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Migration und Integration Integration Nachricht 17.02.2017 Ler­nen, wie die­se Ge­sell­schaft funk­tio­niert

Parlamentarischer Staatssekretar Dr. Günter Krings zu Gast beim ersten Kongress zur Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer

Unter dem Motto "Migrationsgesellschaft durch soziale Arbeit gestalten" haben sich gestern Vertreterinnen und Vertreter der Wohlfahrtsverbände und der Ministerien mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Politik in Berlin getroffen.

V.l.n.r.: Dr. Hubertus Schröer, Moderator; Christine Müller, Fachdienstleitung MBE; Wolfgang Barth, AWO; Klaus Beier, Bundesagentur für Arbeit; Sabine Schulte-Beckhausen, BMFSFJ; Regina Jordan, BAMF; Angela Köllner, Moderatorin (Quelle: BAMF)Bild vergrößern Podiumsdiskussion zum Thema "Erfolgsfaktoren der MBE im Gemeinwesen"

Im Rahmen von Diskussionen, Impulsvorträgen und Fachgesprächen tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über aktuelle Fragen und Herausforderungen bei der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) im Gemeinwesen aus. Die MBE ist ein spezielles Angebot, das sich an erwachsene Zugewanderte über 27 Jahre richtet und dabei helfen soll, den Integrationsprozess, zu fördern, zu steuern und zu begleiten.

Der Kongress wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und den Spitzenverbänden der Wohlfahrtspflege organisiert. Ziel des Kongresses war es, die MBE und deren integrative Leistung bekannter zu machen.

"Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer ist als integrationskursbegleitendes Angebot - eben zur Ergänzung des zentralen Faktors Sprachvermittlung - eingeführt worden. Sie leistet aber wesentlich mehr, indem sie Integrationsprozesse initiiert, steuert und begleitet durch Beratung und durch Vermittlung von kulturellem Kapital weit über die Sprache hinaus," erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Krings.

"Kulturelles Kapital" sei neben der der Sprache vor allem das Wissen darum, wie diese Gesellschaft funktioniere und wie man sich in ihr bewegen könne, so Krings. "Für Zugewanderte ist nicht nur die Sprache entscheidend, um sich integrieren zu können, sondern auch die Vielzahl alltäglicher Fragen, die wir alle, die wir in dieser Gesellschaft aufgewachsen sind, ganz selbstverständlich und nebenbei und ohne irgendeine Vorbereitung gelernt haben", betonte er.

"Existentielle Fragen aus dem prallen Leben" wie "Wo kann ich Deutsch lernen?", "An wen wende ich mich bei Krankheit?" oder "Wie finde ich eine Wohnung?" beantworten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Beratungsstellen individuell, bedarfs- und fallorientiert. Dass dieser Bedarf besteht, zeigen die stetig steigenden Beratungszahlen. So hat sich die Zahl der beratenen Personen in den vergangen fünf Jahren nahezu verdoppelt.

Die Beratung wird an mittlerweile fast 1.000 Standorten und damit in fast allen Städten und Landkreisen durch die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und des Bundes der Vertriebenen angeboten. Gefördert wird dieses Beratungsangebot durch den Bund. Aufgrund des hohen Bedarfs wird die Förderung in diesem Jahr nochmals erhöht.

Die MBE-Beratungsstellen nehmen somit - auch durch die enge Kooperation und Abstimmung mit anderen für die Integration wichtigen Einrichtungen vor Ort wie zum Beispiel Ausländerbehörden, Jobcenter, Arbeitsagenturen und andere kommunale Stellen - eine zentrale Rolle ein, um den Integrationsprozess zielgerichtet zu gestalten. Damit sind sie ein wichtiger Träger von Willkommenskultur und leisten einen bedeutsamen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt.

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