Sicherheit Kriminalitätsbekämpfung Nachricht 11.09.2012 Bundesinnenminister Dr. Friedrich verleiht XY-Preis für Zivilcourage
+ Friedrich mit Preisträgern
Quelle: ZDF/Juergen Detmers
Jan Gaetcke, Anke Heilbronner und Cedric Kelleners sind die Preisträger des XY-Preises für Zivilcourage. Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich überreichte die Preise am 10. September 2012 im ZDF Hauptstadtstudio. Sie wurden geehrt, weil sie im Alltag Zivilcourage bewiesen haben, indem sie Opfern von Straftaten zur Hilfe kamen. Der Minister betonte, dass ihr Handeln ein Beispiel dafür sei, dass Opfer von Kriminalität in unserer Gesellschaft nicht allein gelassen würden.
Sicherheit als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
Die drei Preisträger hätten effektiv für Hilfe gesorgt, indem sie in einer scheinbar alltäglichen Situation mutig und besonnen eingegriffen hätten. Der Minister betonte, wie wichtig es sei, dass sie nicht nur selbst gehandelt hätten, sondern dass sie auch Umstehende zum gemeinsamen Helfen motiviert hätten.
Sicherheit sei auch immer eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zwar wäre Deutschland dank der guten und zuverlässigen Arbeit der Polizei von Bund und Ländern ein Land mit hoher Sicherheit. Dennoch sei der Staat bei der Gewährleistung von Sicherheit auf die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger angewiesen. Bei der Verhinderung von Straftaten komme es auf jeden Einzelnen an.
Jan Gaetke verhinderte Mord
Der Preisträger Jan Gaetke verhinderte einen Mord bei einem Eifersuchtsdrama: Als Gaetke in einer Bar arbeitete, kam ein Gast herein und rief, dass draußen etwas passiere. Ein junger Mann, der eifersüchtig war auf den neuen Freund seiner Mitbewohnerin, stach mit einem langen Messer auf diesen ein. Während eine Kollegin von Gaetke die Polizei rief, rannte Gaetke nach draußen, hielt den Täter am Boden fest und forderte jemanden auf, das Messer des Angreifers wegzutreten. Das Opfer wurde daraufhin zu einer Not-OP nach Hamburg geflogen. Gaetke hatte ihm das Leben gerettet. Er erzählte: "Vor Gericht hat der Täter sich bei mir bedankt, dass ich verhindert habe, dass er zum Mörder wird."
Anke Heilbronner verhinderte Kindesmissbrauch
Die Preisträgerin Anke Heilbronner verhinderte einen Kindesmissbrauch. Sie beobachtete wie ein Mann mit einem kleinen Mädchen in einer Baracke verschwand. Sie hörte das Mädchen schreien. Gemeinsam mit einem Radfahrer, den sie angesprochen hatte, ging sie näher. Da kam ihnen der flüchtende Täter entgegen. Er hatte das Mädchen an einer Schule angesprochen und ihr ein Handy versprochen. In der Baracke hatte er versucht, das Kind sexuell zu missbrauchen, was aber durch Heilbronner verhindert werden konnte. Später identifizierte die 47-Jährige den Mann auf einem Foto der Polizei und der Täter wurde gefasst.
Cedric Kelleners kam Fußgängerin zu Hilfe
Der Preisträger Cedric Kelleners rettete eine Frau vor einem prügelnden Radfahrer: Die Frau rief einem Mann, der über eine rote Ampel fuhr, nach, er sei kein gutes Beispiel für die Kinder. Daraufhin kehrte er um und fuhr die Frau mit dem Fahrrad mit voller Wucht an, schlug ihr ins Gesicht, sodass sie zu Boden fiel und trat dann auf sie ein. Der 17-jährige Schüler Cedric Kelleners, der zur selben Zeit an der Kreuzung ankam, sprang vom Fahrrad und eilte der Frau zu Hilfe, während andere Passanten unbeteiligt zusahen. Er drängte den Tät
+ Friedrich mit Preisträgern
Quelle: ZDF/Juergen Detmers
Kandidaten und Jury des XY-Preises
Kandidaten für den XY-Preis können von allen Privatpersonen, Organisationen oder Polizeidienststellen vorgeschlagen werden. Die "Fälle" ausgewählter Kandidaten werden im Rahmen der XY-Sendung mit kurzen filmischen Rekonstruktionen vorgestellt. Die Jury besteht unter anderen aus Vertretern des Bundeskriminalamts, der Deutschen Polizeigewerkschaft und der Polizeilichen Kriminalprävention.
Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde 2002 von der Redaktion der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY … ungelöst ins Leben gerufen, um ein Zeichen gegen mangelnde Zivilcourage zu setzen. Der Moderator der Sendung, Rudi Cerne, führte 2012 durch das Programm. Die drei Schauspieler Jasmin Tabatabai, Marco Girnth und Rudolf Kowalski, die im fiktionalen Programm des ZDF für Recht und Ordnung sorgen, hoben in ihren Ansprachen die mutigen Taten der Preisträger hervor.





