treffen.

Dr. Thomas de Maizière wies jedoch unter anderem von den Herausforderungen hin, welche die hohen Zuwanderungszahlen der letzten Jahre an die deutschen Muslime stellten. "Was bedeutet das für den Islam in Deuschland? Was bedeutet das für die Fortsetzung der DIK?" Dies seien Fragen, die geklärt werden müssten. Wichtig sei vor allem aber die Bereitschaft zur Integration: "Wer hier zugehörig sein will, muss das auch zeigen", so der Bundesinnenminister.

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