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Migration und Integration Asyl und Flüchtlingsschutz Nachricht 20.03.2013 Flücht­lin­ge aus Sy­ri­en

Deutschland bereitet derzeit die Aufnahme einer größeren Zahl besonders schutzbedürftiger syrischer Flüchtlinge vor.

"Aufgrund der gewaltsamen Entwicklung in Syrien habe ich mit den Innenministern der Länder besprochen, im Vorgriff auf eine gemeinsame europäische Aufnahmeaktion, in Deutschland etwa 5000 Flüchtlinge aufzunehmen," sagte Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich am 20. März 2013 in der Bundespressekonferenz.

Diese humanitäre Aufnahme wird in enger Abstimmung mit den Ländern erfolgen.

Bundesinnenminister Friedrich geht davon aus, dass die ersten Flüchtlinge voraussichtlich im Juni nach Deutschland kommen können.

Werbung für eine gesamteuropäische Lösung

Gleichzeitig wirbt Friedrich auf EU-Ebene für ein gesamteuropäisches Vorgehen in der Flüchtlingsfrage und für eine koordinierte Aufnahmeaktion der europäischen Mitgliedstaaten.

"Ich werde im April erneut den Hohen Flüchtlingskommissar Guterres treffen. Er hat es in der Hand, einen offiziellen Hilfsappell an die EU zu richten," erläuterte Friedrich. "Ich hoffe, dass unsere Hilfsaktion dazu beiträgt, dass sich andere Länder auch für eine Aufnahme entschließen."

Bisheriges Engagement bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge

Deutschland gewährt bereits einer Vielzahl von Syrern Schutz. Die Asylzugänge aus Syrien sind deutlich angestiegen und steigen weiter (Erst- und Folgeanträge 2010: 2.036, 2011: 3.436, 2012: 7.930, Januar – Februar 2013: 1.872, davon 1.787 Erst- und 85 Folgeanträge).

"Hauptkriterium für eine Aufnahme ist die Schutzbedürftigkeit. In erster Linie sollen Familien mit Kindern, Kinder ohne Eltern, aber auch Schutzbedürftige, die in Deutschland bereits Verwandte haben, aufgenommen werden. Auch auf Christen lastet ein besonderer Verfolgungsdruck, auch sie gehören zu diesen besonders schutzbedürftigen Menschen," betonte der Bundesinnenminister.

Mit fast 8.000 Asylbewerbern 2012 und in den ersten beiden Monaten 2013 gehört Syrien zu den Hauptherkunftsländern. Deutschland und Schweden haben zusammen bereits zwei Drittel aller Syrer aufgenommen, die in Europa Schutz gefunden haben.

Flüchtlinge in den Anrainerstaaten Syriens

Insgesamt sind über 1,1 Mio. Menschen in der Region auf der Flucht.

Die Anrainerstaaten Syriens weisen im Einzelnen folgende Flüchtlingszahlen auf:

  • 357.000 in Jordanien
  • 359.000 im Libanon
  • 260.000 in der Türkei
  • 115.000 im Irak
  • 43.000 in Ägypten
    (Quelle: UNHCR, Stand: 18. März 2013)

Schwerpunkt Hilfe vor Ort

Deutschland wird gemäß der bisherigen Linie in der Flüchtlingspolitik weiterhin den Schwerpunkt auf die Hilfe vor Ort legen.

Deutschland engagiert sich vor Ort in enger Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen, insbesondere dem UNHCR. Deutschland hat hierfür bereits 132 Mio. EUR bereitgestellt und ist damit nach den USA der zweitgrößte Geldgeber weltweit.

Auch das THW leistet seit Mitte Juli 2012 wichtige Hilfe in der Region, insbesondere bei der Trinkwasserversorgung in Jordanien. Derzeit sind 14 Angehörige des THW und etwa 70 lokale Beschäftigte im Einsatz.

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